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Enerige & Management > Veranstaltung - Berliner Energietage online gestartet
Bild: Fotolia.com, Les Cunliffe
VERANSTALTUNG:
Berliner Energietage online gestartet
Mit Appellen, Klimaschutz und Konjunkturerholung zu verbinden, haben die Berliner Energietage begonnen, wegen der Corona-Pandemie per Videokonferenz.  
 
Im Rahmen der Berliner Energietage laden vom 26. Mai bis 17. Juni 50 Einzelveranstaltungen zu Energiediskussionen ein. Eröffnet wurden die Energietage mit einer Videobotschaft von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Sie verwies darauf, dass Klimaschutz in Deutschland nunmehr gesetzlich verankert ist und es darauf ankomme, die richtige Route auf dem Weg zur Klimaneutralität 2050 abzustecken. Dazu gehöre auf jeden Fall der weitere Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung, sagte Schulze. Sie verwies auf das gestern vorgestellte Programm ihres Ministeriums zur klimafreundlichen Ausgestaltung der Konjunkturprogramme für die Erholung nach Corona. Das Regierungsprogramm soll in der kommenden Woche verabschiedet werden.

Für das Bundeswirtschaftsministerium sprach Thorsten Herdan, Leiter der Abteilung Energiepolitik, Wärme und Effizienz, zu den Kongressteilnehmern. Er verwies auf die Erfolge in der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen. Dank des sinkenden Strombedarfs in Corona-Zeiten produzierten Sonne, Wind und Biomasse in diesem Jahr schon fast 50 % des deutschen Strombedarfs. Allerdings steige dadurch die EEG-Umlage deutlich an, die im Moment allein von Stromkunden bezahlt werde.

„Wir müssen Maßnahmen ergreifen, damit die EEG-Umlage den Aufschwung nach der Corona-Krise nicht abbremst“, mahnte Herdan. Im Moment zahlen Endverbraucher 6,75 Ct/kWh ihres Strompreises für die Förderung erneuerbarer Stromerzeuger. Experten warnen, dass dies im nächsten Jahr 8 bis 9 Ct/kWh werden könnten. Darum gibt es Überlegungen, einen Teil der EEG-Umlage künftig aus dem Haushalt oder Einnahmen aus der CO2-Steuer auf Brennstoffe zu finanzieren.

Wärmewende hinkt hinterher

Deutlichen Nachholbedarf habe der Klimaschutz im Wärmebereich: 50 % des deutschen Energiebedarfs werden hier verbraucht – aber nur 15 % davon erneuerbar produziert. „Hier ist viel Schub nötig“, sagte Herdan. Prozesswärme der Industrie müsse stärker genutzt werden, wofür sein Ministerium den Dialog 2030 zur Wärmewende begonnen habe. Im Rahmen der deutschen EU-Präsidentschaft ab Juli 2020 wolle sein Haus auch für Europa ein European-Renovation-Programm anschieben, um überall mehr erneuerbare Wärme zu nutzen.

Gebäude seien heute ein Schwerpunkt im Energieverbrauch, sollten aber in Zukunft auch Energieproduzenten werden. Das erspare auch lange Transportwege. Herdan begrüßte, dass die im Klimaschutzplan vom Herbst 2019 beschlossenen Förderprogramme Marktanreiz und CO2-Reduzierung stark nachgefragt würden. „Wir haben mehr als 150 Prozent Nachfrage der Sanierungsprogramme für Bestandsgebäude und für energieeffiziente Neubauten im Vergleich zum Vorjahr“, sagte Herdan.

Energieeffizienz erhöhen

„Auch Energieeffizienz ist wichtig, um so wenig wie möglich zu verschwenden“, betonte der Abteilungsleiter. Diese solle ebenfalls EU-weit verbessert werden, um die Klimaschutzziele erfüllen zu können. Deutschland könne hier viel Wissen weitergeben, da seine Wirtschaft im internationalen Vergleich effizient arbeitet und es geschafft hat, Wachstum und Energieverbrauchsanstieg zu entkoppeln. „Wenn wir alles dekarbonisieren, können wir nicht nur auf erneuerbarer Strom setzen, wir brauchen auch erneuerbare Gase“, betonte Herdan. Daher komme die Wasserstoffstrategie in Kürze, weil Deutschland die Technologie dafür entwickeln und exportieren will. Der Stromerzeugung durch Windturbinen offshore komme dafür eine hohe Bedeutung zu. Ihr Potenzial sollte aber von den Nordseeanrainern kooperativ erschlossen werden und mit Wasserstoffproduktion gekoppelt werden, forderte Herdan.

Bis zum 17. Juni stehen Themen wie Emissionshandel, Fassadensanierung und Energienetzwerke in deutschen Wohnquartieren auf dem Plan der Berliner Energietage. Zu den Mitveranstaltern gehören drei Bundesministerien, das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, diverse Fraunhofer-Institute und die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) sowie zahlreiche Dach-, Bundes- und Umweltverbände relevanter Branchen. Bislang haben sich über 13.000 Teilnehmer angemeldet.

Programm und Anmeldung   gibt es online.

 
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