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Enerige & Management > KWK - Energie für den Winzergarten
Ehrenkirchen Versorgungsgebiet 2020 Bild: Sokratherm
KWK:
Energie für den Winzergarten
In Ehrenkirchen südlich von Freiburg entsteht ein neues Wohnquartier. Die deutsch-schweizerische Energiedienst AG kümmert sich dort um die effiziente Energieversorgung.
 
Gebaut wird seit Oktober 2017 auf dem ehemaligen Gelände der Markgräfler Winzergenossenschaft. Die Koch Wohnbau GmbH errichtet fünf Mehrfamilienhäuser und sechs Reihenhäuser mit insgesamt 52 Wohnungen. Die Fertigstellung des gesamten Areals ist noch im ersten Halbjahr 2020 geplant.

Der erste Bauabschnitt dauerte bis September 2019. In diesem Zeitraum errichtete man alle Häuser mit zusammen 30 Wohnungen außer dem größten Mehrfamilienhaus „Haus A“. Für dieses baute man aber bereits einen Heizraum mit Verbindung zur Tiefgarage. Dort steht auch das Blockheizkraftwerk, das das gesamte Quartier mit Strom und Wärme versorgt.

Im zweiten Bauabschnitt wird derzeit das Haus A mit 22 Wohnungen errichtet. Anfang 2019 hat man mit den Bauarbeiten begonnen, die nach den Planungen im Mai oder Juni 2020 abgeschlossen sein sollen.

Gebaut nach KfW-Effizienzstandard 55

Mittlerweile sind alle Wohnungen des Quartiers verkauft. 30 sind bereits bewohnt, die 22 restlichen sollen bis Mitte des Jahres bezogen sein. Gebaut wurden die Häuser nach dem KfW-Effizienzstandard 55. Sie verbrauchen damit dank guter Wärmedämmung, Dreifachverglasung und Fußbodenheizung nur 55 % der Energie, die ein Haus benötigen würde, das nach den Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) errichtet wurde.
 
Luftaufnahme des Wohnquartiers Winzergarten mit den Standorten von E-Mobilität und Energieerzeugern. Das größte Haus A mit BHKW und E-Ladestation wird als Bauabschnitt 2 voraussichtlich noch im ersten Halbjahr 2020 fertiggestellt
Bild: Sokratherm

Für die Energieversorgung des Quartiers sorgt die deutsch-schweizerische Energiedienst AG als Contractor. Sie stellt die nötigen Anlagen bereit und liefert Strom, Wärme und Energie für die Elektromobilität. Die Ladestationen sind wie das BHKW ebenfalls im Haus A untergebracht.

Strom und Wärme für das Wohnquartier erzeugt ein BHKW des Typs GG 50 von Sokratherm. Es hat eine thermische Leistung von 82 kW und kann zusätzlich bis zu 10 kW aus einem Brennwertwärmetauscher bereitstellen. Dazu kommt für die Wärmeversorgung ein Erdgaskessel mit 250 kW Leistung. Bevor die Wärme im Nahwärmenetz verteilt wird, gelangt sie in zwei Pufferspeicher mit zusammen 5.000 l Volumen.

Für die elektrische Energieversorgung des Quartiers nutzt man den Strom aus dem BHKW, das 50 kW elektrische Leistung bereitstellt. Zusätzlich gibt es eine Solaranlage mit 17 kWp. Die Energie aus beiden Stromquellen wird für den gemeinschaftlichen Eigenbedarf (etwa für Beleuchtung, Lifte, Pumpen) verwendet und den Bewohnern zu einem vergünstigten Tarif als „HausStrom“ angeboten.
Die elektrische Energie nutzt man damit vorwiegend für die Deckung des Eigenverbrauchs, nur ein Überschuss geht ins öffentliche Stromnetz. Das BHKW wird nach dem Wärmebedarf gefahren.

Carsharing mit Elektroauto im Quartier

Eine weitere Verwendungsmöglichkeit für den im Quartier erzeugten Strom ist seine Nutzung für die Elektromobilität. Den Bewohnern steht ein Carsharing-Elektroauto zur Verfügung, das über Telefon und Internet gebucht werden kann. Kommt das Angebot gut an, will man es für alle rund 150 Bewohner ausbauen.
 
BHKW-Kompaktmodul GG 50
Bild: Sokratherm

Die im September 2019 in Betrieb genommene BHKW-Anlage erzielt laut Sokratherm durch die Nutzung des Brennwerteffekts, der durch die niedrigen Rücklauftemperaturen der Fußbodenheizungen begünstigt wird, einen Wirkungsgrad von bis zu 97,2 %. Die Auslastung des BHKW lag zunächst bei 6,5 Betriebsstunden pro Tag, stieg dann aber mit der Zahl der Bewohner an. In den ersten Monaten 2020 lief die Anlage rund 16 Stunden am Tag. In den kommenden Jahren erwarten die Planer eine jährliche Betriebsstundenzahl von 5.000 bis 6.000. Bisher produzierte die Anlage etwa 76 % der Betriebsstunden auf voller Leistung und erzeugte dabei durchschnittlich etwa 45 kWh/h.

Das Blockheizkraftwerk läuft überwiegend dann, wenn die Photovoltaikanlage wenig Strom erzeugt, also im Frühjahr, Herbst und Winter. Im Sommer will man es mangels Wärmebedarf nur zur Warmwasserbereitung meist in den frühen Morgenstunden nutzen. Ansonsten steht es still. Für die Stromerzeugung sorgt dann die Solaranlage.


Die Anlage auf einen Blick:
Betreiber: Koch Wohnbau GmbH, Merzhausen
Contractor: Energiedienst AG, Rheinfelden
Anlage: BHKW-Kompaktmodul GG 50 von Sokratherm (92 kWth, 50 kWel), Erdgaskessel mit 250 kW, PV-Anlage mit 17 kWp
Besonderheit: Quartierversorgung mit Hausstrom und Ladestrom für E-Fahrzeuge
Einsparung: KfW-Effizienzstandard 55, benötigt 55 % der Energie eines Hauses, das der Energieeinsparverordnung entspricht
Ansprechpartner: Wilhelm Meinhold, w.meinhold@sokratherm.de; Klaus Nerz, klaus.nerz@energiedienst.de

 
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Freitag, 22.05.2020, 09:31 Uhr