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Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - Die Pole Position ausbauen
Bild: Innogy SE
ELEKTROFAHRZEUGE:
Die Pole Position ausbauen
Innogy ist hierzulande bei der E-Mobilität zum führenden Anbieter für Ladesäuleninfrastrukur und Kundenlösungen avanciert − nun erfolgt die weltweite Expansion auf ausgewählten Märkten.
 
Deutschland-Premieren haben in Duisburg eher Seltenheitswert. Eine Schönheit ist die Revierstadt, der Schauplatz vieler Tatort-Krimis zu Zeiten des legendären Kommissars Horst Schimanski, wirklich nicht. Dass selbst Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) aber Anfang Januar den Weg in den Stadtteil Alt-Hamborn fand, hatte viel mit einem seiner neuen Lieblingsthemen, nämlich der Elektromobilität, zu tun (er fährt mittlerweile privat einen e.Go).

Unweit des Autobahnkreuzes Duisburg-Nord feierte das RWE-Tochterunternehmen Innogy die Premiere eines in dieser Konfiguration einmaligen Schnellladeparks für E-Autos. Das Pilotprojekt kombiniert nicht nur vier DC- und zwei AC-Ladesäulen (Leistung jeweils 150 kW), sondern auch einen Batteriespeicher (Kapazität: 210 kWh) sowie ein Solardach (Leistung: 27,5 kW) für die Anlage.

Dass sich Innogy für die Entwicklung des „teilautarken Ladeparks“ einiges hatte einfallen lassen, betonte Vorstand Hildegard Müller bei dem medialen Stapellauf: „Duisburg ist Logistikzentrum, Industriestandort und Ballungsraum. Da wir wissen, dass die Lademöglichkeiten in der Stadt begrenzt sind, haben wir den Ladepark besonders leistungsstark ausgelegt.“

Das Bild, das Müller in den Köpfen festsetzen will, ist leicht gemalt: Innogy ist der Treiber der Elektromobilität bei Technologie, Ladesäuleninfrastruktur und Kundenlösungen. Die vorliegenden Zahlen sprechen durchaus dafür. Zum 1. April verfügte Innogy bundesweit über 8 200 Ladepunkte in 920 Städten, darunter immerhin schon 676 DC-Schnellladepunkte.

Dass das Essener Unternehmen hierzulande wirklich der führende Technologieanbieter bei der Elektromobilität ist, zeigen weitere Zahlen: Mittlerweile verfügt es über ein großes Netzwerk mit 200 Partnern in Energiewirtschaft, Supermärkten oder bei Parkraumbetreibern. Dafür sorgt ein breites White-Label-Angebot. Anerkennung für Innogys E-Mobilität-Aktivitäten gab es im Frühjahr aus berufenem Munde: „Im Vergleich zu uns hat Innogy bei der Elektromobilität sicherlich die Nase vorn“, sagte Eon-Chef Johannes Teyssen auf der Bilanzpressekonferenz seines Unternehmens.
 
Stefan von Dobschütz: „Außer in Europa sind wir vor allem in den USA, dort insbesondere in Kalifornien, und in Asien unterwegs“
Bild. innogy

Wenn Innogy derzeit Schlagzeilen macht − abgesehen von der Fusion mit Eon und der damit verbundenen Aufteilung der derzeitigen Geschäftsaktivitäten zwischen Eon und RWE −, dann mit den Aktivitäten im Mobilitätssektor; Vertriebs- und regulierte Netzgeschäft werden eher beiläufig wahrgenommen. Alltagsgeschäft halt. Als künftiger Motor für das Wachstum gilt die E-Mobilität. Um in diesem Bereich noch mehr Fahrt aufzunehmen, hat der Vorstand alle Aktivitäten beim E-Mobility-Geschäft seit Jahresbeginn in der „innogy eMobility Solutions GmbH“ zusammengefasst. In diese neue Gesellschaft haben die Konzernstrategen auch die US-amerikanischen Übernahmen BTC Power (Hersteller und Anbieter für Schnellladelösungen) und Recargo (Anbieter der führenden App Plugshare) aus dem vergangenen Jahr integriert.

Flottenbetreiber sind in den Fokus genommen worden
 
Diese Zukäufe sind ein deutliches Indiz dafür, dass innogy eMobility Solutions ihre Aktivitäten längst nicht mehr auf Deutschland beschränkt sieht. „Wir agieren weltweit“, sagt Stefan von Dobschütz, „außer in Europa sind wir vor allem in den USA, dort insbesondere in Kalifornien, und in Asien unterwegs.“ Allein in den USA verfügte Innogy bereits über 5 600 Ladestationen (Stand Anfang April). Als sogenannter COO ist der studierte Physiker von Dobschütz, der beim Automobilkonzern BMW als General Manager den Vertrieb des i3 mit ins Rollen gebracht hat, unter anderem für die Marktentwicklung, den Vertrieb und das Marketing in der dreiköpfigen Geschäftsführung zuständig.

Laderobotor für E-Autos in der Entwicklung
 
Genug zu tun hat er damit allemal. Innogy will nicht nur ihre Poleposition als Technologielieferant für die großen Charge Point Operators ausbauen, sondern hat Flottenbetreiber als neues Absatzfeld in den Fokus genommen. Bestes Beispiel dafür ist das Ende vergangenen Jahres gegründete Gemeinschaftsunternehmen mit dem Mobilitätsdienstleister DKV. „Geschäftskunden und insbesondere Flottenkunden mit Elektro- sowie Hybridfuhrparks können nun ihre Fahrzeuge anbieterübergreifend über eine Rechnung bezahlen“, erklärt von Dobschütz, „auch die Mautgebühren und die Kosten für Waschstraßen können darüber abgerechnet werden.“
 
In der Nähe des Autobahnkreuzes Duisburg-Nord hat Innogy Anfang des Jahres einen innovativen Ladepark in Betrieb genommen
Bild: Innogy
 
Um das Auftanken insbesondere von Flottenfahrzeugen zu forcieren, hat Innogy auf der diesjährigen E-world in Essen den Prototyp eines Laderoboters vorgestellt. Die Besonderheit dieser Neuheit, eines gemeinsamen Forschungsprojekts mit dem Lehrstuhl für Mechatronik der Uni Duisburg-Essen, erklärt von Dobschütz so: „Die Fahrzeuge werden damit bedarfsgerecht geladen, jedes Auto erhält den benötigten Strom zum richtigen Zeitpunkt, ohne dass ein Mitarbeiter bereitstehen muss, um es an die Ladesäule anzuschließen.“ Was noch ein bisschen Zukunftsmusik ist.

Schon konkreter ist eine von Innogy ebenfalls auf der E-world präsentierte Ladelösung mit einer Leistung von bis zu 22 kW: Diese Ladeeinheit gibt es für Gewerbe- und Privatkunden nun seit einigen Wochen entweder als Wallbox zur Montage an einer Wand oder als freistehende Säule. Bei dieser Neuerung können die Kunden auswählen, wie ihnen die Informationen über den Ladevorgang angezeigt werden. Sie haben dabei die Auswahl zwischen einem Monitor, einer Anzeige mit leuchtenden Piktogrammen oder einem LED-Ring. Diese neue Ladelösung hat einen Smart Meter integriert, um die „getankten“ Kilowattstunden genau abrechnen zu können. Was wichtig ist, denn die Zeiten kostenloser Stromtankstellen neigen sich dem Ende zu. „Das wird nicht unsere letzte Innovation bei den Ladesäulen sein“, kündigt COO von Dobschütz an.

 
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Dienstag, 25.06.2019, 08:35 Uhr