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Enerige & Management > Photovoltaik - Die X-Gigawatt-Solarfabrik
Bild: Fotolia.com, @nt
PHOTOVOLTAIK:
Die X-Gigawatt-Solarfabrik
Um wieder wettbewerbsfähig gegenüber chinesischen Herstellern zu werden, erwägt ein deutsch-französisch-schweizerisches Konsortium den Bau der weltweit größten Massenfertigung für Photovoltaikmodule.
 
Die Pläne für eine rund 1 Mrd. Euro teure Solarfabrik mit einer jährlichen Produktionskapazität von zunächst 1 GW sind laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (Ausgabe vom 20. Mai) schon weit vorangeschritten. Gehen sie auf, soll bei Freiburg bereits Anfang 2015 eine Pilotanlage mit der Produktion beginnen. Erfüllt sie die Erwartung der Investoren, soll die Riesenfabrik voraussichtlich in Frankreich errichtet und 2017 oder spätestens 2018 den Weltmarkt mit Photovoltaikmodulen beliefern. Zu den Forschungseinrichtungen, die die Pläne vorantreiben, gehören das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg, das französische Forschungsinstitut INES in Le Bourget-du-Lac sowie das Schweizer Zentrum für Elektronik und Mikrotechnik (CSEM) in Neuchâtel.

Laut der „Studie zur Planung und Aufbau einer X-GW-Fabrik zur Produktion zukunftsweisender Photovoltaikprodukte in Deutschland“, die das Fraunhofer ISE und das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) im Dezember 2013 veröffentlicht haben, wird „durch den Aufbau einer Gigawatt-skaligen Fabrik zur Herstellung photovoltaischer Module mit innovativer Technologie der mittel- und langfristig weiter stark wachsende Markt aus kosteneffizienter europäischer Produktion bedient“. Die Zukunftstechnologie Photovoltaik und die damit verbundenen Arbeitsplätze sollen so in Europa gehalten und ausgebaut werden.

Im Zeitraum von Anfang 2008 bis Ende 2012 konnten die Kosten für die Herstellung von Solarmodulen bis zu 70 % reduziert werden, schreiben die Fraunhofer-Forscher. Gleichzeitig seien die durchschnittlichen Modulpreise um über 80 % gefallen. Die Hauptgründe für diese dramatische Preisentwicklung seien technologische Fortschritte, weitgehend basierend auf hiesiger Anlagentechnik, sowie der massive Ausbau chinesischer Produktionskapazitäten gewesen. Gefördert durch Investitionsmittel der chinesischen Regierung seien enorme Überkapazitäten im Weltmarkt geschaffen worden. „Da deutsche beziehungsweise europäische Unternehmen nicht über ähnlich günstige Finanzierungsmöglichkeiten verfügten und das sinkende Preisniveau den Cash Flow schmälerten, waren sie nicht in der Lage, kontinuierlich in die Verbesserung ihrer Produktion zu investieren. Deshalb haben diese Unternehmen beim Skalierungswettlauf mit den chinesischen Unternehmen an Boden verloren und mussten mehrheitlich ihr Geschäftsmodell aufgeben“, heißt es in der Studie.

Hiesige Forschungsinstitute, Maschinenhersteller und Materiallieferanten für die Solarindustrie seien aber nach wie vor technologisch führend in der Welt. Ohne enge Zusammenarbeit mit starken Kunden in Europa wären ihre Unabhängigkeit und ihre europäischen Standorte jedoch gefährdet. Nach Einschätzung der Fraunhofer-Experten entstehen „durch die stark gesunkenen Photovoltaik-Stromgestehungskosten jetzt und in den nächsten drei Jahren neue, große und zunehmend nicht subventionierte Märkte in und außerhalb Europas“. Mit einer Gigawatt-skaligen Fertigung könnten „Herstellungskosten von unter 0,40 Euro/Wp erreicht werden, die damit rund 20 % unter dem aktuellen Niveau liegen“. Voraussetzung hierfür sei jedoch eine substanzielle nationale und europäische Unterstützung auf höchster politischer Ebene.

„Ein Unternehmen europäischer Dimension in der Photovoltaik wäre grundsätzlich begrüßenswert“, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Die Förderung einer Demonstrations- und Pilotphase sei möglich, heißt es weiter aus Berlin. Unklar ist, wie Unternehmen und Investoren bereit sind, sich in das Projekt einzubringen. Die Bonner Solarworld AG lehnt die Pläne ab. „Wir beteiligen uns nicht“, sagte ein Sprecher des Solarherstellers.

 
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Dienstag, 20.05.2014, 14:01 Uhr