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Enerige & Management > Stromnetz - Amprion mit Milliarden-Investition ins Netz
Bild: E&M, Jonas Rosenberger
STROMNETZ:
Amprion mit Milliarden-Investition ins Netz
Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion ist gut durch das Pandemie-Jahr 2020 gekommen und hat einen Jahresüberschuss auf Vorjahresniveau erzielt.
 
Mit dem Attribut "erfolgreich" hat CFO Peter Rüth das vergangene Geschäftsjahr der Amprion GmbH versehen. Die Umsatzerlöse stiegen insgesamt auf rund 15,50 Mrd. Euro (Vorjahr 14,35 Mrd. Euro). Die Summe setzt sich zusammen aus dem ergebnisneutralen EEG-Ausgleichsmechanismus mit 12,3 Mrd. Euro und dem Netzgeschäft mit 3,2 Mrd. Euro, dessen Erlöse gegenüber 2019 um rund 322 Mio. Euro gestiegen sind. Höhere Erlöse aus den Netzentgelten, aus der Umlage nach Paragraph 19 der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) sowie aus der Regelarbeit und der Bilanzkreisabrechnung sind dafür verantwortlich.

Bis 2030 sind Investition von 24 Mrd. Euro geplant

Der Jahresüberschuss liegt mit 217 Mio. Euro auf Vorjahresniveau. Davon werden 100 Mio. Euro ausgeschüttet und der Rest in die Rücklagen eingestellt, ist dem Geschäftsbericht zu entnehmen. Diese Mittel stehen damit für Netzinvestitionen zur Verfügung.

Das Gesamtvolumen der Investitionen beläuft sich im Geschäftsjahr 2020 auf rund 1,05 Mrd. Euro, was im Vergleich zum vorangegangenen Jahr einer Steigerung um rund 35 % entspricht. Dieser Betrag war zwar im Lagebericht 2019 prognostiziert, stellt aber dennoch einen besonderen Wert dar. Denn erstmals hat das Unternehmen damit mehr als 1 Mrd. Euro in das Netz investiert. Dabei entfielen laut Geschäftsbericht 910,5 Mio. Euro auf Erweiterungsinvestitionen und 141,3 Mio. Euro auf Erneuerungsinvestitionen und sonstige Investitionen.

Bis 2030 plant Amprion laut CEO Hans-Jürgen Brick rund 24 Mrd. Euro in den Netzausbau zu investieren, davon sind rund 8,4 Mrd. Euro für die Amprion Offshore GmbH vorgesehen.

Gerade im Offshore-Bereich hat sich Amprion viel vorgenommen. Gemeinsam mit sieben anderen europäischen Übertragungsnetzbetreibern, darunter auch 50Hertz, hat das Unternehmen die Eurobar-Initiative ins Leben gerufen. Im April dieses Jahres haben die Partner eine Absichtserklärung unterzeichnet mit dem Ziel, Offshore-Windenergie sicher und effizient in das europäische Stromnetz zu integrieren. Von aktuellen Projekten wie Punkt-zu-Punkt-Verbindung soll es perspektivisch hin zu einem vernetzten Offshore-System gehen, heißt es in einer Mitteilung. Deshalb soll die kommende Generation von Offshore-Anschluss-Systemen bereits standardisiert ausgelegt und damit "Offshore-Grid-ready" gemacht werden. So seien sie für die spätere Integration in Offshore-Netze vorbereitet.

Zusammenarbeit mit Eon soll vertieft werden

"Auch die Verbindung über die Netzebenen hinweg ist wichtig. Daher haben wir mit Eon vereinbart, unsere bestehende Kooperation weiter zu vertiefen und gemeinsam Innovationen voranzutreiben", sagt Brick nun bei der Vorstellung der Jahreszahlen für das vergangene Jahr. Eine engere Koordination von Verteil- und Übertragungsnetz hatten die beiden Unternehmen im Dezember 2020 angekündigt. Zwar funktioniere die Zusammenarbeit über die Hoch- und Höchstspannungsebene hinweg gut, in die Optimierung müsse aber auch die Verteilnetzebene eingebunden werden, da hier viele regenerative Erzeugungsanlagen einspeisen. Mit dem Ende der Kernenergie und dem Kohleausstieg kommen neue Herausforderungen auf die Systemführung zu, die es gemeinsam zu bewältigen gelte.

Auf das laufende Geschäftsjahr, in dem aktuell mehr als 2.100 Beschäftigte für Amprion tätig sind, blicken die Verantwortlichen optimistisch. "Die Geschäftsführung erwartet für das Geschäftsjahr 2021 aufgrund der regulatorischen Rahmenbedingungen und trotz der anhaltenden Corona-Pandemie eine weiterhin positive Entwicklung des Geschäftsverlaufs sowie eine stabile Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft", heißt es im Geschäftsbericht.
 

Fritz Wilhelm
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Freitag, 07.05.2021, 13:16 Uhr

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