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Enerige & Management > Photovoltaik - Energy Brainpool sieht großes Potenzial für kleine PV-Anlagen
Bild: ESWE Versorgungs AG
PHOTOVOLTAIK:
Energy Brainpool sieht großes Potenzial für kleine PV-Anlagen
Statt heute 50.000 MW wären bis 2030 PV-Kleinanlagen mit einer Leistung von 140.000 MW möglich. So die Prognose des Analysehauses Energy Brainpool in einer Studie im Auftrag der EWS.
 
Die EWS (Elektrizitätswerke Schönau) haben Energy Brainpool mit einer Studie zum Ausbaupotenzial von PV-Kleinanlagen in Deutschland beauftragt. Bis 2030 wäre demnach statt der von der Bundesregierung avisierten 100.000 MW ein Zubau auf insgesamt 170.000 MW Photovoltaikleistung möglich, davon 140.000 MW in Kleinanlagen bis 100 kWp. Dieser Zubau sei auch nötig, um die Klimaschutzziele zu erreichen, die gerade noch einmal von der EU verschärft wurden.

„Der Zubau von erneuerbaren Stromerzeugern ist in den letzten Jahren weit hinter seinem Potenzial zurückgeblieben“, kritisierte Sebastian Sladek, Vorstandsmitglied der EWS, bei der Präsentation der Studie am 21. September in Berlin. Dies gelte vor allem für die Photovoltaik (PV). Einst Zugpferd der bürgergetragenen Energiewende, sei der PV-Ausbau im Rahmen zahlreicher Gesetzesnovellen stark gedrosselt worden. „Der nun bekannt gewordene Entwurf für eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes droht leider, diesen Trend fortzuschreiben“, kritisierte Sladek.

Dachanlagen auch in den Städten

Laut der Studie „Chancen einer Verdreifachung des PV-Kleinanlagenanteils am Strommix bis 2030 – Klimaschutzpotenzial und notwendige Maßnahmen“ könnten vor allem kleinere PV-Anlagen zum Schlüssel für mehr Akzeptanz und zum Motor für die Energiewende in den Städten werden. Mitautor Michael Claußner erläuterte die Ergebnisse der Untersuchung. Dachflächen für das Ausbauziel seien ausreichend vorhanden, stellt die Metastudie fest.

„So könnten die Bürger wieder stärker an der Energiewende partizipieren und der Ausbau von erneuerbarer Stromerzeugung wäre mit weniger zusätzlichem Flächenverbrauch möglich“, sagte Claußner. Insbesondere Deutschlands Städte könnten einen essenziellen Beitrag zur Energiewende leisten, die dadurch zudem verbrauchsnäher ausgestaltet würde. Um einen derart ambitionierten Zubaupfad realisieren zu können, müssten jedoch einige regulatorische Rahmenbedingungen angepasst werden.
 
Laut der Studie erforderlicher PV-Ausbaupfad in Deutschland bis 2030
Bild: Energy Brainpool

Geforderte Maßnahmen

Das Maßnahmenpaket für den Zubau stellt Energy Brainpool auf drei Säulen: Eine PV-Pflicht für Neubauten, die Vereinfachung des Mieterstrommodells und die Ermöglichung von Energy Sharing, wie von der EU gefordert. Außerdem sollte der förderfreie Zubau von Großanlagen erleichtert und Fördermittel sollten zur Vernetzung von Kleinstanlagen genutzt werden. Und drittens müssten marktintegrierende Weiterbetriebsoptionen für Altanlagen gelten.

In einer anschließenden Diskussion erinnerte Kerstin Andreae daran, dass bei aller Förderung für selbst erzeugten Strom die Netze nicht vernachlässigt werden dürfen. Die Hauptgeschäftsführerin des BDEW sagte: „Eigenversorgung wird nie ohne den Rückhalt der Netze gelingen, darum müssen sich auch alle an den Netzkosten beteiligen“. Zudem müssten auch Prosumer die Möglichkeit bekommen, sich netzdienlich zu verhalten.

Reform von Energiesteuern und EEG

Thorsten Lenck, Leiter Erneuerbare Energien bei Agora Energiewende, forderte spätestens in der nächsten Legislaturperiode eine gründliche Reform der Energiesteuern und -abgaben. Nur damit könne die kostengünstige Förderung der Energiewende gelingen. „Das letzte Energiesteuergesetz stammt von 1999, das kennt die erneuerbaren Erzeuger gar nicht“, kritisierte er. Für den Übergang sollten kleine PV-Anlagen mit einem Standardlastprofil vom Netzbetreiber abgerechnet werden, um auch nach der EEG-Förderung ihre Leistung im Netz zu behalten.

Der Bundesgeschäftsführer der deutschen Umwelthilfe (DUH), Sascha Müller-Kraenner, forderte: „Das Ziel für den Ausbau erneuerbarer Erzeuger in 2030 muss bei mindestens 75 Prozent der Stromerzeugung liegen, anders sind die Klimaziele von Paris nicht zu stemmen“. Dagegen baue der Gesetzentwurf zum EEG zusätzliche Hürden für den Ausbau erneuerbarer Energien auf. So sollten künftig große Dachflächenanlagen für Solarenergie einer Ausschreibungspflicht unterliegen. „Zudem fehlen wichtige Impulse für die Bürgerenergie, also für Projekte, die sich mehrheitlich im Besitz von Privatpersonen befinden“, kritisierte er.

 
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Montag, 21.09.2020, 14:08 Uhr