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Enerige & Management > Bilanz - Bosch setzt weiter auf Klimaschutz
Bild: alexmat46, Fotolia
BILANZ:
Bosch setzt weiter auf Klimaschutz
Der Klimaschutz und die Reduktion der CO2-Emissionen stehen nach wie vor und trotz der aktuellen Schwierigkeiten durch die Corona-Krise im Fokus der Bosch-Gruppe.
 
Das Unternehmen, das an seinen weltweit fast 100 Standorten die Produktion unterbrechen musste, bereitet sich derzeit wieder auf einen schrittweisen Hochlauf der Fertigung vor, sagte Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens. Ein Schwerpunkt der Bemühungen, die Produktion wieder aufzunehmen, liege auf Teilen, die in der Automobilproduktion benötigt werden.

Zugleich produziert das Unternehmen einen neu entwickelten Covid-19-Schnelltest und das Analysegerät Vivalytic. Auch in der Herstellung von Mund- und Nasenmasken sei man in 13 Werken in neun Ländern weltweit aktiv.

Umsatz nahezu stabil geblieben

Im Geschäftsjahr 2019 habe sich das Unternehmen vor dem Hintergrund einer weiter abgeschwächten Weltkonjunktur und einer um 5,5 % rückläufigen Automobilproduktion gut behauptet, erklärte Stefan Asenkerschbaumer, Finanzchef und stellvertretender Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung.

Die Umsatzerlöse lagen mit 77,7 Mrd. Euro nur um 0,9 % unter Vorjahresniveau; wechselkursbereinigt sanken sie um 2,1 %. Das operative Ergebnis der Bosch-Gruppe vor Finanzergebnis und Steuern (operatives Ebit) lag bei 3,3 Mrd. Euro, die operative Ebit-Rendite bei 4,2 %. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung stiegen auf 6,1 Mrd. Euro oder 7,8 % vom Umsatz.

Der umsatzstärkste Unternehmensbereich ist Mobility Solutions. Er erwirtschaftete im letzten Jahr einen Umsatz von 46,8 Mrd. Euro. Im Unternehmensbereich Energy and Building Technology stiegen die Erlöse um 1,5 % auf 5,6 Mrd. Euro. Die operative Ebit-Rendite beträgt hier 5,1 % vom Umsatz.

Für das laufende Geschäftsjahr stellt sich die Geschäftsführung auf eine globale Rezession ein. Im ersten Quartal dieses Jahres fiel der Umsatz der Bosch-Gruppe um 7,3 % und lag damit deutlich unter dem Vorjahresniveau. Alleine im März 2020 betrug der Rückgang 17 %. Das Ziel bleibe aber die mittelfristige Rückkehr zu einer operativen Rendite von rund 7 %, ohne die wesentlichen Zukunftsaufgaben zu vernachlässigen, betonte der Finanzchef.

Nach wie vor ehrgeizige Ziele beim CO2

Zu den wesentlichen künftigen Zielen des Unternehmens im Bereich Umweltschutz gehört das Erreichen der CO2-Neutralität aller 400 Standorte bis Ende 2020. Dies hatte man vor knapp einem Jahr angekündigt. Bosch-Chef Denner bekräftigte jetzt: „Dieses Ziel werden wir erreichen“. Seit Ende 2019 seien bereits alle Standorte in Deutschland CO2-neutral, weltweit habe man das Ziel heute zu 70 % erreicht.

Zum Erreichen der Ziele investiert man in Energieeffizienz, erhöht den Anteil regenerativer Energien und kauft vermehrt Ökostrom ein. Ein dann noch unvermeidbarer CO2-Ausstoß wird kompensiert. Nur 25 statt zunächst geplant nahezu 50 % müsse man kompensieren. "Wir kommen damit bei der Steigerung der Qualität unserer Maßnahmen schneller voran als erwartet“, sagte Denner.

Die eigenen Anstrengungen beim Klimaschutz sollen auch auf die Partner in der Produktionskette abfärben. Alle vor- und nachgelagerten Aktivitäten sollen möglichst klimaneutral werden. Zudem bündelt das Unternehmen in der neuen Beratungsgesellschaft „Bosch Climate Solutions" künftig sein Wissen und die Erfahrung von nahezu 1.000 Bosch-Experten weltweit und aus mehr als 1.000 eigenen Energieeffizienz-Projekten.

Wasserstoff und E-Fuels für die Mobilität

Bei der technischen Weiterentwicklung im Bereich der Mobilität setzt Bosch auf batterieelektrische Antriebe, aber auch auf effiziente Verbrennungsmotoren und den Einsatz synthetischer Kraftstoffe (E-Fuels) sowie auf Brennstoffzellen. „Der Klimaschutz bleibt für die Menschheit überlebenswichtig − er kostet. Aber Nichtstun wird noch teurer“, betonte Denner. Er forderte in diesem Zusammenhang für die Zeit nach der Corona-Krise einen mutigen Einstieg in die Wasserstoff-Wirtschaft und in die E-Fuels-Produktion. Nur so kann seiner Einschätzung nach Europa bis 2050 klimaneutral werden.

Bosch arbeitet an der Entwicklung mobiler Brennstoffzellen für schwere Nutzfahrzeuge, wie auch an stationären Brennstoffzellen, etwa für die Stromversorgung von Rechenzentren. Das Unternehmen rechnet bereits 2030 mit einem Marktvolumen von mehr als 20 Mrd. Euro für Brennstoffzellen-Kraftwerke.

Im Bereich der Heizungsmodernisierung setzt man ebenfalls auf immer mehr elektrische Lösungen mit Wärmepumpen. „Wir erwarten eine Dekade der Elektrifizierung im Heizungskeller“, sagte der Bosch-Chef voraus. Das Unternehmen investiert deswegen zusätzlich 100 Mio. Euro ins Wärmepumpen-Geschäft und will seine Entwicklung ausbauen sowie die Marktanteile verdoppeln.

 
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