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Enerige & Management > Studien - BMWi schreibt Analyse zu Perspektiven der konventionellen Energiewirtschaft aus
Bild: alphaspirit / Fotolia
STUDIEN:
BMWi schreibt Analyse zu Perspektiven der konventionellen Energiewirtschaft aus
Ein ganzes Paket von Studien, die das BMWi Ende Oktober ausgeschrieben hat, soll als Basis für die Weiterentwicklung von politischen Rahmensetzungen dienen. Im Fokus: Kohlekraft.
 
Kohleausstieg und Strommarktdesign werden absehbar bestimmende Themen der Energiepolitik in der neuen Legislaturperiode sein. Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) will dafür wissenschaftliche Grundlagen legen: „Die Energiewirtschaft im Rahmen der Energiewende: Wissenschaftliche Analysen zu wirtschaftlichen Fragen und Zukunftsperspektiven der Energiewirtschaft (kurz: EVU Strukturwandel)" lautet der Titel des ausgeschriebenen Studienpaketes.

„Durch die Energiewende verändern sich die Märkte für Strom, Regelenergie und Wärme. Die Betriebs- sowie Investitionsbedingungen und Wettbewerbsfähigkeit der Branche verändern sich nachhaltig“, konstatiert das BMWi. Es ergäben sich neue Anforderungen an die Energiewirtschaft insgesamt wie auch an die strategische und operative Ausrichtung der einzelnen Unternehmen. Wertschöpfungsketten ändern sich. Als Stichworte werden auch Digitalisierung und Sektorkopplung genannt. Die konventionelle Erzeugung bleibe wichtig, spiele aber eine neue Rolle, heißt es weiter.

Ziel der ausgeschriebenen Studien sei es, „wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über die wirtschaftliche Situation und die Perspektiven der EVU in Deutschland zu gewinnen“, so das BMWi. Die Analyse, bei der es vor allem um Unternehmen mit dem Fokus Strom geht, soll auch Input für die Leitstudie Strom liefern.

Wirtschaftliche Perspektiven der konventionellen Erzeugung

Sie ist in fünf Arbeitspakete gegliedert. Im ersten sollen unter anderem die Verflechtungen und Beteiligungen der Unternehmen und ihre Stellung – auch im europäischen - Markt untersucht werden. Betrachtet werden sollen zehn ausgewählte EVU, und zwar die mit der höchsten Erzeugung, dem höchsten Umsatz und dem höchstem Anteil an den Stromendkundenmärkten. Dabei sollen mindestens drei Stadtwerke einbezogen werden. Als Vergleichsmärkte dienen Frankreich, Skandinavien und die Niederlande. Für diese Kurzstudie mit Factsheets ist ein Umfang von insgesamt 50 Seiten angesetzt, sie muss innerhalb von sechs Monaten fertiggestellt und soll danach alle sechs Monate aktualisiert werden.

Ein weiteres Arbeitspaket umfasst das unternehmerische Investitionsverhalten und die Strategien der EVU. Hier geht es laut den Angaben vor allem um Betreiber konventioneller Kraftwerke, die mit Kohle oder Gas betrieben werden. Insbesondere die Einflussfaktoren auf die Einnahmeseite der Unternehmen sollen hier untersucht werden, etwa die Erlöse aus der Stromvermarktung in unterschiedlichen Vertragskonfigurationen, die Zinssituation, Investitions-, Projekt- und Planungskosten oder auch stranded Investments.

Folgen des Strukturwandels abschwächen

Das BMWi interessiert sich besonders für die Situation und Strategien der Unternehmen, die Kohle zur Stromerzeugung nutzen, und widmet diesen zusätzlich noch ein weiteres Arbeitspaket. Einbezogen werden sollen hier unter anderem auch neue, innovative Geschäftsmodelle. Untersucht werden soll, „wie etwaige nachteilige Effekte des Strukturwandels im Unternehmen reduziert werden könnten“. Aus der Analyse sollen in der Studie auch Handlungsempfehlungen für den „politisch-regulatorischen Rahmen“ abgeleitet werden. Eine gesonderte Kurzstudie ist im Rahmen des Paketes für die Braunkohle-Tagebaubetreiber (Kosten- und Erlösstruktur, Rückstellungen, Gesamtbilanz) vorgesehen.

Das fünfte Arbeitspaket ist den mittel- und langfristigen wirtschaftlichen Perspektiven der konventionellen Energiewirtschaft insgesamt im Rahmen der Energiewende gewidmet. Hierzu soll eine „Ziel- und Zukunftsvision“ mit Zeithorizont 2030 entwickelt werden. Als Stichworte dazu werden auch Digitalisierung und Blockchain genannt. Das BMWi wünscht zudem die Entwicklung konkreter Ansätze dazu, wie etwaige Effekte des Strukturwandels „vermieden oder zumindest gedämpft werden können“.

Die Ausschreibungsfrist läuft bis 27. November, die Studien sollen innerhalb eines Jahres fertiggestellt werden.

 
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Donnerstag, 02.11.2017, 12:55 Uhr