• Kaum Bewegung bei Strom und Gas, CO2 etwas schwächer
  • Mehr Flächen für Windturbinen durch weniger Drehfunkfeuer
  • Stromerzeugung und Agraranbau in einem
  • Gasag-Gruppe visiert klimaneutrale Zukunft an
  • Diese Plattform ist "ein bisschen zu früh gekommen"
  • Batterierecycling mit Hindernissen
  • Mehr Strom aus fossilen Energieträgern im ersten Quartal 2021
  • "Wir müssen jetzt Gas geben!"
  • Das Jahrzehnt wird deutlich wärmer
  • RWE startet Bau von 1,4-GW-Windpark
Enerige & Management > Studien - Enervis-Studie sieht Vorteil für Power-to-Gas
Bild: Fotolia.com, alphaspirit
STUDIEN:
Enervis-Studie sieht Vorteil für Power-to-Gas
Wärme aus erneuerbarem Strom zu erzeugen, wird sehr teuer, zeigt eine Studie, die prognostiziert, dass Erdgas deshalb noch für Jahrzehnte eine wichtige Rolle am Wärmemarkt spielen wird.
 
Die für den Klimaschutz erforderliche Dekarbonisierung des Wärmemarkts durch Vollelektrifizierung, also eine Umstellung der Wärmerzeugung auf Strom, würde nach Berechnungen der Berliner Unternehmensberatung Enervis Energy Advisors GmbH bis 2050 umgerechnet jährlich bis zu 30 Mrd. Euro kosten. Das haben die Berater für eine Studie zur so genannten Sektorkopplung ermittelt, die sie für eine Gruppe von Unternehmen der Gaswirtschaft erstellt haben. „Unsere Modellierungen zeigen die enormen Kosten einer Dekarbonisierung des Wärmemarktes“, sagte Berater Julius Ecke bei der Vorstellung der Untersuchung am 21. März in Berlin.

Enervis hat dafür zwei Varianten der Sektorkopplung gegenübergestellt: Zum einen die direkte Verwendung von Strom für den Betrieb von Wärmepumpen und anderen elektrischen Heizenergieerzeugern, zum anderen die Umwandlung von erneuerbarem Strom zu regenerativem Gas über Power-to-Gas und die anschließende Nutzung dieses Gases zur Wärmeerzeugung in Heizkesseln oder KWK-Anlagen.

Ergebnis: Die Kosten der Power-to-Gas-Variante liegen mit rund 26 Mrd. Euro pro Jahr etwas unter den im Schnitt jährlich 30 Mrd. Euro, die für die Variante direkte Verwendung von Strom anzusetzen sind. Auch bei den CO2-Vermeidungskosten schneidet die Power-to-Gas-Variante besser ab. Die Kostenvorteile erklären die Enervis-Berater unter anderem mit der günstigeren Wärmeerzeugung, niedrigeren Kosten für Stromimporte und Back-up-Kraftwerke sowie einem deutlich niedrigeren Leistungsbedarf des Stromsystems. Mehrkosten entstünden durch einen höheren Strombedarf und den Bau der Power-to-Gas-Anlagen. Die Power-to-Gas-Technik berge jedoch erhebliches Kostensenkungspotenzial.

Kohleausstieg auch für Wärmewende unabdingbar

Darüber hinaus kommt die Studie zu weitreichenden Schlussfolgerungen für die Entwicklung des Wärmemarktes in Richtung Dekarbonisierung. Ohne einen beschleunigten Kohleausstieg bis 2035 sei eine effiziente und effektive Dekarbonisierung der Sektoren Strom und Wärme nicht möglich ist, erklärte Ecke. Der Kohleausstieg mache auch Investitionen in Gaskraftwerke nötig. Der Umstieg von Kohle zu Gas in der Stromerzeugung sei daher energiewirtschaftlich und politisch vorrangig zu behandeln.

Insgesamt sieht der Enervis-Berater Erdgas noch auf Jahrzehnte als wichtigen Bestandteil des Wärmemarktes. Bis mindestens 2040 werde es die kosteneffizienteste CO2-Vermeidungsoption für Wärme sein, bis 2050 und darüber hinaus ein kosteneffizienter CO2-armer Energieträger für Backup-Kraftwerke.

Um die Klimaschutzziele kosteneffizient zu erreichen, gelte es, Vorfestlegungen zu vermeiden und Technologieoffenheit sicherzustellen, rät er. Die Gasinfrastruktur sei eine wichtige Flexibilitätsoption für die Flankierung der erneuerbaren Energien. Eine dekarbonisierte Welt mit Power-to-Gas könne volkswirtschaftlich günstiger sein als eine Welt ohne Gas, so Ecke weiter.

Das sieht auch die Gasbranche so. „Die Studie zeigt, dass wir verstärkt auf die Sektorkopplung über Power-to-Gas setzen müssen, um die Klimaschutzziele kostengünstig zu erreichen“, erklärte Ulf Heitmüller, Vorstandsvorsitzender des Leipziger Gasversorgers VNG, der die Studie zusammen mit DEA, EWE, Gascade, Open Grid Europe, Shell, Statoil und Thüga in Auftrag gegeben hatte. „Wer auf dem Weg in die dekarbonisierte Welt vorhandene Infrastrukturen nicht bestmöglich nutzt, vernichtet unternehmerische Werte, schwächt die Versorgungssicherheit in Deutschland und treibt die Kosten für die Endkunden“, ergänzte Thüga-Chef Michael Riechel.

 
Möchten Sie diese und weitere Nachrichten lesen?
 
 
Testen Sie E&M powernews
kostenlos und unverbindlich
  • Zwei Wochen kostenfreier Zugang
  • Zugang auf stündlich aktualisierte Nachrichten mit Prognose- und Marktdaten
  • + einmal täglich E&M daily
  • + zwei Ausgaben der Zeitung E&M
  • ohne automatische Verlängerung
 
Jetzt kostenlos testen
 
Login für Kunden
 

Kaufen Sie den Artikel
  • erhalten Sie sofort diesen redaktionellen Beitrag für nur € 8.93
 
JETZT ARTIKEL KAUFEN
Mehr zum Thema

 
Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?
 
Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter  vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.
 
WEITERE INFORMATIONEN
© 2021 Energie & Management GmbH
Dienstag, 21.03.2017, 17:35 Uhr