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Enerige & Management > Offshore - EnBW will mehr Fahrt auf See aufnehmen
Bild: diak / Fotolia
OFFSHORE:
EnBW will mehr Fahrt auf See aufnehmen
Neben ersten Projekten vor den Küsten Taiwans und den USA setzt EnBW auch auf die Floating-Technologie. Mit Deutschlands führenden Windanlagenentwickler ist eine 15-MW-Anlage geplant.
 
Die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) will ihre Aktivitäten im Offshore-Windsektor ausbauen. Nicht zuletzt, weil die letzten beiden Nordsee-Projekte Hohe See und Albatros mitgeholfen haben, dass der Anteil der erneuerbaren Energien in der letztjährigen Konzernbilanz beim Adjusted Ebita auf rund 20 % geklettert ist. Neben dem regulierten und damit finanziell abgesicherten Netzbereich sind die grünen Energien für EnBW mittlerweile der zweitwichtigste Einnahmeposten. Dirk Güsewell, der bei dem Südwest-Energiekonzern die Portfolioentwicklung leitet, zeigte sich bei einem Online-Presseworkshop zufrieden mit dem neuen Ausbauziel der Bundesregierung von 40.000 MW bis 2040 auf See: „Das gibt der Branche endlich die lange vermisste Planungssicherheit.“

Im Gegensatz zu den anderen im Bundesverband Windparkbetreiber Offshore (BWO) organisierten Unternehmen kann EnBW durchaus mit dem in dieser Woche im Referentenentwurf angekündigten dynamischen Gebotsverfahren leben, wenn bei der nächsten Auktionsrunde mehrere 0-Cent-Gebote vorliegen sollten. „Damit vermeiden wir auf jeden Fall ein Losverfahren“, sagte Güsewell, „die vorgesehene Lösung stellt unserer Ansicht nach eine gute wettbewerbsfähige Marktregelung dar.“

Nicht nur in deutschen Gewässern (als nächstes Projekt soll 2025 der 900-MW-Offshore-Windpark „He Dreiht“ in Betrieb gehen) will EnBW mit weiteren Vorhaben punkten, sondern demnächst auch vor Taiwan und den USA. In Taiwan verfügt EnBW zusammen mit Partnern über eine Projektpipeline von rund 2.000 MW, für die allerdings noch die Zuschläge bei der nächsten, wohl Ende dieses Jahres stattfindenden Ausschreibungsrunde erforderlich sind. Vor der US-Ostküste könnte nach einer vorsichtigen Schätzung von Bill White, seit Herbst 2018 Geschäftsführer von EnBW North America, der erste konzerneigene Offshore-Windpark ab 2027 in Betrieb gehen. Voraussetzung ist allerdings, dass EnBW bei der im kommenden Jahr anstehenden Flächen-Auktion für das Cluster „New York/New Jersey Bight“ mit ihrem Gebot erfolgreich ist.

Akzente will EnBW auf jeden Fall bei der in der Offshore-Windbranche an Bedeutung gewinnenden Floating-Technologie setzen. Deshalb arbeitet der Energiekonzern seit einigen Monaten mit Sönke Siegfriedsen zusammen. Der Geschäftsführer der Aerodyn Energineering GmbH, der neben dem Enercon-Gründer Aloys Wobben hierzulande unbestritten zu führenden Entwicklern neuer Windturbinen zählt, arbeitet seit 2016 an dem schwimmenden Modell „Nezzy2“.
 
So sieht der EnBW-Hoffnungsträger für die schwimmende Offshore-Wind-Technologie aus: Das verkleinerte Modell von Nezzy² auf einem Baggersee im niedersächsischen Hymendorf (Landkreis Cuxhaven)
Bild: EnBW


Diese bislang einzigartige (und eigenwillige) Konstruktion besteht aus zwei Windturbinen mit zwei unterschiedlichen Rotorvarianten, und zwar mit zwei und mit drei Rotorblätter. Derzeit testen EnBW und Aerodyn ein verkleinertes Modell auf einem Baggersee zwischen Bremerhaven und Cuxhaven, in diesem Sommer soll ein Test auf der Ostsee folgen. Für Ende 2021 ist dann die erste größere Pilotanlage mit einer Gesamtleistung von immerhin 15 MW mit einem weiteren Partner vor der Küste Chinas vorgesehen. Damit weist Nezzy2 in etwa die gleiche Leistung wie die neue Windturbine auf, die Siemens Gamesa als sein neues Flaggschiff vor wenigen Tagen speziell für den Einsatz auf See angekündigt hat.

Aerodyn-Geschäftsführer Siegfriedsen kann sich den Einsatz von Nezzy2 auch in deutschen Nordsee-Gewässern vorstellen, denn: „Wir werden nach allen Testläufen eine voll konkurrenzfähige Anlage haben, die den Wettbewerb mit herkömmlichen, am Meeresboden verankerten Windturbinen nicht zu scheuen braucht.“ − eine beachtenswerte Ansage, die EnBW neue Chancen auf See eröffnet. Da vor vielen Küsten der Meeresboden schnell abfällt, bietet sich für die Nutzung der Offshore-Windenergie in vielen Regionen der Einsatz der Floating-Technologie als einzige Alternative an. Ob EnBW Nezzy2 bei einem geplanten Floating-Projekt vor der Küste Kaliforniens einsetzen wird, ließ Hannah König offen. Die promovierte Mathematikerin leitet bei EnBW das 75-köpfige Team „Wind- und maritime Technik“: „Zuerst müssen wir uns dort die notwendigen Flächen sichern. Wir sind aber von Nezzy2 begeistert.“

 
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Freitag, 29.05.2020, 16:05 Uhr