• Windauktion mit mehreren Wermutstropfen
  • Wenig Wind und steigende Gaspreise schieben Strom aufwärts
  • Stiftung für internationalen Markthochlauf gegründet
  • Grüne bestätigen ihr Wahlprogramm
  • Wuppertal wieder in der Gewinnzone
  • Schlüssel Spark funktioniert ohne Batterie
  • EWE mit Kurs auf Klimaneutralität
  • VNG Gründungsmitglied bei H2Global
  • Stadtwerke Krefeld ziehen erfreuliche Bilanz
  • Energiesparen durch Gebäudesanierung
UNTERNEHMEN:
EnBW werkelt weiter am Midstream-Geschäft
Hans-Peter Villis, Vorstandschef der Energie Baden-Württemberg (EnBW), hatte den Ausbau des Gas-Midstream-Geschäfts vielfach angekündigt - 2010 sollen konkrete Taten folgen.
 

Villis setzt dabei auf die 2008 gegründete Tochtergesellschaft EnBW Gas Midstream GmbH, die das Gasgeschäft des Karlsruher Verbundkonzerns in Richtung Gasspeicher und Pipelines sowie Beteiligungen an Verflüssigungs- und Regasifizierungsanlagen weiterentwickeln soll. Das erklärte Ziel ist, durch eine höhere Flexibilität die Wettbewerbsposition zu stärken und unabhängiger von den wenigen Vorlieferanten zu werden.

„Bei der Buchung von Regasifizierungskapazitäten und der Beteiligung an Terminals zur Regasifizierung von verflüssigtem Erdgas (Liquefied Natural Gas - LNG)  sind wir einige Schritte vorangekommen", sagte ein EnBW-Unternehmenssprecher Anfang April auf Anfrage von E&M. Seinen Aussagen zufolge könnte eine Beteiligung noch in diesem Jahr erfolgen. Um welche Projekte es sich dabei handelt, wie hoch die Investitionssumme sein wird und wie viel Gas EnBW beziehen will, wollte der Sprecher nicht bekannt geben. Branchenkreisen zufolge geht es dabei auch um das von EDF geplante Regasifizierungungsterminal Dunkerque (Dünkirchen) an der französischen Küste des Ärmelkanals. Das etwa 700 Mio. teure Terminal soll EDF zufolge nach seiner Inbetriebnahme 2014 jährlich 10 bis 13 Mrd. m3 verflüssigtes Erdgas regasifizieren. Noch in diesem Sommer will der Energiekonzern die finale Investitionsentscheidung treffen.

Eine Verlängerung der Wertschöpfungskette ist sinnvoll

Bisher haben die Karlsruher Nutzungsrechte am derzeit im Ausbau befindlichen Gasspeicher Etzel für zwei Salzkavernen mit einem Speichervolumen von rund 200 Mio. m3 Gas erworben. Die Kavernen sollen 2011 in Betrieb gehen. Eine Stärkung des Midstream-Geschäfts erhofft sich EnBW auch durch den Einstieg beim Leipziger Gasimporteur Verbundnetz Gas AG (VNG). Mit der Übernahme von 26 % an der Oldenburger EWE AG sicherte sich EnBW die Option, die EWE-Beteiligung an VNG von 47,89 % zu übernehmen. Das Bundeskartellamt genehmigte die EWE-Übernahme jedoch nur unter der Auflage, dass EnBW sich entweder von den VNG-Anteilen der EWE oder von dem sächsischen Beteiligungsunternehmen Geso Beteiligungs- und Beratungs AG trennt. Die Geso veräußerte EnBW im März dieses Jahres an die Stadt Dresden - der Einstieg bei der VNG wäre kartellrechtlich möglich, scheint aber längst noch nicht in trockenen Tüchern. Die Gespräche mit den VNG-Aktionären mit wie viel Prozent EnBW einsteigt, laufen nach wie vor, sagte der EnBW-Sprecher. Ob die Karlsruher sich auch mit einem kleineren Anteilspaket zufrieden geben würden, wollte er nicht kommentieren. Er verwies jedoch darauf, dass EnBW mit einem VNG-Engagement die Möglichkeit zur Entwicklung des Gasgeschäfts erhalten will. Villis hatte in der Vergangenheit mehrmals betont, kein „Coupon-Schneider" bei der VNG werden zu wollen.

Aufgrund des hohen Margendrucks im Down-Stream-Bereich sei eine Verlängerung der Wertschöpfungskette sinnvoll, erläuterte der Sprecher. Down-Stream betreibt EnBW gemeinsam mit der italienischen Eni seit 2002 die Gasversorgung Süddeutschland (GVS). Der Sprecher wollte sich allerdings nicht dazu äußern, ob EnBW eine engere Zusammenarbeit mit Eni zur Diversifizierung des Gasbezugs forciert. Eni exploriert und produziert weltweit Öl und Erdgas. Im Jahr 2012 wollen die Italiener eigenen Angaben zufolge täglich 2,05 Mio. Barrel Öläquivalent produzieren und diese Förderrate vorrangig durch organisches Wachstum in Afrika, Zentralasien und Russland erreichen.


 
Möchten Sie diese und weitere Nachrichten lesen?
 
 
Testen Sie E&M powernews
kostenlos und unverbindlich
  • Zwei Wochen kostenfreier Zugang
  • Zugang auf stündlich aktualisierte Nachrichten mit Prognose- und Marktdaten
  • + einmal täglich E&M daily
  • + zwei Ausgaben der Zeitung E&M
  • ohne automatische Verlängerung
 
Jetzt kostenlos testen
 
Login für Kunden
 

Kaufen Sie den Artikel
  • erhalten Sie sofort diesen redaktionellen Beitrag für nur € 8.93
 
JETZT ARTIKEL KAUFEN
Mehr zum Thema

 
Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?
 
Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter  vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.
 
WEITERE INFORMATIONEN
© 2021 Energie & Management GmbH
Freitag, 09.04.2010, 15:02 Uhr