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Enerige & Management > Startklar - Benzin aus dem Blut rausbekommen
Bild: Picture Factory / Fotolia
STARTKLAR:
Benzin aus dem Blut rausbekommen
Mit der Enomo GmbH will der Autohändler Joan Hendrik Rüschkamp über eine Internet-Plattform als Schaufenster für diverse Dienstleister die Elektromobilität voranbringen.
 
Bei den Rüschkamps scheint das Verkaufen von Autos in der Familie zu liegen. Nach dem Einstieg in den Autohandel 1931 verkauft Joan Hendrik Rüschkamp heute sozusagen in dritter Generation Autos der Marken Opel, Suzuki, Peugeot, Chevrolet und Saab an gleich fünf Standorten in Westfalen.

Von Anfang an haben es ihm Elektroautos angetan, „da sie für mich die Idee einer bürgernahen, dezentralen Energieversorgung für Mobilität darstellen.“ Im Verlauf der Jahre verkaufte der gebürtige Westfale über 100 E-Autos an Privatkunden, bei dem in der Vergangenheit sehr beschränkten Angebot durchaus eine Leistung.

So zählte Rüschkamp 1993 zu den wenigen Vertragshändlern für den legendären "Hotzenblitz", das erste „richtige“ Elektroauto hierzulande. Daran erinnert noch heute ein roter Hotzenblitz, der in der Ausstellungshalle am Verkaufsstandort in Lüdinghausen südwestlich von Münster steht. Danach versuchte er Kunden für den Peugeot iOn und neuerdings für den Opel Ampera zu begeistern.

An der Elektromobilität führt für ihn kein Weg vorbei. Diese Verkehrswende auf den bundesdeutschen Straßen macht für ihn nur dann Sinn, „wenn die Elektromobilität mit erneuerbaren Energien verknüpft wird.“ Sein Credo lautet deshalb: „Wir müssen das Benzin aus dem Blut raus- und stattdessen die erneuerbaren Energien reinbekommen.“
 
Joan Hendrik Rüschkamp: "Auf unserer Plattform arbeiten verschiedene Anbieter Hand in Hand zusammen."
Bild: Ralf Köpke

Helfen soll dabei ein Start-up, das Rüschkamp im vergangenen Sommer gegründet hat: Die "enomo GmbH" (Enomo ist ein Kunstwort, das sich aus „en“ wie Energie und „mo“ wie Mobilität mit einem „o“ als Verbindungsvokal zusammensetzt) ist ein konzernunabhängiges Internetportal, bei dem Energie, Mobilität, das Speichern von Strom und die Ladeinfrastruktur im Fokus stehen. Auf der Plattform präsentieren sich bereits erste Solaranbieter, Autohäuser oder Dienstleister rund um die Elektromobilität wie beispielsweise Ladekartenanbieter.

Gesucht sind Leistungspartner und Mitgesellschafter

Von solchen Unternehmen, Rüschkamp nennt sie „Leistungspartner“, will er mehr gewinnen – und zwar bundesweit: „Enomo bietet den Vorteil, dass sich interessierte E-Mobilisten über die volle Bandbreite informieren und bei Bedarf ihr Wunschpaket von Photovoltaikanlage bis hin zum Auto mit wenigen Klicks zusammenstellen können“, erklärt er. Sein Ziel sei es, die Möglichkeiten der Digitalisierung für den Durchbruch der Elektromobilität zu nutzen.

Mehr Leistungspartner heißt gleichzeitig mehr Gebühren für Enomo, denn jedes Unternehmen zahlt für die Präsenz auf der Plattform. Ein Geschäftsmodell, für das sich der Mittfünfziger bewusst entschieden hat: „Auf Enomo bietet nicht ein Unternehmen alles aus einer Hand in Sachen E-Mobilität an, sondern verschiedene Anbieter arbeiten auf der Plattform Hand in Hand zusammen.“

Nachdem Rüschkamp mittlerweile einen sechsstelligen Betrag in den Aufbau des Portals investiert hat, sucht er derzeit nach einem oder mehreren Mitgesellschaftern. Als positives Zeichen wertet es der ökoaffine Autohändler, dass er die GLS-Bank jüngst als strategischen Partner für Enomo gewinnen konnte: „Als seriöses und im Bereich der erneuerbaren Energien sehr erfahrenes Bankhaus, das die Ökoszene seit Jahrzehnten kennt, unterstützt GLS sicherlich kein Unternehmen ohne Erfolgsaussichten.“

 
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Freitag, 12.01.2018, 11:37 Uhr