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ENERGIEEFFIZIENZ:
Zeit für den Wandel
Damit die Energieeffizienz im Mittelstand besser vorankommt, müssen sich sowohl die Unternehmen wie auch die anbietenden Energieversorger ändern, stellt eine Studie fest.
 

Wenn es um die Steigerung der Energieeffizienz in Unternehmen geht, machen heute beide möglichen Partner, die mittelständischen Unternehmen wie die kommunalen und regionalen Energieversorger, Fehler und arbeiten nicht optimal zusammen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung, die das Hamburger Beratungshaus BDE-Consulting gemacht hat. Ausgewertet wurden dazu die Äußerungen von 20 mittelständischen Unternehmen und von 23 mittelgroßen Energieversorgern, die die Berater befragt haben. Die Antworten geben Tendenzen und Stimmungen richtig wieder, wenngleich die Prozent-Zahlen wegen der geringen Stichprobe nicht statistisch repräsentativ sind, sind die Autoren der Studie überzeugt.

Die Studie hält beiden Seiten Versäumnisse und Fehleinschätzungen vor. So gelinge es den Energieversorgern nicht, ihre Effizienz-Expertise erfolgreich zu vermarkten, und bei den Unternehmen sei der Leidensdruck durch die Energiepreise noch nicht groß genug, um engagiert und langfristig die Energieeffizienz zu steigern; immer noch werde lieber in Maßnahmen zur Ertragssteigerung in der Produktion investiert. Dabei berücksichtigten die Unternehmen aber nicht, dass die Energiepreise weiter steigen und Effizienzmaßnahmen damit rentabler werden.

Auf die Rolle des Energielieferanten reduziert

Trotz dieser Schwierigkeiten steigt bei den Unternehmen aber langsam das Bewusstsein für den effizienten Umgang mit Energie. Allerdings können die Energieversorger hier meist nicht am Marktwachstum partizipieren, denn sie werden auf die Rolle des Energielieferanten reduziert. Wenn mittelständische Unternehmen Effizienzdienstleistungen nachfragen, dann suchen sie eher nach privatwirtschaftlichen Anbietern, stellt die Studie fest. Bis zu 86 % der befragten Unternehmen bevorzugen eher solche Energiedienstleister, maximal 32 % ziehen zur Verbesserung der Energieeffizienz auch die Unterstützung von Energieversorgern in Betracht. Bei der Senkung des Energiebedarfs von Gebäuden sehen sich nach den Umfrage-Ergebnissen nur 9 % der Befragten nach einem EVU als Dienstleister um, bei der Heizungsmodernisierung sind es 5 % und bei der Optimierung des Energiebedarfs im Produktionsprozess 22 %.

Der Trend beim Energiesparen geht zur Untersuchung des Produktionsprozesses Bild: E.on

Den privaten Anbietern auf dem Energiedienstleistungs-Markt unterstellen die nachfragenden Unternehmen fachliche Qualifikation und Unabhängigkeit. Den Energieversorgern nimmt man der Studie zufolge das Bemühen um weniger Energieverbrauch ihrer Kunden nicht so richtig ab, weil dieser den Energieliefer-Interessen der Versorger widerspricht. Hinter Dienstleistungsprodukten ohne Einspargarantie vermuten die Mittelständler deswegen eine Absicherung des Gas- und Stromabsatzes des Versorgers.

Bislang haben die befragten Unternehmen vor allen Dingen die Energieeffizienz im Gebäudebereich gesteigert, etwa durch neue Heizungen. Jetzt verschiebt laut der Studie der Nachfrage-Schwerpunkt. 91 % der Unternehmen wollen innerhalb der nächsten fünf Jahre auch den Energieverbrauch in ihren Produktionsprozessen vermindern. Nur noch 57 % der Unternehmen planen weiter Verbesserungen bei den Gebäuden. Trotzdem wollen bisher nur wenige ganzheitliche Energiekonzepte für Gebäude, Anlagen und Produktionsprozesse realisieren, heißt es in der Studie.

Wissen nutzen, gezielt beraten

Wenn die Energieversorger künftig stärker an dem Effizienzmarkt teilnehmen wollen, müssen sie ihr Angebot stärker an dem Bedarf ausrichten, empfehlen die Autoren. Traditionelle Markenbotschaften wie Nähe und Sicherheit als kommunaler Partner würden künftig nicht mehr ausreichen. Nötig sei es vielmehr, den Kunden beim Energiemanagement und bei der Energieeinsparung branchenindividuell zu beraten.

Hier gibt es durchaus noch Verbesserungsmöglichkeiten, den nur 40 % der Vertriebe bei den Energieversorgern kennen die produktionsspezifischen Anforderungen ihrer Kunden, nur 20 % nutzen ihre Kundenkontakte, um den Bedarf für eine energetische Optimierung zu erfassen. In diesem Zusammenhang mahnt die Studie auch ein stärkeres unternehmerisches Risikobewusstsein bei den Versorgern an. Die Rolle des Partners für Energieeffizienz in mittelständischen Unternehmen sei insgesamt noch nicht richtig besetzt.

Auch die mittelständischen Unternehmen kümmern sich noch nicht intensiv genug um die Steigerung ihrer Energieeffizienz, stellt die Studie fest. Sie vertrauen dabei zu wenig auf externen Sachverstand und entwickeln lieber eigene Lösungen, die auch zulasten von mehr Effizienz gehen können. Die meisten Unternehmen (57 %) suchen nicht systematisch und strukturiert nach ihrem energetischen Optimum, nur 30 % wollen Energiemanagement und Effizienzsteigerung an einen externen Dienstleister vergeben.

Wege zum Erfolg

Trotzdem der Mittelstand Investitionen statt in Effizienzmaßnahmen lieber die Modernisierung der Produktion steckt, werden Finanzierungen und Contracting-Modelle nur zögerlich angenommen. Nur 5 % der befragten Unternehmen wollen bei der Finanzierung von Energiesparmaßnahmen auf externe Anbieter zurückgreifen. Zwei Drittel der Unternehmen haben Investitionen in diesem Bereich zurückgestellt oder nur in geringem Umfang durchgeführt.

Energieversorger können trotzdem erfolgreich in diesem Markt tätig werden, wenn sie ihre Vorzüge ausspielen, schreiben die Autoren der Studie. Die haben sie beispielsweise durch ein hohes Maß an persönlicher Betreuung und ein detailliertes Wissen um die Effizienz-Bedürfnisse des Unternehmens. Gegenüber den privatwirtschaftlichen Energiedienstleistern haben die Energieversorger außerdem den Vorteil der bereits bestehenden Geschäftsbeziehungen, das Wissen um die Verbräuche und Lastgänge und die örtliche Nähe zu den Kunden. Sie verfügen außerdem über ein Image als seriöses und verlässliches Unternehmen, 65 % der befragten Mittelständler sind mit ihrem Energieversorger zufrieden, nur 36 % haben bisher den Versorger gewechselt.

Damit die Effizienzpotenziale gehoben werden können, empfehlen die Autoren die Kooperation der Energieversorger untereinander sowie mit spezialisierten Ingenieurbüros, Handwerksbetrieben, Anlagenbauern und Sparkassen. Das Versorgungsunternehmen müsse die Angebote der Partner bündeln und in der Region zu einem „Generalunternehmer für die Energieeffizienz" werden. Gleichzeitig müsse die Marktkommunikation der Versorger dafür sorgen, dass das eingangs beschriebene Glaubwürdigkeitsproblem beseitigt wird.

www.bde-consulting.de  


 
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Montag, 02.07.2012, 09:09 Uhr