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Enerige & Management > IT - Branche demonstriert Einigkeit bei 450-MHz-Netz
Bild: Pixabay
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Branche demonstriert Einigkeit bei 450-MHz-Netz
Die Energiewirtschaft hat sich auf einen Ansatz zur künftigen Nutzung eines 450-MHz-Netzes geeinigt. Allerdings hat sie die Frequenz noch nicht zugewiesen bekommen.
 
Nun spricht die Energiewirtschaft ganz offiziell mit einer Stimme, wenn es um das 450-MHz-Netz geht. Denn sowohl der bisherige Frequenzbetreiber 450 Connect als auch dessen Muttergesellschaft Alliander und seine neun „Ankerkunden“ sowie die Stadtwerkeinitiative Versorger-Allianz 450 haben sich in einer Absichtserklärung auf ein Joint Venture verständigt.

An der neuen 450 Connect GmbH, die sich für eine 450-MHz-Lizenz ab dem 1. Januar 2021 bewerben soll, werden künftig vier gleichberechtigte Gesellschafter mit jeweils 25 % beteiligt sein:
  • der bisherige Eigentümer, die Alliander AG,
  • ein Konsortium kommunaler Regionalversorger, die Ankerkunden,
  • die Regionalversorger von Eon,
  • der Zusammenschluss von kommunalen Energie- und Wasserversorgern unter dem Dach der Versorger-Allianz 450.
Um das Gemeinschaftsunternehmen zu ermöglichen, wird der niederländische Strom- und Telekommunikationsnetzbetreiber Alliander 75 % seiner Anteile an der bisherigen Gesellschaft abgeben.

Für die Versorger-Allianz 450, die bisher noch als Verein organisiert ist, wird eine noch zu gründende Zwischen-Holding in Form einer GmbH & Co. KG den 25-prozentigen Anteil erwerben. Derzeit stehen etwa 180 Stadtwerke und Wasserversorger hinter dem Zusammenschluss, der auf eine Initiative der Bonn-Netz GmbH und deren Geschäftsführer Theo Waerder zurückgeht. Nicht alle dieser Unternehmen werden letztlich die Zwischenholding tragen. Vor allem die großen werden die Finanzierung stemmen. Dazu dürften Netze BW, MVV Netze, die Bonner Netzgesellschaft, aber auch die DB Energie gehören. Die kleinen Unternehmen sollen dann über den Verein in einem Beirat Impulse geben können.

Waerder freut sich über die Einigung der Partner, weil nun das Branchenmodell, für das die Versorger-Allianz 450 seit Monaten intensiv wirbt, umgesetzt werden kann. „Wir werden ein offenes und diskriminierungsfreies Modell haben, das sich an der Anreizregulierung orientiert“, sagt der Vorstand der Versorger-Allianz und Geschäftsführer der Bonn-Netz GmbH. Ihm ist wichtig zu betonen, dass „Branchenprodukte“ entwickelt werden und keine Konkurrenz zu den Mobilfunkbetreibern aufgebaut wird.

Die Frequenz ist kein „nice to have“, sondern für die Branche notwendig


Auch die Ankerkunden der bisherigen 450 Connect werden eine „Vorschaltgesellschaft“ gründen, wie es in einer Mitteilung heißt, welche 25 % der Anteile am Joint Venture erwerben wird. Sie bauen auf „gute Erfahrungen“ mit dem Partner auf, wie es Thomas Murche als Vertreter des Konsortiums der kommunalen Regionalversorger formuliert. „Wir teilen in dieser Kooperation schon heute Aufgaben und Risiken, nutzen Standorte und sind somit über die gesamte Fläche Deutschlands schnell umsetzungsfähig“, so der technische Vorstand der Wemag in Schwerin.

Alexander Montebaur, Vorstandsvorsitzender der Edis AG und Vertreter der Eon-Gesellschaften betont: „Wir sind vorbereitet, den nationalen Funknetzausbau sofort zu beginnen.“

Die Energiewirtschaft eint der dringende Bedarf an einer schwarzfallfesten, sicheren und breitbandigen Kommunikationslösung, die insbesondere in Krisenzeiten und für den Ausbau von intelligenten Netzen ein wichtiges Fundament bildet. „Das ist kein Nice to have, sondern eine Notwendigkeit“, stellt Theo Waerder klar.

Allerdings ist noch nicht hundertprozentig sicher, dass die Branche tatsächlich auch die 450-Frequenz zugewiesen bekommt. Auch nach vielen Verhandlungsrunden und zahlreichen Gutachten, die sich für die Energiewirtschaft ausgesprochen haben, haben sich Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) immer noch nicht geeinigt, wer die Frequenz künftig nutzen darf. Denn neben der Energiewirtschaft haben auch die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) Anspruch angemeldet. Nachdem nun die Energiewirtschaft jedoch die zuvor lange vermisste Einigkeit demonstriert, gehen Insider davon aus, dass eine Entscheidung zugunsten der Branche in Kürze fallen wird. Die Chancen dafür haben sich jedenfalls entscheidend verbessert.
 

 
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