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Enerige & Management > Unternehmen - Bosch steigt ganz aus der Photovoltaik aus
Bild: Fotolia.com, itestro
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Bosch steigt ganz aus der Photovoltaik aus
Nachdem sich die Bosch-Gruppe 2012 aus dem Geschäftsbereich Dünnschicht-Solarmodule zurückgezogen hat, wird nun auch das Segment kristalline Photovoltaik aufgegeben.
 
Aufgrund der weltweiten Überkapazitäten in der Photovoltaik-Branche rutschte die Bosch Solar Energy AG zuletzt in die roten Zahlen. „Trotz umfangreicher Maßnahmen zur Senkung der Herstellkosten im vergangenen Jahr konnten wir den Preisverfall von bis zu 40 Prozent nicht kompensieren“, sagte Stefan Hartung, Aufsichtsratsvorsitzender der Bosch Solar Energy AG und Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH am 22. März. Die Verluste des Geschäftsbereiches Solar Energy mit derzeit rund 3 000 Mitarbeiter summierten sich im vergangenen Jahr auf rund 1 Mrd. Euro.

„Bosch hat in den vergangenen Monaten alle Aspekte des Solar-Geschäfts im Hinblick auf weitere Fortschritte bei der Technologie, bei Kostensenkungspotenzialen sowie bei der strategischen Ausrichtung umfassend geprüft. Dazu gehörten auch Gespräche mit potenziellen Partnern“, erklärte Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung von Bosch. Doch aus keiner dieser Möglichkeiten habe sich eine wirtschaftliche und langfristig tragfähige Lösung ergeben.

Daher sei die Entscheidung getroffen worden, die Fertigung von Ingots und Wafern - die Vorprodukte für die Solarzellenproduktion – sowie Zellen und Modulen in Arnstadt Anfang 2014 einzustellen. Soweit möglich sollen einzelne Bereiche zeitnah verkauft werden, heißt es weiter aus Stuttgart. Das Werk zur Fertigung kristalliner Module im französischen Venissieux, das erst im März 2012 in Betrieb genommen wurde, soll veräußert werden. Verkauft werden sollen zudem die Anteile an der aleo solar AG. Das Unternehmen verarbeitete mono- und multikristalline Photovoltaikzellen im brandenburgischen Prenzlau sowie in der Nähe von Barcelona zu Modulen.

Führungsgremium der Bosch Solar Energy AG ausgetauscht

„Sämtliche Entwicklungs- und Vertriebsaktivitäten sollen beendet werden“, gab Bosch zudem bekannt. Der zur Jahresmitte 2011 angekündigte Plan, in Malaysia eine vollintegrierten Fertigung aufzubauen, wird aufgegeben. Lediglich die Bosch Solar CISTech GmbH in Brandenburg an der Havel soll unverändert als Entwicklungsaktivität für die Dünnschicht-Technologie weitergeführt werden. Über deren weitere Ausrichtung werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.

„Die derart drastischen Veränderungen im Markt, insbesondere der schnelle Kapazitätsaufbau in China, waren in dieser Dramatik nicht vorherzusehen“, rechtfertigte Denner den Einstieg in das Photovoltaik-Geschäft, der 2008 mit der Übernahme der Erfurter Ersol Solar Energy AG erfolgte. „Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass die Photovoltaik im Energiemix der Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird. Verluste in dieser Höhe können aber auch wir uns nicht über einen längeren Zeitraum leisten“, so der Bosch-Chef. Der komplette Ausstieg aus dem Photovoltaikmarkt dürfte laut Denner einen Verlust von insgesamt rund 2,4 Mrd. Euro verursachen, einschließlich der Sonderabschreibungen von 1,6 Mrd. Euro.

Im Zuge der Entscheidung, die Aktivitäten im Bereich Photovoltaik zu beenden, wird das Führungsgremium der Bosch Solar Energy AG ausgetauscht. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Holger von Hebel sowie die Vorstandsmitglieder Dr. Volker Nadenau und Jürgen Pressl scheiden zum 31. März aus der Gesellschaft aus. Der Bosch-Aufsichtsrat hat Dr. Steffen Haack zum 1. April als neuen Vorstandsvorsitzenden mit Verantwortung für Vertrieb und Technik sowie Franc Gruber als Vorstandsmitglied für die kaufmännischen Funktionen berufen. Haack gehört seit August 2012 dem Vorstand für den Bereich Vertrieb an. Gruber ist seit Jahresanfang 2000 in verschiedenen kaufmännischen Leitungsfunktionen im In- und Ausland für Bosch tätig, zuletzt im Zentralbereich Corporate Controlling.

 
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Freitag, 22.03.2013, 16:20 Uhr