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Enerige & Management > Klimaschutz - Agora fordert schnellere Energiewende
Bild: Fotolia, bluedesign
KLIMASCHUTZ:
Agora fordert schnellere Energiewende
In einer digitalen Diskussion forderte die Denkfabrik Agora von der amtierenden Bundesregierung schnelle und entschlossene Maßnahmen für den Umbau der deutschen Energieerzeugung.
 
Die EU verschärfte ihr Treibhausgasreduktionsziel auf 55 % bis 2030 und die große Koalition fand am Wochenende einen Kompromiss für die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Vor diesem Hintergrund stellte die Denkfabrik Agora Maßnahmen vor, die zur Erreichung der ehrgeizigen Klimaschutzziele dienen. „Für das EU-Ziel von -55% bis 2030 müssen in den kommenden 10 Jahren etwa so viel Emissionen gespart werden wie in den vergangenen 30 Jahren“, sagte Patrick Graichen, Direktor der Agora Energiewende.

Dies sei nur möglich über eine schnelle Dekarbonisierung in Stromerzeugung, Industrie und Gebäudesektor, so das Fazit der Agora. Doch dafür biete die EEG-Novelle nicht die Basis. „Es fehlt das Mengengerüst für den Ausbau der erneuerbaren Erzeuger, höhere Ausschreibungsmengen und beschleunigte Genehmigungsverfahren“, kritisierte er den Gesetzentwurf.

Zum dringend nötigen Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung sagte er, die aktuellen Maßnahmen für den Windkraftausbau genügen noch nicht. Genehmigungsverfahren müssten vereinheitlicht werden, auch in Bezug auf den Artenschutz, sodass der nötige Zubau umgesetzt werden kann.
 
Steigerung des erneuerbaren Energieanteils in der EU bis 2030
Bild: Agora Energiewende

Jetzt schon handeln

„Die aktuelle Bundesregierung sollte noch die Standards im Gebäudesektor verschärfen und nicht Zeit verschenken bis nach der Bildung der neuen Regierung“, forderte Graichen zugleich mit Blick auf die Bundestagswahl im September 2021. Schweden habe es geschafft, in nur zehn Jahren seinen Klimagasausstoß im Gebäudesektor um 80 % zu senken. Das wurde durch Wärmepumpen für Einzelhäuser erreicht und Wärmenetze mit erneuerbarer Energieerzeugung in den Städten. „Das heißt, es ist technisch machbar im richtigen politischen Rahmen“, sagte Graichen.

Für die Dekarbonisierung in der Wärmeversorgung sei es gangbar, zunächst einmal auf Gaskraftwerke statt Kohle zu setzen. Diese müssten nur vorbereitet sein für spätere Wasserstoffnutzung. „Wasserstofferzeugung und Batteriespeicher sollten in der Fläche Überschüsse von erneuerbarem Strom aufnehmen“, appellierte Graichen. Auch die wachsende Flotte der E-Mobile sollte als Speicher genutzt werden.

Rahmen auch von der EU erwartet

Günter Hörmandinger, stellvertretender Direktor Agora Energiewende, erwartet von der EU mit Programmen zum Laden in Gebäuden und verschärften Abgasnormen mehr Druck in Richtung Elektromobilität. Graichen sagte, es sei planbar ein höherer CO2-Preis auf fossile Brennstoffe nötig, als bisher in Deutschland vorgesehen.

Mit ihm könnten schnellere Fortschritte im Gebäudesektor erreicht werden, kombiniert mit Förderungen für die Sanierung in Gebäuden und Heizungen. „Zugleich müssen wir Strom, der schon heute zu 50 % erneuerbar produziert wird, durch eine Reform der Abgaben und Umlagen preiswerter machen“, forderte Graichen.
 
Maßnahmen der EU-Kommission zur Erreichung der Treibhausgasreduktion bis 2030 Bild: Agora Energiewende

 
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Montag, 14.12.2020, 17:18 Uhr