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Enerige & Management > Stadtwerke - Auf dem Weg zum papierlosen Vertrieb
Bild: Fotolia.com, nmann77
STADTWERKE:
Auf dem Weg zum papierlosen Vertrieb
Die Digitalisierung wird Unternehmen, Prozesse und Geschäftsmodelle verändern, erwartet die Energiebranche.
 
Die Digitalisierung treibt die Energiewirtschaft um. Mehr als drei Viertel der Stadtwerke in Deutschland wollen sich in den nächsten zwei bis drei Jahren „stark oder sehr stark“ damit auseinandersetzen, zeigt die jetzt veröffentlichte Stadtwerkestudie 2018 des Bundesverbandes der Energie und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Unternehmensberatung EY. Daran beteiligt waren 101 deutsche Versorgungsunternehmen aller Größenordnungen. Befragt wurden deren Vorstände und Geschäftsführer.

„Die Digitalisierung ist in diesem Jahr zum Top-Thema der Stadtwerke geworden“, sagte EY-Berater Helmut Edelmann bei der Vorstellung der Studie auf dem BDEW-Kongress in Berlin. Auch die Einstellung der Stadtwerke habe sich gewandelt; 51 %, also über die Hälfte der Unternehmen, sehen die Digitalisierung inzwischen als Chance. Vor einem Jahr waren es erst 47 %.

Mithilfe digitaler Technologien wollen 59 % der Stadtwerke bis 2020 Effizienz und Geschwindigkeit ihrer Geschäftsprozesse deutlich steigern, 55 % wollen die Kommunikation mit Lieferanten und Kunden auf Echtzeitkommunikation in beide Richtungen umstellen.

Ganz oben auf der Liste der Digitalisierungsthemen stehe die Einführung intelligenter Zähler und Messsysteme, ergänzte Edelmann. Rund 26 % der Stadtwerke haben laut Studie schon mit dem Rollout begonnen, 33 % planen ihn für das laufende Jahr. Die Quote der Stadtwerke, die noch keine Strategie dafür haben, sei von zuletzt 46 % auf 30 % gesunken.

„Die intelligenten Systeme sind in Vorbereitung“, bestätigte Bernd Reichelt, Geschäftsführer der Stadtwerke Menden in Nordrhein-Westfalen. Als weitere wichtige Aufgabe sieht Reichelt, mit der Stadt Menden eine Roadmap zu entwickeln, um die Digitalisierung gemeinsam mit der Kommune angehen zu können. Die Digitalisierung umzusetzen sei aber auch eine Frage der richtigen Unternehmenskultur.

Effizienz und Geschwindigkeit der Geschäftsprozesse steigern

Als Hindernisse für die Digitalisierung macht Edelmann vor allem fehlende IT-Ressourcen und einen Mangel an Softwarespezialisten aus. Deutschlandweit würden im Moment 50 000 IT-Spezialisten gesucht, so der Berater. Für Stadtwerke sei es deshalb nicht einfach, geeignete Mitarbeiter zu finden.

Auf dem Gebiet der IT seien Kooperationen „dringend notwendig“. Sie seien das A und O der Digitalisierung, bekräftigte Edelmann. „Wir lösen vieles in Kooperationen“, pflichtete ihm Reichelt bei.

Relativ weit fortgeschritten ist die Digitalisierung schon im Energievertrieb. Das zeigte eine Diskussionsrunde über digitalen Vertrieb und seine Einführung auf revolutionärem oder doch nur evolutionärem Weg.

Verbraucher seien es gewohnt, mit ein paar Klicks bei Amazon einzukaufen, und das wollten sie auch bei Energie so handhaben, meinte Uli Huener, Innovationschef beim Energiekonzern EnBW. „Man kommt an dieser Nummer nicht mehr vorbei.“

Frank Brinkmann, Sprecher der Geschäftsführung des kommunalen Versorgers Drewag in Dresden, verwies zwar darauf, dass etwa ein Drittel der Kunden seines Unternehmens noch nicht in der digitalen Welt angekommen und teilweise noch nicht einmal per E-Mail zu erreichen seien. Er rechnet aber dennoch damit, in fünf bis zehn Jahren 75 % der Vertriebsprozesse digital abzuwickeln.

Matthias Trunk, Vertriebsvorstand der Berliner Gasag, kündigte an, bis 2021 vollständig auf papierlose digitale Kommunikation mit den Haushalts- und Gewerbekunden umzustellen. Die Gasag wolle zudem im Lauf des nächsten Jahres 17 digitale „Kundenreisen“ auf ihrem Vertriebsportal hinterlegen.

Brinkmann und Eon-Manager Patrick Eismann bewerteten den Aufwand für die IT-Ausstattung und den Bedarf an IT-Spezialisten als große Hürden für die weitere Digitalisierung des Energievertriebs. Als weitere Herausforderung sieht Eismann, dass der Gesetzgeber bei diesem Thema inzwischen deutlich hinter den Unternehmen herhinke.

 
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Donnerstag, 14.06.2018, 16:27 Uhr