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Enerige & Management > Kernkraft - Endlagersuche auf die Hälfte Deutschlands eingegrenzt
Bild: Fotolia.com, T. Michel
KERNKRAFT:
Endlagersuche auf die Hälfte Deutschlands eingegrenzt
Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) benannte 90 Gebiete in Deutschland, die nach geologischen Kriterien grundsätzlich geeignet für ein Atommüll-Endlager seien.
 
Bis zum Jahr 2031 soll aus den 90 möglichen Standorten einer ausgewählt sein, an dem 2050 das Endlager in Betrieb geht. Es soll 1.900 Behälter mit hoch radioaktiven Abfälle aufnehmen, die bis zum Vollzug des Atomausstiegs Ende 2022 angefallen sein werden. Laut Bericht ist ein Anteil von 54 % der deutschen Landesfläche   als mögliches Teilgebiet für das Endlager ausgewiesen.

Geeignet für ein Endlager seien die Gesteinsarten Ton, Salz und Granit. Nach diesen suchten die Experten der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) nun bundesweit. Teilgebiete liegen etwa in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen, aber auch in den ostdeutschen Ländern. Neben den geologischen Voraussetzungen spielen bei der weiteren Eingrenzung auch die Besiedlung und andere Kriterien an der Oberfläche eine Rolle.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) bezeichnete die Suche nach einem Atommüll-Endlager als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „Der Zwischenbericht zeigt, dass das gemeinsam beschlossene Verfahren trägt", erklärte Schulze in Berlin. Es sei eine gute Nachricht, dass drei Jahre nach dem Verfahrensbeginn ein erster weithin sichtbarer Fortschritt bei der Endlagersuche erzielt worden sei, sagte sie.

Eine Million Daten ausgewertet

In der ersten Phase der Suche habe die BGE mehr als eine Million Daten ausgewertet, berichtete sie bei der Vorstellung des Berichts am 28. September. Bei der zweiten Phase soll an möglichen Standorten auch gebohrt und gemessen werden - dabei werden weitere Regionen ausgeschlossen. In einer dritten Phase würden dann Erkundungsbergwerke gebaut, um noch gründlicher zu prüfen, welches der beste Ort sein könnte.

Die bundesweite Endlagererkundung war angesichts des jahrzehntelangen hartnäckigen Widerstands gegen den Ende der 1970er Jahre ins Auge gefassten Standort im niedersächsischen Gorleben gestartet worden. Der Salzstock ist nun komplett aus dem Rennen, weil die Deckschichten darüber laut BGE nicht dick genug sind. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) äußerte sich „nicht überrascht“, da die geologischen Mängel bekannt waren.

Der stellvertretende Ministerpräsident Bayerns, Hubert Aiwanger (Freie Wähler), sagte im Deutschlandfunk, er glaube nicht an eine unabhängige Wissenschaft ohne politische Einflussnahme. Er kündigte zugleich einen politischen Wettkampf an, um das Endlager möglichst vom eigenen Bundesland fernzuhalten. Im bayerischen Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass Bayern aus Sicht der Koalitionspartner der CSU und Freien Wählern kein geeigneter Standort für ein Endlager sei.

​„Wir arbeiten rein wissenschaftlich“

„Wir arbeiten rein wissenschaftlich“, wies der Geschäftsführer der (BGE), Stefan Studt, die Kritik aus Bayern zurück. Das Vertrauen in der Bevölkerung sei ein „entscheidender Punkt im neuen Suchverfahren“, dies dürfe nicht durch kritische Anmerkungen schon zu Beginn des Verfahrens wieder infrage gestellt werden - nichts sei schädlicher.

Die Endlagersuche biete die Möglichkeit, das Zeitalter der Atomkraft endlich abzuwickeln, sagten der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Grüne Anton Hofreiter und die Vorsitzende des Umweltausschusses Sylvia Kotting-Uhl. Sie appellierten an die Länder: „Oberstes gemeinsames Ziel muss bleiben, in einem wissenschaftsbasierten, partizipativen und transparenten Verfahren den Standort mit der bestmöglichen Sicherheit für den hoch radioaktiven Atommüll zu finden.

 
Zur interaktiven Karte des BGE auf das Bild klicken. Screenshot: E&M

 
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