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Enerige & Management > IT - 450-MHz-Netz für den Smart Meter Rollout nicht entscheidend
Bild: Sergey Nivens / Fotolia
IT:
450-MHz-Netz für den Smart Meter Rollout nicht entscheidend
Ein Schreckensszenario aus dem Bundeswirtschaftsministerium wird in der Praxis kaum Relevanz haben.
 
Ein Brief des Bundeswirtschaftsministeriums an Ingrid Nestle, der E&M vorliegt, hat am Rosenmontag für etwas Verwunderung in der Metering-Szene gesorgt. Die Bundestagsabgeordnete der Grünen hatte gefragt: „Kann die Bundesregierung ausschließen, dass durch die bevorstehende Zuteilung der 450-MHz-Frequenzen die Zertifizierung der Smart Meter Gateways im Bereich Hardware oder Software überarbeitet werden muss (…)“?

In seiner Antwort schreibt Staatssekretär Ulrich Nußbaum von „signifikant nachteiligen Folgen für die Digitalisierung der Energiewende“, sofern ein 450-MHz-Breitbandnetz der Energiewirtschaft nur zum Teil zur Verfügung stünde. In Smart Meter Gateways müssten dann zwei Kommunikationsmodule verbaut werden und ein neues Hard- und Softwarekonzept wäre erforderlich. Von einer „umfassenden Neubearbeitung (…) des Zertifizierungsprozesses“ und von „mehrjährigen Verzögerungen“ ist die Rede.

Das Schreckensszenario, das Nußbaum zeichnet, hält Ingo Schönberg jedoch für eine rein theoretische Überlegung. Zwei Kommunikationsmodule gleichzeitig in einem Smart Meter Gateway, das „wird so nie gebaut“, so das Urteil des Vorstandsvorsitzenden der Power Plus Communications AG (PPC). „Man wird nicht ein WAN-Modul für kritische Infrastruktur und eines für sonstige Dienste vorsehen“, erklärt Schönberg im Gespräch mit E&M.

Als Anbieter von Smart Meter Gateways erhielt PPC im Dezember 2018 als erstes Unternehmen die Zertifizierung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die Gateways des Herstellers aus Mannheim sind mittlerweile für alle Kommunikationstechnologien zertifiziert: für CDMA 450, für die Weiterentwicklung LTE 450, für den herkömmlichen LTE-Mobilfunk und für Breitband-Powerline. Mit allen Technologien könnten auch Smart Meter Gateways angebunden und betrieben werden, betont Schönberg. Gleichwohl sei natürlich die 450-MHz-Frequenz sehr vorteilhaft, wenn etwa Geräte in Kellern hinter dicken Mauern verbaut seien, zu denen kurzwellige Funkfrequenzen nur schlecht vordringen könnten.

Anbindung intelligenter Messsysteme mit verschiedenen Kommunikationstechnologien möglich

In der aktuellen Diskussion müsse man aber auch bedenken, so Schönberg, dass die Energiewirtschaft in erster Linie die 450-MHz-Frequenz als schwarzfallfeste Kommunikationslösung in der Leittechnik und für den Betriebsfunk benötige. Hier bestehe für die Betreiber kritischer Infrastrukturen der dringlichste Bedarf. Für das intelligente Messwesen oder andere smarte Anwendungen sei die 450-MHz-Frequenz zwar sehr nützlich, aber nicht zwingend notwendig.

Die Äußerungen von Staatssekretär Nußbaum stehen im Zusammenhang mit dem derzeitigen Ringen um die Zuweisung der 450-MHz-Frequenz. Neben der Energiewirtschaft haben auch die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) sowie die Bundeswehr Interesse angemeldet. In den letzten Wochen ist es daher vor allem zwischen den BOS und der Energiewirtschaft zu einem regelrechten Schlagabtausch der Argumente gekommen. Das Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) sollte eigentlich in einer interministeriellen Abstimmung zwischen dem CSU-geführten Bundesinnenministerium und dem CDU-geführten Bundeswirtschaftsministerium eine Vermittlerrolle einnehmen und einen Konsens herbeiführen. Bisher ist den Mitarbeitern von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) dies jedoch nicht gelungen.

Konkret bezieht sich Nußbaums Stellungnahme auf das theoretische Szenario, dass den BOS die Frequenz zugewiesen würde und die Energiewirtschaft diese nur „mitnutzen“ dürfe. Eine teilweise Freigabe der Frequenz durch die staatlichen Organe würde sich jedoch nur auf die Absicherung der kritischen Infrastruktur beziehen und nicht auf die übrigen energiewirtschaftlichen Anwendungen. Um diese beiden Bereiche streng voneinander zu trennen, wäre laut einem vom BMVI in Auftrag gegebenen Gutachten der Einbau von zwei unterschiedlichen Kommunikationseinheiten eine Lösung – allerdings nur eine rein theoretische und praxisferne Lösung. Bereits vor einigen Monaten hatten die BOS ein Mitbenutzungsangebot an die Energiewirtschaft gerichtet, dass von VKU und BDEW damals jedoch als nicht praktikabel zurückgewiesen wurde.

 
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Montag, 24.02.2020, 16:05 Uhr