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Enerige & Management > Smart Meter - Ein Display für alle
Bild: Fotolia.com, unique3d
SMART METER:
Ein Display für alle
Eine eher unscheinbare Software aus Bayern räumt eine große Hürde für die Markteinführung der Smart Meter Gateways aus dem Weg.
 
Es gibt einen Bundestrainer, eine Bundesliga, eine Bundeshauptstadt. Es gibt auch ein Bundesdisplay. Die Namensgebung lässt erahnen, dass es sich um eine ganz wesentliche Sache handelt, auch wenn sie auf den ersten Blick alles andere als eine die Nation bewegende Bedeutung zu haben scheint.

Dabei trägt sogar ein Arbeitskreis beim Bundeswirtschaftsministerium den Namen „AK Bundesdisplay“. Darin sind Hersteller von Smart Meter Gateways, der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) und die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) vereint. Ihr Anliegen: die Entwicklung eines Displays für Gateways. Denn keines der Geräte, das nach der Zertifizierung durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik auf den Markt kommen wird, hat eine Anzeige für Zähl- und Messdaten in der Hardware integriert.

Vor einiger Zeit glaubten die Hersteller noch, man könne über einen Internetservice eine entsprechende Funktion bereitstellen. Einer zentralen Plattform, an die alle Werte aus den Gateways in Deutschland übermittelt worden wären und in die sich jeder Verbraucher dann hätte einloggen können, erteilte allerdings das BSI wegen Sicherheitsbedenken und Datenschutzproblemen eine Absage.

Die Lösung ist mit den Geräten aller Hersteller kompatibel

Nun gibt es eine Lösung, die an der sogenannten HAN-Schnittstelle (Home Area Network) eines Smart Meter Gateways ansetzt, über die der Stromkunde beispielsweise steuerbare Geräte anschließen kann oder auch Geräte zur Visualisierung von Daten. „Die aktuelle Lösung ist sicherlich nicht die komfortabelste“, sagt Christian Schröder, Geschäftsführer der IVU Softwareentwicklung GmbH. Denn für die Kunden seien heute bequeme Apps und Internetanwendungen Standard und nicht Computer mit Kabelverbindungen.

Die Lösung heißt „TRuDI“, was für Transparenz- und Displaysoftware steht. Es ging darum, den Herstellern möglichst schnell ein Instrument an die Hand zu geben, mit dem sie die Anforderungen der Bauartzulassung und eichrechtlichen Zulassung an die Gateways erfüllen können. Sie ist die einzige Lösung derzeit am Markt und mit den Gateways aller Hersteller kompatibel. Damit verzögere sich die Markteinführung der Geräte, die sich gegenwärtig im Zertifizierungsverfahren beim BSI befinden, zumindest nicht wegen eines fehlenden Displays.

„Es ist eine Open Source Software, die am Smart Meter Gateway eine eichrechtskonforme Verbrauchsdatenvisualisierung und dazu noch eine Rechnungsprüfung für den Endverbraucher ermöglicht“, erklärt Schröder. Mit seinen Mitarbeitern hat er Trudi programmiert. Mitte Januar wurde sie von der PTB zugelassen.

IVU konnte auf eine vorhandene Transparenzlösung aufbauen

Großen Konkurrenzdruck haben Schröder und seine Mitarbeiter nicht wahrgenommen. Ob es daran lag, dass sie mit ihrer schon vorhandenen Transparenzlösung einen fachlichen Vorsprung hatten oder dass eine umfassende und entsprechend langwierige Test- und Zulassungsphase von Anfang an abzusehen war oder dass es um eine Open Source Software ging, vermag er nicht zu sagen. „Wir wurden gefragt und konnten verhältnismäßig schnell liefern“, sagt Schröder. IVU hatte bereits vor fünf Jahren eine Transparenzlösung für elektronische Zähler entwickelt. Für die Mitglieder des Arbeitskreises Bundesdisplay lag es deshalb nahe, das aktuelle Vorhaben in die Hände der IT-Spezialisten aus dem bayerischen Burglengenfeld zu legen und auf ihren Erfahrungen aufzubauen.

 
Screenshot von TRuDI: Die Lösung ist eine Open Source Software
Bild: IVU

Es hört sich alles sehr einfach an, doch der Weg zum fertigen Produkt war kein leichter, auch wenn das Ergebnis relativ unspektakulär wirkt. Sechs Monate betrug die Entwicklungszeit, die vor allem durch komplizierte Tests und Abstimmungsrunden mit Herstellern, Messstellenbetreibern und Behörden geprägt war. „Man kann nicht die Geräte einfach mal so konfigurieren und ein paar Testfälle durchspielen. Man braucht immer einen Gateway-Administrator und eine ausreichende Zahl an Werten, die erst einmal auflaufen müssen“, so Schröder. Erschwerend sei hinzugekommen, dass die Geräte mit ihrer überraschend langen Abfragezeit die Tests in die Länge zogen.

Die Programmierung der Software, die im Internet zum Download zur Verfügung steht, ist für jedermann einsehbar. Deshalb kann sie auch jeder weiterentwickeln. Über eine Weiterentwicklung denkt der Arbeitskreis derzeit auch nach. Im Laufe des Februars soll entschieden werden, ob ein Förderprojekt aufgesetzt wird, das die Smart Meter Gateways für Anwendungen in der Elektromobilität vorbereitet. „Es wird sicherlich eine Software kommen, mit der man nachträglich Ladevorgänge überprüfen kann“, ist Schröder überzeugt. Der jetzige Stand der Entwicklung könne nur ein Übergangsstadium sein. Wenn das Förderprojekt kommt, wollen er und seine Mitarbeiter sich auf jeden Fall dafür bewerben. Und dann könnte auch noch einmal die Visualisierung mittels internetbasierter Anwendungen ein Thema werden.
 
 
 

 
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Montag, 22.01.2018, 10:49 Uhr