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Enerige & Management > Verbände - BEE will Transformation der Wirtschaft zur Dekarbonisierung
Bild: Maxfotograph, Fotolia.com
VERBÄNDE:
BEE will Transformation der Wirtschaft zur Dekarbonisierung

Für den Wirtschaftsaufschwung nach der Corona-Krise fordert der BEE ein auf Nachhaltigkeit ausgelegtes Konjunkturprogramm. Dies stärke Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit.

 
Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) stellte am 25. Mai ein Positionspapier vor, wie Investitionen in ein regeneratives Energiesystem Wirtschaftserholung und Klimaschutz verbinden können. Die BEE-Präsidentin Simone Peter sagte, in Zeiten des Ausstiegs aus zentralen Großkraftwerke mit Kernkraft und Kohle: „Es braucht dezentrale, flexible Kapazitäten, die die weiter auszubauende fluktuierende erneuerbaren Energieerzeugung aus Sonne und Wind flankieren“.

Als grünes Back-up zur CO2-freien Energieerzeugung dienten Bioenergie und – vorübergehend – Erdgas-betriebene KWK-Anlagen und Gaskraftwerke, die zunehmend durch CO2-neutrale und CO2-freie Optionen ersetzt werden könnten. Allein der bestehende Biogasanlagenpark könne, wenn er auf eine flexible Fahrweise umgerüstet wird, so viel Leistung bereitstellen wie bis zu 60 Gaskraftwerksblöcke, sagte Peter. Ausreichend ausgebaute Stromnetze garantierten einen effizienten Ausgleich der dezentralen Erzeugung. Und auch Lastmanagement und perspektivisch Speicher- und Power-to-X-Anlagen seien notwendig, um Last und Erzeugung zeitlich aufeinander abzustimmen.

Erneuerbare ausbauen

Die deutsche Energiewende beweise schon heute, wie sich Ökonomie und Ökologie vereinbaren lassen, meint der BEE. Der erfolgreiche Ausbau der Erneuerbaren Energien sei in den vergangenen 20 Jahren de facto ein Konjunkturprogramm gewesen und gleichzeitig der bedeutendste Klimaschutzbeitrag unserer Geschichte. „Wir brauchen schnell ein Gesetz, das die längst überfällige Einigung zum Wegfall des PV-Deckels gesetzlich verankert, endlich eine neue Dynamik für Windenergie an Land, Wind-Offshore und Biomasse auslöst, sowie das Ziel, bis 2030 einen Anteil von mindestens 65 Prozent Erneuerbaren Energien am Strommix zu erreichen, festschreibt“, sagte Peter.

„Durch die Streichung von Bremsen kann die Bundesregierung kurzfristig hohe Investitionen bei den Erneuerbaren auslösen, die für hohe Steuereinnahmen in den Kommunen sorgen.“ Darüber gelte es, an der Einführung eines ersten zaghaften CO2-Preises in den Sektoren Wärme und Verkehr pünktlich zum Jahresbeginn 2021 festzuhalten. Um die Sektorenkopplung anzureizen, sei zudem eine Minderung der staatlich induzierten Bestandteile beim Strompreis wichtig. „Wenn die Bundesregierung die Stromsteuer auf die europarechtliche Mindesthöhe senkt und Industrieprivilegien im EEG aus dem Bundeshaushalt finanziert, hat sie sofort alle Mittel in der Hand, um die EEG-Umlage zu stabilisieren“, betonte Peter.

Gebäude und Mobilität

Im Gebäudebereich müsse insbesondere die Austauschrate fossiler Heizungen durch Erneuerbare Heizsysteme beschleunigt werden. „Eine Ausweitung der Austauschprämie auf alte Kohlekessel und Nachtspeicherheizungen würde ein wichtiges Signal in den Markt setzen“, so Peter. „Für kommunale Wärmenetze, die bisher fast ausschließlich durch fossile Brennstoffe gespeist sind, ist eine öffentliche Investitionsoffensive angebracht: Großwärmepumpen, große Solarthermie, Tiefen-Geothermie und Biomasseheizkraftwerke brauchen einen gezielten Markthochlauf.“

Im Mobilitätssektor müsse die öffentliche Hand den Auf- und Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur für batteriebetriebene Fahrzeuge und das Tankstellennetz für Fahrzeuge, die mit grünem Wasserstoff oder Biogas betrieben werden, forcieren, fordert der BEE. „Es darf keinesfalls eine Kaufprämie geben, die auf Diesel und Benziner setzt, denn diese sind ein Auslaufmodell und stehen allen Klimaschutzbestrebungen entgegen.

Für den ÖPNV und SPNV braucht es eine Anschaffungsoffensive für CO2-freie Fahrzeuge. Sämtliche staatlichen Kredite, Beteiligungen und Bürgschaften sollten mit Nachhaltigkeitskriterien versehen werden“, forderte Peter. „Es ist erfreulich, dass auch aus der Bundesregierung Stimmen kommen, die auf eine nachhaltige Ausrichtung staatlicher Investitionen pochen“, sagte Peter mit Blick auf das Bundesumweltministerium, das zeitgleich ähnliche Positionen veröffenrlichte.

Das Positionspapier   findet sich auf der Website des BEE zum Download.

 
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Montag, 25.05.2020, 12:54 Uhr