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Enerige & Management > KWK - Zehn Mal BHKW-Ranking
Bild: Fotolia.com, XtravaganT
KWK:
Zehn Mal BHKW-Ranking
Der 13 Jahre umfassende Rückblick auf die Position der BHKW-Anbieter im deutschen Markt zeigt sowohl Kontinuität als auch Wandel.
 
Zum zehnten Mal wurde das von E&M publizierte BHKW-Ranking auf der Basis von Daten erstellt, die das Öko-Institut erhoben hat. Erfasst sind damit die Absatzzahlen von 50 BHKW-Anbietern im deutschen Markt aus den Jahren 2002 bis 2014 (siehe Tabelle). Die in einer Grafik abgebildete Entwicklung von deren Absatzzahlen über diesen Zeitraum erinnert mit dem Gewirr der Linien an ein abstraktes Gemälde.
 
Tabelle: BHKW-Gesamtabsatz nach elektrischer Leistung in kW
Quelle: E&M/Öko-Institut
 
Grafik: BHKW-Gesamtabsatz nach elektrischer Leistung in kW
Quelle: E&M/Öko-Institut

Die zehn Veröffentlichungen bilden aber auch eine Chronik der BHKW-Branche. Erfreulich ist das recht hohe Maß an Kontinuität, denn von den im Jahr 2004 beteiligten 23 Unternehmen sind immerhin 14 noch im deutschen BHKW-Markt aktiv. Außer bei den Mittelständlern Comuna metall, KraftWerK und Sokratherm sowie den Caterpillar-Packager Zeppelin haben sich aber die Eigentümerverhältnisse dieser BHKW-Anbieter und damit oft auch die Firmennamen geändert.
 
Neue Eigentümer, neue Namen
 
So erschien die Mannheimer MWM bis zum Ranking 2006 unter dem Namen Deutz. 2007 wurde die Mannheimer Fertigung von Gasmotoren und der blau lackierten BHKW-Module als Deutz Power Systems aus dem Kölner Konzern ausgegliedert, an die Private Equity 3i verkauft und hat dann auch ihren Traditionsnamen zurückerhalten. Diese Veränderung war wohl ein Grund dafür, dass MWM im Ranking nach Gesamtleistung einmalig den Spitzenplatz nicht verteidigen konnte. 2010 erwarb schließlich der US-Konzern Caterpillar das Mannheimer Unternehmen, das zum 1. November 2013 in Caterpillar Energy Solutions umfirmiert wurde, im deutschen Markt aber weiter unter der Marke MWM agiert.
Jenbacher, der Tiroler Hersteller grüner BHKW, gehört seit 2003 zu General Electric. Die Gasmotorensparte des US-Konzerns tritt seit 2006 als GE Jenbacher auf und gehört nun zum GE-Bereich Distributed Power. Die Tiroler haben ein Mal, und zwar für das Ranking 2010, bei der Umfrage pausiert.

Im Ranking des Jahres 2002 sind die Augsburger MDE Dezentrale Energiesysteme und die MTU Friedrichshafen, ein Unternehmen des Daimler-Konzerns, noch getrennt aufgeführt. Die MTU war seit Anfang 2002 mit einem Drittel der Anteile an der MDE beteiligt, hat 2006 das Augsburger Unternehmen vollständig übernommen und dort das gesamte Gasmotoren-Geschäft angesiedelt. Gleichzeitig verkaufte die damalige DaimlerChrysler MTU an Tognum, deren Hauptgesellschafter der schwedische Private-Equity-Fonds EQT war. 2008 wurde MDE in MTU Onsite Energy umfirmiert und Daimler stieg bei Tognum mit 28,4 Prozent wieder ein. 2008 übernahm der Stuttgarter Autokonzern gemeinsam mit Rolls-Royce die Tognum vollständig, die danach in Rolls-Royce Power Systems umbenannt und im Jahr 2014 in den alleinigen Besitz der Briten übergegangen ist.

