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Enerige & Management > Windkraft Onshore - Coesfelder Windpark ein Kind von Konsens und Kooperation
Bild: Fotolia, psdesign1
WINDKRAFT ONSHORE:
Coesfelder Windpark ein Kind von Konsens und Kooperation
In Coesfeld laufen die Bauarbeiten für einen mit 53 MW Leistung im Vergleich größeren Windpark in Nordrhein-Westfalen, der auch wegen seiner Beteiligungsstruktur nicht alltäglich ist.
 
Der Start des Windparks „Coesfeld Letter Bruch“, dessen Bauarbeiten in den vergangenen Wochen begonnen haben, ist für das kommende Frühjahr geplant. Die bei Siemens Gamesa bestellten 13 Anlagen bringen es auf eine Leistung von knapp 53 MW, eine Kapazität, die nicht ausreicht, um den Sprung in die Top Ten der größten Windparks in Nordrhein-Westfalen zu schaffen. „Insgesamt ist das Vorhaben für die vergangenen Jahre schon ein außergewöhnliches Projekt“, betont Mario Burda, Sprecher des Landesverbands Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW). Zum Vergleich: Die exakt 52,8 MW installierte Leistung sind deutlich mehr als der Gesamtzubau, den NRW im vergangenen Jahr mit rund 40 MW zu verzeichnen hatte.

"Leuchtturmprojekt" beteiligt Landwirte, Stadtwerke und Bürgerschaft

Für den Projektierer SL Naturenergie aus Gladbeck ist der Windpark noch aus einem anderem Grund ein „Leuchtturmprojekt“, wie der stellvertretende Geschäftsführer Milan Nitzschke im Gespräch mit E&M betont. „Der Park ist komplett im Konsens geplant und umgesetzt worden, von der Bürgerschaft, den Landwirten sowie den Gemeinden und Stadtwerken vor Ort.“ Beteiligt sind zum einen die Landwirte (zusammen 25 %), die ihre Fläche zur Verfügung stellen, und der lokale Stadtwerkeverbund Emergy (25 %), dem die Kommunalversorger aus Borken und Coesfeld angehören. SL Naturenergie selbst hält 50 % der Anteile. Das Gladbecker Unternehmen plant, einen Teil seiner "Scheibe" an die Bürger aus der Umgebung abzugeben und ihnen damit eine Beteiligungsmöglichkeit einzuräumen. Bis zu 5 Mio. Euro Gesamtsumme sollen so über Nachrangdarlehen zusammenkommen, der Einstieg ist bereits mit 500 Euro möglich.

Die Öffnung für die Bevölkerung über Crowdfunding verstehen die Beteiligten nicht als Geldeinwerben, sondern als „Akzeptanzmaßnahme“. „Die Stadt Coesfeld zum Beispiel erfüllt mit dem Windpark ihre CO2-Verpflichtungen für den ganzen Strombereich“, sagt Milan Nitzschke. 125 Mio. kWh Strom pro Jahr vermeiden künftig den Ausstoß von 53.000 t CO2. Damit versorge der Windpark die Region mit sicherer und sauberer Energie, leiste einen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung und zum Erhalt des Lebensstandards. „Die breite Kooperation ist ein Zeichen, durch das die Menschen vor Ort erkennen können, dass sie ein Teil der Energiewende sein können und sollen“, so Milan Nitzschke von SL Naturenergie.

Akzeptanz werde so „ohne Pauschalabstand“ erreicht, sagt Reiner Priggen, Vorsitzender des LEE NRW, mit einem Seitenhieb auf die von CDU und FDP speziell in Nordrhein-Westfalen immer wieder vorgebrachten Restriktionen für den weiteren Windkraftausbau. „Die Abstände ergeben sich wie immer schon aus der gutachterlich gestützten Baugenehmigung. Die Akzeptanz aber ergibt sich aus der frühzeitigen Beteiligung der Menschen vor Ort und einer finanziellen Beteiligung der Gemeinden“, so Priggen.

Ein Ende der Windkraft-Flaute will der LEE NRW aber allein mit dem neuen Coesfelder Windpark noch nicht ausmachen. Dies hänge auch davon ab, so Sprecher Mario Burda, wie schnell die von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und den Bundesländern ausgehandelten Erleichterungen im Genehmigungsverfahren greifen. Nach dem in der vergangenen Woche vorgelegten Bund-Länder-Papier soll die Klagemöglichkeit gegen Windenergieanlagen begrenzt werden.

 
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Dienstag, 23.06.2020, 15:03 Uhr