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Enerige & Management > Energiemanagement - Eigenerzeugung im Hafenbetrieb
Bild: Kai Eckert
ENERGIEMANAGEMENT:
Eigenerzeugung im Hafenbetrieb
Mit einem optimierten Energiemanagement und einer verstärkten Eigenerzeugung will das Hafenunternehmen Eurogate Energiekosten senken.
 
Dazu hat das Logistikunternehmen auf seinem Container-Terminal Hamburg-Waltershof eine Windkraftanlage gebaut. Mit einer Gesamthöhe von 200 m und einer installierten Leistung von 2,4 MW soll die von Nordex errichtete Anlage vom Typ N117 jährlich etwa 8,7 Mio. kWh Strom erzeugen können. Damit will der Betreiber des Container-Terminals im Hamburger Hafen zwischen 25 und 50 % des jährlichen Strombedarfs abdecken.

„Wir verzichten auf eine EEG-Vergütung, weil der Eigenverbrauch für uns günstiger ist“, erklärt Emanuel Schiffer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Eurogate-Unternehmensgruppe. Die in Bremen ansässige Logistikgruppe macht sich durch den Betrieb eigener Erzeugungsanlagen von den aktuellen Preisentwicklungen auf den Strom- und Energiemärkten „so weit es geht unabhängig“, erklärt Schiffer. Die nun in Hamburg gebaute Windkraftanlage steht im Leercontainer-Depot, etwas abseits des lebhaften Terminals. Mitten in dem Industriegebiet stören sich keine Anwohner an dem Windrad. „Das ist unsere Anlage und die erzeugt unseren Strom“, sagt der Eurogate-Chef. Seinen Angaben zufolge ist es das erste Windrad für die Stromerzeugung eines Container-Terminals. Mit Investitionskosten in Höhe von 4,8 Mio. Euro soll sich das neue Windrad für den Hafenbetreiber innerhalb von sieben Jahren durch die verminderten Strombeschaffungskosten armortisieren.

 
Jürgen Zeschky, Vorstandschef Nordex SE, Emanuel Schiffer, Vorsitzender der Eurogate-Gruppengeschäftsführung und Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (v.l.) nehmen das neue Windrad auf dem Eurogate-Containerterminal offiziell in Betrieb.
Bild: Kai Eckert



Windrad nur Teil des Konzeptes

Eigenerzeugung ist aber nur die eine Seite der Medaille. „Um die Energiekosten zu senken, setzen wir von zwei Seiten an: Energieerzeugung und Energieverbrauch“, so Schiffer. Am Hamburger Container-Terminal von Eurogate werden pro Jahr im Schnitt rund 20 Mio. kWh verbraucht, erklärt dazu Hanna Blanchet, die Energie-Managerin. Rund 2 Mio. Standardcontainer werden auf dem Eurogate-Gelände in Waltershof jährlich be- und entladen. Pro bewegten Container werden dafür derzeit 52,6 kWh Strom verbraucht. Dies sind 7 kWh weniger als noch vor fünf Jahren. „Unser Ziel ist es, bis 2020 den Energiebedarf pro Container um 20 Prozent auf 47,7 Kilowattstunden zu reduzieren“, sagt Blanchet. Das Unternehmen hat deshalb ein Energiemanagementsystem eingeführt und erhebt seit 2008 kontinuierlich Daten über die verschiedenen Energieverbräuche. Blanchet wertet in Hamburg diese Daten aus und erarbeitet Möglichkeiten zur Verbesserung der energiebezogenen Leistungen. Durch eine verbesserte Lichtsteuerung will sie in Hamburg 25 % der nötigen Energie für die Terminalbeleuchtung einsparen. Mit der Umstellung der Van-Carrier auf diesel-elektrische Antriebe sollen die CO2-Emissionen beim Transport der Container innerhalb des Terminals um 30 % gesenkt werden. Weiteres Einsparpotenzial sieht Blanchet in der Optimierung der Motordrehzahl und der Antriebsleistung dieser Portalhubwagen, was den Kraftstoffverbrauch um 7 % senken könnte. Zudem untersucht sie, inwieweit Speicherkondensatoren genutzt werden können und welche Möglichkeiten bei der Nutzung von verflüssigtem Erdgas (LNG) beim Einsatz der Van-Carrier bestehen. Auch die großen Containerbrücken, die die Transportboxen auf den riesigen Containerschiffen absetzen, sollen zum Energieeinsparziel beitragen. Blanchet erwartet, das 25 % der Energie beim Senken des Containers und dem Bremsen des Fahrwerks zurückgespeist werden kann.

Zertifiziertes Energiemanagement

Die Zertifizierungsgesellschaft GUTcert bezeichnet das von Eurogate anvisierte Ziel, den Energieverbrauch je Container bis 2020 um 20 % und die CO2-Emissionen um 25 % zu senken, als anspruchsvoll. Dennoch attestiert sie dem Hafenbetreiber, alle geforderten Standards zu erfüllen und verlieh Eurogate das Energie-Zertifikat nach DIN EN ISO 50001 für das Energiemanagement.

Vor allem zur Erreichung der CO2-Reduktionsziele setzt das Container-Umschlagunternehmen auf regenerative Energien. Neben dem neuen Windrad konnte Eurogate seit 2010 durch vier Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 73 kWp insgesamt 40 t CO2 einsparen. Seit 2008 werden die bei der Stauung der Container anfallenden Holzabfälle von jährlich 1 500 t in zwei Holzheizwerken energetisch verwertet. Am Standort Hamburg plant Eurogate nun auch den Bau eines erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerkes. Das gemeinsam mit Eon Hanse konzipierte BHKW soll mit einer Leistung von 1 MWel jährlich rund 7,5 Mio. kWh Wärme in das Hamburger Fernwärmenetz einspeisen und bei der Stromerzeugung 2,8 t CO2 einsparen. Voraussichtlich zu Beginn des neuen Jahres soll das BHKW in Betrieb gehen. Derzeit verzögern Bombenfunde auf dem Baugelände aber die Errichtung der Anlage. Wenn sie in Betrieb geht, dann soll sie gemeinsam mit dem neuen Windrad zwei Drittel des Strombedarfs auf dem Hamburger Container-Terminal abdecken. Für Eurogate-Chef Schiffer ist das erst der Anfang. „Ich will auf jedem unserer Terminals ein Windrad haben“, sagt der Manager. Neben Hamburg betreibt die Unternehmensgruppe auch in Bremerhaven und Wilhelmshaven weitere Container-Terminals.

 
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Mittwoch, 14.08.2013, 17:31 Uhr