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Enerige & Management > Stadtwerke - Disruption als Basis für neue Ufer
Bild: Fotolia.com, nmann77
STADTWERKE:
Disruption als Basis für neue Ufer
Wollen Stadtwerke in der Zukunft bestehen, so erfordert dies radikales Umdenken mit der Bereitschaft zur „Disruption“ mit Blick auf ihre Strategie und Geschäftsmodelle.
 
„Die Kunst der Disruption und wieso Stadtwerke bereit sein müssen, sich selbst zu zerstören“. Diese provokante Überschrift wählte Christoph Keese, Geschäftsführer des zum Axel Springer-Konzerns gehörenden Beratungsunternehmens „hy“ für seinen Vortrag auf dem diesjährigen Euroforum Stadtwerke-Kongress in Berlin.

Keese verwies auf die Entwicklung in anderen Branchen, die zeigt, wohin es in der Zukunft geht: Nicht mehr die traditionellen Leistungsanbieter verdienen das Geld, sondern Plattformen wie Apple, Amazon, die chinesische Ali Baba, Facebook oder auch Microsoft. „Plattformen erobern die Welt“.

Es gebe drei „Mächte des Wandels“, so Keese: erstens die Disintermediation – das heißt das Herausfallen von Vermittlern (siehe etwa Airbnb), zweitens die Disaggregation, das ist die Entbündelung von Industrien. „Die Wertschöpfungskette zerfasert sich.“ Dritte Macht ist die Disruption, sichtbar etwa an der Veränderung des Messaging und B2B-Plattformen. Hier sieht Keese allerdings „die große Chance“ für das produzierende Gewerbe in Deutschland, denn die in Kalifornien ansässigen großen Plattformen kennen die Industrie nicht. China hingegen bringe seine Industrie auf Plattformen.

Gewinne kommen vor allem aus digitalen Angeboten

Der Springer-Konzern ist für Keese ein gutes Beispiel für die Veränderungen. “80 Prozent des Ergebnisses sind heute digital, und fast alles disruptiv“, berichtet er. Springer habe rechtzeitig Stepstone gekauft. Damit sei zwar das Stellenanzeigengeschäft in den Zeitungen „platt gemacht“ worden, doch werde mit der Plattform gut Geld verdient.

Früher zusammengehörige Bereiche wie die Werbung, der Journalismus und die Rubriken seien „drei Geschäftsmodelle, die heute überhaupt nichts mehr miteinander zu tun haben“. Diese Aufspaltung, so meint Keese, werde in der Zukunft für die Stadtwerke auch so sein. Demgegenüber würden „erhaltende“ Innovationen „nur noch eine Randnotiz in der Bilanz sein“ .

Disruptoren suchen Angriffspunkte

Die Disruptoren, die fast überall auf der Welt nicht aus der Branche kommen, die sie angreifen, wie Keese betont, „greifen immer an einem Punkt an“ – und zwar an dem „Punkt der maximalen Nerverei“. Beispiel dafür sind unter anderem die entstandenen Plattformen, um ein Taxi zu finden. Beispiel bei den Kommunalversorgern könnte etwa die lästige Ableserei von Zählern sein, etwa bei der Wasseruhr, für die der Ableser kommt, der Kunde anwesend sein muss, oder, wenn er selber abliest, das Ergebnis angezweifelt wird – was Keese in Berlin selbst erlebt hat. Auf der Rechnung ist dann noch von „manueller“ oder „maschineller Schätzung“ die Rede. „Das Wort Schätzung darf heute nicht mehr auftauchen“, so der Berater. Die Realtime-Messung könnte denn auch aus seiner Sicht „Einfallstor“ für Disruptoren sein, weil sie das Leben der Kunden erleichtere.

Die Entscheidung zur Disruption falle traditionellen Unternehmen schwer, weil sie eine „irrationale“ sei, weiß Keese. „Aber die rationale Entscheidung: Ich mache das nicht, führt zum Exitus“, warnt er. Sein Rat an die Kommunalversorger: Sie sollten sich mit der neuen Kultur auseinandersetzen und „sich aus dem Silo-Denken der Branche befreien“. Zudem brauche man eine „lupenreine Strategie“, wofür man aus den Erfahrungen anderer lernen könnte und die Konsumenten-Erwartungen einbeziehen sollte.

 
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Mittwoch, 11.04.2018, 14:04 Uhr