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GAS:
Bioerdgas einfach ins Netz
Für die derzeit größte deutsche Bioerdgas-Anlage in Könnern hat der Investor agricapital den Netzbetreiber Mitgas als Partner gewonnen. Der sieht den erneuerbaren Energieträger als Geschäftsfeld der Zukunft.
 
Es ist ein unscheinbares schwarzes Rohr, das aus dem grünen Container in die Erde führt. Hier, an der Gaseinspeise-Station in der Bioerdgas-Anlage Könnern in Sachsen-Anhalt, beginnt der 350 m kurze Weg für den erneuerbaren Energieträger in das Netz des regionalen Gasversorgers Mitgas GmbH. Im Dezember 2007 speiste die von der Münsteraner agricapital GmbH errichtete Anlage erstmals Bioerdgas ins Mitgas-Netz. Bis zum 1. April will agricapital-Geschäftsführer Bernd Hugenroth die projektierte Leistung von 600 Nm3/h Bioerdgas erreichen. Künftig sollen so jährlich 42 Mio. kWh Bioerdgas produziert werden. Damit ist die Anlage in Könnern laut agricapital derzeit die größte Bioerdgas-Anlage in Deutschland. Den hier erzeugten erneuerbaren Energieträger will Mitgas-Geschäftsführer Jens Horn an Kunden mit Kraftwärme-Kopplungsanlagen, an Haushaltskunden und Erdgastankstellen liefern. "Mitgas wird noch im ersten Halbjahr 2008 mit einem Bioerdgas-Produkt auf den Markt kommen", kündigte Horn an. Ein Produkt für Tankstellen soll 2009 folgen. "Bioerdgas ist für uns ein wichtiges Geschäftsfeld der Zukunft", so der Mitgas-Geschäftsführer. Zwar ist sein Einkaufspreis derzeit etwa doppelt so hoch wie der von fossilem Erdgas. Dieser Preisunterschied soll Horn zufolge aber nicht vollständig auf den Endkundenpreis durchschlagen.

Die Anlage in Könnern baut auf einer von der Envitec Biogas AG errichteten Biogas-Standardanlage mit vier Fermentern auf. Sie verarbeiten jährlich 50 000 t Gülle, Getreide und Maissilage von Agrarbetrieben der Region zu 10 Mio. m3 Rohbiogas. Eine Druckwasserwäsche, die ebenso wie die Einspeisestation von der schwedischen Firma Malmberg geliefert und installiert wurde, reinigt das Rohbiogas von Kohlendioxid sowie Schwefelwasserstoff und veredelt es zu Methan. Durch den Zusatz von Propangas und einem geringen Anteil Butangas erreicht das Biomethan schließlich den Brennwert von Erdgas. Schließlich muss noch der Gasdruck an die 16 bar in der Mitgas-Leitung angepasst und der erdgasspezifische Warngeruch zugesetzt werden, bevor das Bioerdgas ins Netz gespeist werden kann. Über größere Probleme mit der Einspeisung, die von früheren Bioerdgas-Projekten bekannt sind, berichteten nach einer entsprechenden E&M-Frage weder Hugenroth noch Horn. Eine Ursache für diese Harmonie könnte darin liegen, dass agricapital die Mitgas als Betreiber der Gasdruck-, Mess- und Regeltechnik gewinnen konnte. "Mitgas hat sich verhalten wie ein pragmatischer Mittelständler", bescheinigte Hugenroth dem Partner. "Die Technik läuft problemlos", berichtete Horn.

Regionalversorger als pragmatischer Mittelständler

Die Anlage in Könnern ist die erste von fünf Biomethan-Anlagen, die agricapital derzeit in Bau und Planung hat. Bisher betreibt das Münsteraner Unternehmen an 37 Biogas-Standorten Kraftwerke mit einer Stromleistung von insgesamt 30 MWel. Mit der Biogas-Einspeisung in Könnern geht agricapital laut Hugenroth den ersten Schritt von der dezentralen Energieerzeugung zu einer netzzentrierten Produktion. "Wir können nun standortunabhängig Strom und Wärme aus Biogas anbieten." Der agricapital-Geschäftsführer will auch anderen Betreibern von Biogas-Anlagen anbieten, ihre Anlagen so nachzurüsten, dass sie Bioerdgas produzieren und ins Netz einspeisen können. Eine wichtige Rolle für die Wirtschaftlichkeit spielt dabei die Entfernung der Anlagen zur nächsten Erdgasleitung. Auf eine Richtlänge dafür wollte sich Hugenroth nicht festlegen: "Einige Kilometer können sie schon von der Leitung entfernt sein."

Bioerdgas-Anlage Könnern

Einsatzstoffe: 50 000 t/a Maissilage, Getreide, Gülle
Rohbiogas-Produktion: 10 Mio. m3/a
Bioerdgas-Produktion: 6 Mio. m3/a
Einspeisedruck: 16 bar
Investition: 9 Mio. Euro


 
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Freitag, 29.02.2008, 13:03 Uhr