Auch andere, ursprünglich selbstständige Unternehmen wurden von Konzernen aufgekauft. 2002 wurde die Schweinfurter SenerTec Teil der britischen Baxi Group, die 2008 in dem niederländischen Heiztechnikhersteller De Dietrich Remeha aufging. Die in Lollar ansässige Köhler & Ziegler gehört seit 2010 zur Bosch Thermotechnik GmbH und wurde 2011 in Bosch KWK Systeme umfirmiert. Die ESS Energie Systeme & Service aus Landsberg am Lech, die Biogas-BHKW auf eigene Rechnung sowie Erdgas-BHKW für den zum Bosch-Konzern gehörenden Heiztechnik-Hersteller Buderus fertigte, wurde 2008 von der Viessmann-Gruppe übernommen. Die Mikro-BHKW ecopower erscheinen im Ranking 2002 schon unter dem Herstellernamen der 2004 gegründeten, zur Vaillant-Gruppe gehörenden PowerPlus aus Gera, die die Produktion von der Firma Valentin übernommen hatte. Kuntschar und Schlüter gehören inzwischen zur Wolf-Gruppe, deren Teil auch die Firma Dreyer & Bosse ist, die sich erstmals am Ranking von 2012 beteiligt hat. Die vormalige Haase Energietechnik aus Neumünster, die bereits im Ranking 2002 vertreten war, aber von 2006 bis 2009 und erneut ab 2013 keine Zahlen lieferte, wurde erst kürzlich von der BMF Gruppe übernommen und in BMF Haase umfirmiert. Die Hamburger Spilling gliederte ihre Mini-BHKW 2009 in die Powertherm Energie Systeme aus, deren Geschäftsbetrieb 2011 von der Cogenon übernommen wurde. Die Cogenon ging im Mai 2012 in der Remscheider Vaillant-Gruppe auf.
 
Zu- und Abgänge bei der BHKW-Umfrage
 
Die 2G Energy aus Heek (damals noch als 2G Energietechnik) ist seit dem Ranking 2004 dabei und hat sich aus dem Mittelfeld allmählich in die Spitzengruppe hochgearbeitet. Auch Giese nimmt seit dem Ranking 2004 an der Umfrage teil, wenn auch mit Lücken in 2007 und 2008. Seit dem Ranking 2005 beteiligen sich ETW Energietechnik und Seva Energie; für das gleiche Jahr hat auch erstmals, allerdings als Nachzügler, die Berliner SES Service EnergieSysteme ihre Absatzzahlen gemeldet. Mit dem Ranking 2006 stiegen KW Energie und Senergie (seit April 2014 unter dem Namen f.u.n.k.e. Senergie als selbstständiges Unternehmen zur f.u.n.k.e. Mittelstands GmbH gehörend) ein. Ein Jahr später folgte Schnell, im Ranking 2009 nahm erstmals E-quad Power Systems teil, 2010 EC Power, 2011 Elektro Hagl. Im gleichen Ranking war erstmals auch Agrogen aufgeführt, die zum 1. Januar 2014 eine 100-prozentige Tochter von Schnell wurde. Die Absatzzahlen der Agrogen werden deshalb seit dem Ranking 2013 bei denen ihrer Mutter mitgezählt. Burkhardt stieg 2012 ein. Bei der letzten Umfrage für das Jahr 2013 gehörten Centrax International, RMB/Energie und ETZ zu den Einsteigern.

Nur sporadisch oder mit großen Lücken haben Enertronic, SEF, MWB, energiewerkstatt, Abasto, Kuhse und Kirsch die Erhebungsbögen ausgefüllt. Einige Unternehmen haben den deutschen BHKW-Markt aufgegeben oder aufgeben müssen. Auf neue Schwerpunkte konzentrierte sich seit 2006 die im BHKW-Bau einst sehr aktive G.A.S. aus Krefeld, deren BHKW-Geschäft zum Teil die Pro2 und zum Teil die H.G.S. übernommen haben. 2006 schied die Berliner Menag Energie aus, die durch finanzielle Schwierigkeiten ihrer Schweizer Mutter in die Insolvenz gerissen wurde und deren Mitarbeiter zu der von der lettischen UPB Holding gegründeten Berliner UPB wechseln konnten. Die UPB stellt seit dem Ranking 2011, mit einer Lücke in 2012, ihre Daten zur Verfügung. Die zur Areva umfirmierte frühere Alstom Energietechnik konzentrierte sich ab 2006 auf den Bau von Biomasseheizkraftwerken. Die Offenbacher Sanevo meldete Anfang 2013 Insolvenz an, bedingt durch die Pleite ihres spanischen Lieferanten der Whispergen-Stirling-BHKW, der EHE Efficient Home Energy. Auch dieser Abgang wurde im BHKW-Ranking verzeichnet.

 
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Montag, 10.11.2014, 09:32 Uhr