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Enerige & Management > Windkraft Onshore - "Empower Refugees": Integration mit Rückenwind
Bild: psdesign1 / Fotolia
WINDKRAFT ONSHORE:
"Empower Refugees": Integration mit Rückenwind
Erste Bürgerkriegsflüchtlinge schaffen nach zweijähriger Umschulung ihre Abschlüsse zum Servicetechniker für Windenergieanlagen.
 
Das nordrhein-westfälische Projekt ist bislang bundesweit ein Unikat: Erstmals sind Bürgerkriegsflüchtlinge zu Service- und Wartungstechniker für Windenergieanlagen umgeschult worden. Zusammen mit Partnern aus der Windindustrie, der Energieagentur NRW, dem Jobcenter Essen und zweier Sprachschulen hatte die Kraftwerksschule e.V. (KWS), die ihren Sitz im Essener Stadtteil Kupferdreh hat, den Qualifizierungskurs in den zurückliegenden zwei Jahren organisiert und betreut.

Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen ließ es sich nicht nehmen, den insgesamt elf Männern aus Syrien und dem Iran ihre Abschlusszeugnisse als Industrieelektriker Betriebstechnik (IHK) in den KWS-Räumlichkeiten zu überreichen: „Sie sind ein Vorbild für alle Mitbürger mit und ohne Flüchtlingshintergrund“, betonte der CDU-Politiker bei einer kleinen Feierstunde.

Beim Projekt „Empower Refugees“ habe es eine „Win-Win-Situation“ gegeben, betonte KWS-Projektleiter Christian Jaffke bei gleicher Gelegenheit: „Wir haben nicht nur zur gesellschaftlichen und beruflichen Integration von Bürgerkriegsflüchtlinge beigetragen, die 2015 zu uns ins Land gekommen sind. Dank unseres Projektes kann die Windbranche auf neue, dringend benötigte Fachkräfte zurückgreifen.“ Wohl auch deshalb hatten bekannte Branchen-Unternehmen wie Deutschen Windtechnik X-Service, psm WindService, UTW Dienstleistung oder Enertrag Service den Umschülern Praktikumsplätze zur Verfügung gestellt. Und nicht nur das: „Bereits zum Start von Empower Refugees hatten die beteiligten Unternehmen für alle erfolgreichen Absolventen eine Einstellungsgarantie abgegeben“, zeigte sich KWS-Projektleiter Jaffke „äußerst zufrieden“ mit dem Erfolg des ersten Umschulungslehrgangs.
 
Hoffnungsvoller Start für das "Empower-Refugees"-Projekt vor gut zwei Jahren 
Bild: Ralf Köpke

Mittlerweile läuft ein zweiter Kurs. „Zusammen mit den Absolventen der ersten Umschulung sind insgesamt nach wie vor über 90 Prozent der Teilnehmer engagiert dabei“, berichtete Bodo Kalveram, einer der Wegbereiter des Projektes und heute Leiter der Regionalagentur MEO. „Das ist heute bei Qualifizierungsmaßnahmen ein ungewöhnlicher hoher Prozentsatz.“

Deshalb setzt Frank-Michael Baumann, Geschäftsführer der Energieagentur NRW darauf, dass mehr Arbeitsagenturen und Jobcenter im Bundesgebiet solche Umschulungskurse wie „Empore Refugees“ finanzieren: „Wir brauchen mehr solche motivierte Menschen, um die Energiewende voranzubringen.“

Hossein Mowludi, einer der erfolgreichen Absolventen, ist jedenfalls „sehr glücklich“ über das Abschluss-Zertifikat. Der gebürtige Iraner, der sich nach seiner Ankunft in Deutschland vergeblich um eine Ausbildung als Rettungsschwimmer bemüht hatte, blickt optimistisch nach vorne: „Ich habe auf jeden Fall einen zukunftsfähigen Job, mit dem ich meine Familie ernähren kann.“

 
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Montag, 29.06.2020, 10:15 Uhr