• SF6 in der Energiebranche weiter auf dem Vormarsch
  • Solarkraftwerke auf Braunkohleflächen
  • Digitalisierung für zeitgemäße Immobilienverwaltung
  • Wuppertal will Wasserstoff-Busflotte verdoppeln
  • Rohstoffhunger nach wichtigen Metallen für Lithium-Ionen-Batterien
  • Festere Notierungen bei Strom, Gas und CO2
  • Erneuerbaren-Verband rechnet mit Laschets Windkraft-Plänen ab
  • Neuer Zeitplan für Zellfertigung in Münster
  • Industriekunden: VIK-Basisindex im Mai weiter gestiegen
  • Nürnberger Eisspeicher in Betrieb
GASMARKT:
Eon Ruhrgas sieht Wärmemarkt in Gefahr
Eon Ruhrgas, Deutschlands führender Gasimporteur, will angesichts zunehmender Bemühungen um Energieeffizienz bisherige Gasbedarfsprognosen noch einmal überprüfen und kündigt ein Förderprogramm für Heizungsmodernisierung an.
 

"Wir werden die bestehenden Bedarfsprognosen deutlich überarbeiten müssen", sagte Bernhard Reutersberg, Vertriebsvorstand der Eon Ruhrgas am 5. Dezember in Bad Zwischenahn. Er kritisierte noch einmal die im Klimaschutzpaket der Bundesregierung erkennbare Tendenz, "Erdgas ab 2020 aus dem Wärmemarkt zu verdrängen". Eon Ruhrgas befürchtet, dass der Absatz von Erdgas am Wärmemarkt nicht mehr so stark steigt wie bisher erwartet oder sogar zurückgeht.

Auch BDEW-Präsident Michael Feist hält einen erheblichen Rückgang des Gasabsatzes in Folge der Umsetzung der Meseberger Beschlüsse der Bundesregierung zum Klimaschutz für wahrscheinlich, wie er bei den Oldenburger Gastagen erklärte. Feist kritisierte, dass die Gesetzesvorschläge eine Tendenz erkennen ließen, im Wärmemarkt "Stromwärmepumpen und Solarthermie zu pushen" und das Bioerdgas, das die Gaswirtschaft in großem Stil produzieren will, zumindest in normalen Heizanlagen nicht als Bioenergie zuzulassen. Von der ursprünglich in den Meseberg-Beschlüssen versprochenen Technologieoffenheit und Kosteneffizienz sei in diesem Zusammenhang nicht mehr die Rede, bemängelten Feist und Reutersberg. Dabei gebe es unter Effizienzgesichtspunkten nach heutigem Stand "nichts besseres als eine Gasbrennwertheizung, die durch Solarthermie ergänzt wird", so der Eon-Ruhrgas-Vertriebschef.

Deutschlands Import-Marktführer will sich jedoch trotz des befürchteten politischen Gegenwinds nicht davon abbringen lassen, weiter für das Produkt seines Unternehmens zu werben. "Wir stehen für Erdgas und sehen erhebliche Vorteile für diesen Wärmeenergieträger", sagte er in Bad Zwischenahn.

Er bekräftigte auch noch einmal das Ende November verkündete Vorhaben, im Rahmen der Initiative Erdgas-ON ein Förderprogramm für Gasbrennwertheizungen in Kombination mit Solarthermieanlagen aufzulegen, das durch eine Informationskampagne zur Energieeffizienz sowie Weiterbildung für das Sanitär- und Installationshandwerk flankiert wird. Mit den Initiativen Gaswärmepumpe und Brennstoffzelle unterstütze Eon Ruhrgas ferner die Entwicklung der Anwendungstechnologien von morgen.

Auch den Bioerdgas-Markt will der Essener Konzern im industriellen Maßstab entwickeln und diesen erneuerbaren Energieträger auch im Kraftstoffmarkt einführen.

Das Förderprogramm für den Austausch von Ölheizungen, die älter als 15 Jahre sind, soll im April 2008 starten. Eon Ruhrgas wird Gasbrennwertkessel mit mindestens 400 Euro für ein Einfamilienhaus und mindestens 1 000 Euro für ein Mehrfamilienhaus ab zwölf Wohneinheiten fördern. Auch die energieeffiziente Kombination von Solarthermieanlagen mit Erdgasbrennwerttechnik wird finanziell unterstützt.
Eon Ruhrgas will seinen Teil des Förderbetrags an die regionalen und städtischen Versorger weitergeben, die das Geld an die Kunden auszahlen werden. Allein mit diesem Förderprogramm ließen sich die Treibhausgasemissionen um rund 400 000 t CO2 pro Jahr reduzieren, so Reutersberg.

"Das Kernargument für Erdgas ist der CO2-Ausstoß", bestätigte bei den Oldenburger Gastagen auch Axel Scheuer von der niederländischen Gas-Terra, dem Energiehandelszweig der früheren Gasunie. Erdgas sei von den derzeit verwendeten Energieträgern derjenige, der die höchste Effizienz bei der Energieerzeugung in Haushalten, Industrie und in Kraftwerken ermögliche.
In den Niederlanden sieht man auch den von deutscher Seite befürchteten Absatzrückgang am Wärmemarkt nicht so dramatisch. "Die Heizungen werden nicht von heute auf morgen ersetzt", meint Scheuer. Gas sei nach wie vor die "Energy of Choice", also erste Wahl. Gas Terra rechne mit steigender Nachfrage am nordwesteuropäischen Markt, den Scheuer und auch Reutersberg immer mehr zusammenwachsen sehen.

Reutersberg kündigte an, dass Eon Ruhrgas seinen Grenzübergangskapazitäten in Nachbarländer überall da ausbauen werden, wo dauerhaft weniger als zehn Prozent freie Kapazitäten zur Verfügung stehen.

In diese Tendenz der sich integrierenden westeuropäischen Märkte passt auch die Ende Januar gemeldete Übernahme des BEB-Netzes durch den staatlichen niederländischen Transportnetzbetreiber Gasunie. "Es ging schneller als wir selbst erwartet hatten", äußerte sich Peter P Breithaupt von der Gasunie zum Erwerb "eines unserer Lieblingskinder". Die Übernahme habe strategische Gründe, die auch mit dem erwarteten zur Neige gehen der niederländischen Gasvorkommen zu tun haben. Es sei geplant, die beiden Netze in enger Verbindung miteinander zu führen. "Im Grunde genommen ist die BEB unsere kleine Zwillingsschwester", sagte er. "Wir wollen keine Sackgasse in Europa sein", kündigte Breithaut an. Die Gasunie wolle Partner der deutschen Versorger sein und "Infrastruktur nach Bedarf" zur Verfügung stellen.


 
Möchten Sie diese und weitere Nachrichten lesen?
 
 
Testen Sie E&M powernews
kostenlos und unverbindlich
  • Zwei Wochen kostenfreier Zugang
  • Zugang auf stündlich aktualisierte Nachrichten mit Prognose- und Marktdaten
  • + einmal täglich E&M daily
  • + zwei Ausgaben der Zeitung E&M
  • ohne automatische Verlängerung
 
Jetzt kostenlos testen
 
Login für Kunden
 

Kaufen Sie den Artikel
  • erhalten Sie sofort diesen redaktionellen Beitrag für nur € 8.93
 
JETZT ARTIKEL KAUFEN
Mehr zum Thema

 
Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?
 
Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter  vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.
 
WEITERE INFORMATIONEN
© 2021 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 06.12.2007, 10:43 Uhr