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Enerige & Management > Regulierung - Diskussion um 450-MHz-Netz nimmt Fahrt auf
Bild: Fotolia.com, Bertold Werkmann
REGULIERUNG:
Diskussion um 450-MHz-Netz nimmt Fahrt auf
Für die anstehende Neuvergabe der Lizenzen positionieren sich Interessenten mit unterschiedlichen Betreibermodellen.
 
Die Energiewirtschaft braucht ein Netz, das auch bei einem Blackout die Krisenkommunikation zuverlässig ermöglicht. Die ideale Lösung dafür sieht die Branche in der 450-MHz-Frequenz, die sich darüber hinaus auch noch hervorragend für die Anbindung intelligenter Messsysteme eignet. 450 Connect besitzt bereits eine entsprechende Lizenz, die bis zum 31. Dezember 2020 befristet ist. Die deutsche Tochtergesellschaft des niederländischen Strom- und Telekommunikationsnetzanbieters Alliander baut derzeit mit sechs Verteilnetzbetreibern in deren Regionen jeweils ein 450-MHz-Netz auf. Daneben hat sich eine Initiative um die Bonn-Netz GmbH formiert, die sich für eine kommunale Lösung stark macht.

„In vielen Gesprächen, die wir mit Energieversorgern und Netzbetreibern führen, hören wir, dass sie das Thema für interessant und wichtig halten“, sagt Wolfgang Schmitz. „Allerdings geben die meisten im gleichen Atemzug zu, dass sie es bisher noch nicht auf dem Schirm haben“, so der Geschäftsführer von „K.LAB“. Schmitz und seine Kollegen vom Innovationslabor der K.Group begleiten die Initiative der Bonner. Deren Geschäftsführer Theo Waerder hat mittlerweile über 50 kommunale Stromnetzbetreiber als Unterstützer gewonnen, die sich gemeinsam bei der anstehenden Vergabe um eine Lizenz für die 450-MHz-Frequenz bewerben wollen. Nach Möglichkeit soll der Kreis der Unterstützer weiter wachsen.

Versteigerung ist theoretisch noch nicht vom Tisch

Die Bundesnetzagentur hat bereits durchblicken lassen, dass die Frequenz ab dem 1. Januar 2021 für Anwendungen „kritischer Infrastrukturen“ zur Verfügung stehen soll. Neben der Energiewirtschaft haben mittlerweile auch Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben und sogar die Bundeswehr Bedarf angemeldet. Ob es schließlich zu einer parallelen Nutzung kommen wird, ist noch offen.

Jüngste Gespräche im Bundeswirtschaftsministerium nähren allerdings die Hoffnung, dass die Energiewirtschaft große Chancen hat, die Lizenz zu erhalten – sogar unentgeltlich. So jedenfalls ist aus Branchenkreisen zu hören. Ein Sprecher der Bundesnetzagentur betonte jedoch auf Anfrage von E&M, es sei keine Vorfestlegung getroffen. Ganz unentgeltlich sei die Frequenznutzung ohnehin nicht, stellt er klar. Schließlich gebe es die Frequenznutzungsgebührenordnung. Je nach Blickwinkel könnte man sogar argumentieren, dass die divergierende Interessenlage der Nutzergruppen, die Bedarf angemeldet haben, eine Knappheitssituation widerspiegelt. Damit wäre auch eine Versteigerung zumindest theoretisch noch nicht vom Tisch. Allerdings lässt das Telekommunikationsgesetz auch einen „Beauty Contest“ zu, für den die Bundesnetzagentur die Kriterien vorgeben würde. Zukünftige Zuteilungsinhaber sollten jedoch bundesweit Telekommunikationsnetze errichten. Ein Lizenznehmer müsse aber nicht selbst zu den Nutzern gehören, sondern könne auch ein Betreibermodell umsetzen.

Derzeit ist die Behörde dabei, die Bedarfsanmeldungen zu prüfen. Über die konkrete Nutzung der Frequenz soll danach in einem „objektiven, transparenten und diskriminierungsfreien Verfahren rechtzeitig vor dem Auslaufen der Frequenzzuteilungen“ entschieden werden. Spätestens im zweiten Halbjahr 2019 sollen dann die Modalitäten für die Frequenzzuteilung festgelegt werden.
Der Verband kommunaler Unternehmen begrüßt, dass sich seine Mitglieder intensiv Gedanken über das 450-MHz-Netz machen, bleibt aber bezüglich der einzelnen Initiativen neutral.

Die Regionetz aus Aachen oder auch die Wemag aus Schwerin sind mit der Zusammenarbeit mit 450 Connect sehr zufrieden und sehen derzeit keinen Anlass, sich anderweitig zu orientieren. Für Waerder ist es allerdings kein Thema, sich in die Riege der 450-Connect-Kunden einzureihen. Er hält es für problematisch, das Wohl und Wehe der Stromversorgung im Krisenfall in die Hände eines Unternehmens mit kommerziellen Interessen zu legen, das auch branchenfremden Nutzern die Frequenz anbietet. Es sei essenziell, dass die Netzbetreiber selbst unmittelbaren Zugriff auf das Kommunikationsnetz haben. Deshalb setzt er sich für eine „interne“ Lösung der Energiewirtschaft ein. Ein Genossenschaftsmodell, in dem diskriminierungsfrei Unterlizenzen an kleinere Stadtwerke gegeben werden, könnte nach Ansicht von Waerder und Schmitz ein solcher Ansatz sein.

Zur Frequenzverlängerung will sich 450 Connect selbst nicht äußern, weil es ein laufender Prozess sei, lässt das Unternehmen ausrichten.

Ausführliche Beiträge zur Diskussion um das 450-MHz-Netz lesen Sie hier in E&M Powernews und in der aktuellen Ausgabe von Energie & Management.
 

 
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Freitag, 19.10.2018, 16:10 Uhr