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Enerige & Management > KWK - BHKW-Bau unter Zeitdruck
Wärmespeicher Heizzentrale Nord 2020 Bild: Stadtwerke Bayreuth
KWK:
BHKW-Bau unter Zeitdruck
Die Stadtwerke Bayreuth errichten ein innovatives KWK-System (iKWK). Eine der großen Herausforderungen dabei ist der Zeitdruck, unter dem es realisiert werden muss.
 
Mit „Mut und Zuversicht“ geht Jürgen Bayer, Geschäftsführer der Stadtwerke Bayreuth, das iKWK-Projekt an, für das die Stadtwerke die Auktion bei der Bundesnetzagentur gewonnen haben. Bayer stellte Details zu dem Projekt auf einer KWK-Tagung an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden vor. Nach den Ausschreibungsbedingungen muss es innerhalb von nur 48 Monaten errichtet werden.

Das neue iKWK-Projekt der Stadtwerke wird in der Wärme- und Kältezentrale Nord der Universität Bayreuth realisiert. Erst vor Kurzem hat man die dortige Kältezentrale Süd modernisiert, von der aus auch der botanische Garten mit Wärme versorgt wird. Beide Zentralen speisen in ein gemeinsames Nahwärmenetz zur Versorgung des 40 Hektar großen Campus ein.
 
Die Kältemaschinen in der Heizzenztrale Nord
Bild: Stw Bayreuth

Für das iKWK-System sehen die Ausschreibungsregeln die Kopplung von KWK-Anlagen mit regenerativen Wärmeerzeugern vor. Dabei müssen diese mindestens 30 % der Wärme erzeugen. Zudem ist ein elektrischer Wärmeerzeuger einzuplanen, der mindestens 30 % der Wärme bereitstellen kann.

Um überhaupt an der Ausschreibung teilnehmen zu können, sind vorab 70 Euro je kW Leistung, bezogen auf die KWK-Anlage, zu hinterlegen. Bei den geplanten 3,4 MW elektrischer Leistung für das BHKW sind das rund 240.000 Euro, rechnete Bayer vor. Dieses Geld wird nicht zurückerstattet, wenn das Projekt nicht innerhalb von 48 Monaten umgesetzt ist.

Die Universität ist bereits Contractingkunde der Stadtwerke

In diesem Zeitraum müssen alle Genehmigungen eingeholt und erteilt sowie die Anlage betriebsbereit errichtet sein. Zuvor muss sich der Teilnehmer an der Ausschreibung mit einem Kunden über die Eckdaten des Projekts geeinigt haben, um bei der Ausschreibung konkrete Zahlen präsentieren zu können, verdeutlichte Bayer den Zeitdruck eines solchen Projekts. Zudem sind die Anschlüsse an das Gas- und Stromnetz zu prüfen.

In Bayreuth kam den Stadtwerken der Umstand entgegen, dass die Universität bereits Contractingkunde ist. Das EVU versorgt sie über zwei Energiezentralen, die durch Wärmenetze verbunden sind. Dafür gibt es Leitungen mit 90 Grad Celsius Vorlauftemperatur und solche mit 50 Grad Celsius. Einige Liegenschaften versorgt man das ganze Jahr über mit 50 Grad Celsius, in den Sommermonaten bekommen alle Abnehmer nur 50 Grad Celsius. Gaskessel, BHKW und Elektrodenkessel aus der iKWK-Anlage können in beide Versorgungsstränge einspeisen.
 
Heizzentrale Nord mit Elektrodenkessel (im Schrank)
Bild: Stw Bayreuth

Für die Energieversorgung der Universität sind bisher zwei Gaskessel, ein Elektrodenkessel mit 6 MW und drei Kältemaschinen installiert. Die Kälteerzeugung hat 6 MW Leistung, bei der Wärmeerzeugung rechnet Bayer mit zusammen 20 MW. Außerdem gibt es drei Pufferspeicher.

Für das künftige Energiesystem werden noch eine Wärmepumpe mit etwa 1,3 MW, ein Blockheizkraftwerk mit 3,4 MW und zwei Kühltürme gebaut. Alle Bausteine verknüpft man über eine neue Mess-, Steuer- und Regeltechnik. An Wärme benötigt die Universität jährlich rund 27 Mio. kWh, an Kälte etwa 6 Mio. kWh.
Bei der Erstellung eines speziell auf die Universität zugeschnittenen Wärme- und Kältekonzepts hat die OTH in Amberg die Stadtwerke Bayreuth unterstützt. Das dortige Institut für Energietechnik begleitete laut Bayer auch die Antragstellung und die Festlegung der Kriterien für die flexible Steuerung. Für die Gasversorgung des Blockheizkraftwerks lässt sich eine Leitung in der Nähe nutzen, auch ein Einspeisepunkt in das Stromnetz ist vorhanden.

Insgesamt investieren die Stadtwerke in die modernisierte Energieversorgung 5 Mio. Euro. Die ersten Planungen startete man im Herbst 2017. Im März 2020 begannen die Baumaßnahmen, derzeit läuft die Ausschreibung für die Technik. Die Inbetriebnahme der innovativen Energieversorgung ist für das erste Quartal 2021 geplant.

 
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