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Enerige & Management > Stadtwerke - Debatte um Steinkohleblock in München geht weiter
Stadtwerke Muenchen Zentrale Bild: SWM Stefan Obermeier
STADTWERKE:
Debatte um Steinkohleblock in München geht weiter
Der Block 2 des Heizkraftwerks Nord der Stadtwerke München soll möglichst bald abgeschaltet werden. So will es ein Münchner Bürgerentscheid, der nun einen Vorschlag veröffentlicht hat.
 
Eigentlich sollen die Stadtwerke München nach einem Bürgerentscheid vom November 2017 den Steinkohleblock im Heizkraftwerk Nord Ende des Jahres 2022 stilllegen. Das geht jedoch nicht so einfach, weil das Kraftwerk von der Bundesnetzagentur als „systemrelevant“ eingestuft wurde und weil es auch derzeit noch für die Fernwärmeversorgung Münchens nötig ist.

Damit begann in München eine kontroverse Debatte darüber, wie der kommunale Versorger diesen Bürgerentscheid trotz der Systemrelevanz umsetzen könnte. Zuletzt hatte man sich Ende vergangenen Jahres im Stadtrat der bayerischen Landeshauptstadt darauf verständigt, dass die Kohlenutzung zumindest eingeschränkt wird. Geplant ist, dass jährlich nur noch 350.000 t Kohle statt 800.000 t verfeuert werden. Als langfristigen Ersatz planen die Stadtwerke außerdem, eine neue hocheffiziente gasbetriebene Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (GuD 3) zu errichten.

Vergangene Woche hat nun die Bürgerinitiative "Raus aus der Kohle" erneut das Thema aufgegriffen und eine Stellungnahme veröffentlicht. In dieser lehnt sie das geplante GuD-Kraftwerk weiterhin ab. Stattdessen fordert sie, dass die Stadtwerke Anlagen zur reinen "Wärmeabsicherung errichten oder erweitern sollen, die am schnellsten gebaut werden können, damit die Kohleverbrennung im Kohlekraftwerk schnellstmöglich, das heißt bis allerspätestens 2025, beendet werden kann." Zudem sollen die so geschaffenen zusätzlichen Heizkapazitäten nur befristet betrieben werden, bis die Wärmeversorgung komplett auf erneuerbare Quellen umgestellt worden ist. Die Bürgerinitiative hat nach wie vor das Ziel, dass der Block nicht erst 2028, wie ursprünglich von den SWM geplant, vom Netz geht, sondern möglichst bereits im Jahr 2022.

 
Schreiben der Bürgerinitiative "Raus aus der Kohle" als PDF. Zur Vollansicht bitte auf das Dokument klicken
Quelle: BI Raus aus der Kohle

Auf den neuen Vorstoß haben die SWM nun mit einer Stellungnahme reagiert. Darin heißt es, der Block 2 im HKW Nord sei bislang nicht nur für die Fernwärmeversorgung unverzichtbar, sondern auch stromseitig systemrelevant. Aus diesen Gründen haben die SWM nach eigenen Angaben diverse Ersatzmöglichkeiten untersucht.

Das Ergebnis: Die ökologische zukunftsfähige Alternative ist nach Ansicht des Versorgers eine neue hocheffiziente, gasbetriebene Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (GuD 3). Nur damit könne gleichzeitig Strom und Wärme in gesicherter und effizienter Weise erzeugt werden. Die Nutzung von fossil betriebenen reinen Heizwerken zur Erzeugung größerer Wärmemengen, wie von der Bürgerinitiative vergangene Woche vorgeschlagen, löse das Problem der Systemrelevanz nicht und sei aus ökologischen Gründen zu vermeiden. 

Mit dieser GuD 3 als Ersatzanlage für den Block 2 im Heizkraftwerk Nord wäre ein zeitnaher und gesicherter Ausstieg aus der Kohleverbrennung möglich. Anders als gemutmaßt, ist kein Parallelbetrieb von Block 2 und GuD 3 geplant, teilten die SWM weiter mit. Sobald die GuD 3 in Betrieb gehe, könne der Block 2 abgerissen werden. Diese Ansicht teilt auch das Freiburger Öko-Institut, das die Kohleausstiegs-Szenarien im Rahmen eines Gutachtens   untersucht hat.
 
Eine GuD 3 am Standort Unterföhring stütze zudem die Inselnetz- und Schwarzstartfähigkeit des Münchner Versorgungsnetzes. Das bedeutet, dass sich München in Engpass-Situationen im deutschen bzw. europäischen Strom-Verbundnetz zum Teil selbst mit elektrischer Energie versorgen kann und das Stromnetz in München nicht ausfällt.

Das Heizkraftwerk Nord besteht aus drei Blöcken mit einer Wärmeleistung von 900 MW und einer elektrischen Leistung von 360 MW. Zwei Blöcke werden mit Müll betrieben, einer mit Kohle.

Die Stellungnahme der Bürgerinitiative finden Interessierte unter raus-aus-der-kohle.de.  
 
Fachgutachten zum Kohleausstieg in München.
Zur Vollansicht bitte auf das PDF klicken
Quelle: Öko-Institut


  
 

 
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