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Enerige & Management > Windkraft - Der Norden kämpft für die Offshore-Windenergie
Bild: Fotolia.com, zentilia
WINDKRAFT:
Der Norden kämpft für die Offshore-Windenergie
Um schnell die Rahmenbedingungen für die Windkraftnutzung auf See nachhaltig zu verbessern, übt der Norden kurz vor der Bundestagswahl den Schulterschluss.
 
Dieses Bündnis hat es in dieser Breite noch nicht gegeben: Die Landesregierungen der fünf Küstenländer, mehrere Bürgermeister von Seehafenstädten, Unternehmen der Offshore-Windenergiebranche sowie die IG Metall haben gemeinsam einen Forderungskatalog an die Bundesregierung gerichtet. So fordert diese Allianz in dem sogenannten „Cuxhavener Appell“ unter anderem, dass „verlässliche gesetzliche Grundlagen noch in 2013, damit die
notwendigen Investitionen in 2014 und 2015 ausgelöst werden können.“

Zwar werden derzeit knapp ein halbes Dutzend Offshore-Windparks in der Nordsee errichtet, der Offshore-Windindustrie fehlen aber die Folgeaufträge für die kommenden Jahre. Deshalb stehen nach Berechnungen der Windenergie-Agentur (WAB) 5 000 Stellen, jeder vierte Arbeitsplatz in der Branche, auf der Kippe, weil Hersteller von Windturbinen, Rotorblätter, Türmen und Fundamenten von der Pleite bedroht sind. Mit den Siag Nordseewerken oder dem Fundamentehersteller CSC (Cuxhaven Steel Construction), einem Tochterunternehmen der Bard-Gruppe, gibt es bereits erste Negativbeispiele.

Die Offshore-Windenergie und die Energiewende befänden sich derzeit am Scheideweg, heißt es im Cuxhavener Appell. Deutschland verfüge als einziges europäisches Land über die gesamte Wertschöpfungskette für den Bau von Offshore-Windturbinen. „Dieser industriepolitische
Vorteil muss auch im Hinblick auf die Arbeitsplatzsicherung und
Exportmöglichkeiten erhalten und ausgebaut werden“, heißt es in der Entschließung.

Nicht nur die durch Verzögerungen bei zahlreichen Netzanschlüssen, die der Übertragungsnetzbetreiber Tennet zu verantworten hat, haben die Offshore-Windindustrie in Schieflage gebracht. Die insbesondere von Bundesumweltminister Peter Altmaier im Februar vorgestellte Strompreisbremse hat nach Brancheneinschätzung Investoren verschreckt. Altmaiers Vorstellungen sah mehrere Verschlechterungen bei der Förderung des Offshorewindstroms vor. Dass Altmaiers durchaus zur Investitionsbremse avanciert ist, zeigt das Beispiel Energiekontor. Der Projektentwickler stand Anfang des Jahres kurz vor dem Vertragsabschluss für das Projekt Nordergründe mit einer kanadischen Investorengruppe. Nachdem die Strompreisbremse öffentlich wurde, sprangen die Nordamerikaner ab. Seitdem ist Energiekontor wieder auf Investorensuche.

Unterdessen hat der Siemens-Konzern mit gut einjähriger Verspätung die Umspannstation HelWin1 Nordsee vor Helgoland errichtet. An diese Steckdose im Meer werden die beiden Offshore-Windparks Nordsee Ost (RWE Innogy) und Meerwind (Blackstone) angeschlossen. Mit der Stromübertragung zum Umspannspann Büttel wird Mitte 2014 gerechnet.
Insgesamt hatte Siemens vier Aufträge für solche Umspannplattformen gewonnen. Schnell zeigte sich allerdings, dass die Ingenieure nach Worten des früheren Konzernchefs Peter Löscher die Herausforderungen auf See unterschätzt hatten. Deshalb kam es bei drei der vier Vorhaben zu Verzögerungen, was Siemens mit bislang Vertragsstrafen in Höhe von 700 Mio. Euro die letztjährige Gewinnprognose verhagelte. Zudem musste Udo Niehage, bis zum vergangenen Frühjahr Verantwortlicher für den Bereich Power Transmission in der Energie-Sparte, seinen Posten räumen. Zwischenzeitlich hat Michael Süß, seit gut zwei Jahren Siemens-Energievorstand, durchblicken lassen, dass das Unternehmen solche teuren Konverterstationen nicht mehr bauen werde.

 
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Montag, 26.08.2013, 14:00 Uhr