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Enerige & Management > Gas - Erdgas wird für Deutschland wichtiger
Bild: Fotolia.com, WoGi
GAS:
Erdgas wird für Deutschland wichtiger
Ein Plädoyer für den Erdgas-Einsatz in Deutschland ist die jüngste Studie der Deutschen Bank. Gas sei eine Übergangsenergie, aber eine wichtige, heißt es im "Deutschland-Monitor".
 
Die Autoren der Studie verweisen darauf, dass Deutschland mit dem fast gleichzeitigen Ausstieg aus Kernenergie (2022) und Kohle (2038) einen Brennstoff braucht, mit dem die entstehende Lücke bei den Kraftwerken geschlossen werden können. Für die Übergangszeit bis 2050, dem Zeitpunkt, zu dem Deutschland annähernd Klimaneutralität anstrebt, sei deswegen Erdgas als Übergangsenergie notwendig.

Bei der Sicherheit der Erdgasversorgung hat die Studie der Deutschen Bank keine Sicherheitsbedenken gegenüber Russland als wichtigem Gaslieferant. Denn zum einen hat sich durch Importe von verflüssigten Erdgas (LNG) der Bezug diversifiziert, zum anderen liefert Russland seit 40 Jahren unabhängig von der politischen Großwetterlage zuverlässig Erdgas.

Nord Stream 2 erhöht Versorgungssicherheit

Mit der Pipeline Nord Stream 2 entstehe eine zusätzliche Transportinfrastruktur, die die Versorgungssicherheit erhöhe. "Die Gewichtung der energiepolitischen Ziele spricht für die Fertigstellung und Inbetriebnahme von Nord Stream 2", heißt es in dem Deutschland-Monitor. Die Pipeline gefährde auch nicht die Bezahlbarkeit von Gas in Deutschland und Europa. Sie sei eine zusätzliche technische Lieferalternative, und damit eine Angebotsverbesserung.

Der unbestrittenen Marktmacht Russlands stünden die Megatrends der Gasmarkt-Liberalisierung und die Preisdifferenzen zu LNG-Lieferungen entgegen. "Überhöhte Preise kann kein Gasexporteur mehr durchsetzen, auch nicht Russland."

Klar ist für die Studienautoren auch, dass die Erneuerbaren eine bessere Klimabilanz als Erdgas haben. Der Ausbau dieser Stromquellen und der notwendigen Übertragungsnetze für den Stromtransport von Nord nach Süd stockt in Deutschland aber. Daher sei Erdgas für eine Übergangszeit unverzichtbar.

Derzeit ist Erdgas die Nummer zwei im deutschen Verbrauchermix. 23,4 % des deutschen Primärenergieverbrauchs werden durch Gas gedeckt. Es belegt damit den Platz zwei hinter Mineralöl (34 %) und deutlich vor Braun- und Steinkohle.

Den größten Teil des Erdgases in Deutschland mit 41 % verbrauchen Privathaushalte, Gewerbe und Dienstleistungsunternehmen. Die Industrie benötigt 40 % des Gasabsatzes, die BHKW und Heizkraftwerke der allgemeinen Versorgung 19 %.

Langfristige Lieferverträge sind Vergangenheit

Bei der Preisgestaltung verweist die Deutsche Bank auf die mittlerweile entstandenen Gasmärkte. Dadurch entstehen unterschiedliche Preise, es gibt keine langfristige Verträge mit den Lieferländern mehr. Auch in Russland seien mittlerweile LNG-Exporteure wie der Konzern Novatek auf dem Markt. Dieser diversifizierte Gasvertrieb wirkt preisdämpfend, heißt es in der Studie der Deutschen Bank.

Gas wird nicht nur in Deutschland benötigt, sondern auch in den Kraftwerken anderer EU-Länder. Viele Länder in Europa steigen bis spätestens 2030 aus der Kohle für die Stromgewinnung aus, heißt es in der Studie. Zusammen mit dem deutschen Kohleausstieg nach 2038 sei dann die Hälfte der europäischen Kohlekraftwerksflotte vom Netz.

"Es zeichnet sich damit ab, dass der europäische Gaskraftwerkspark in der kommenden Dekade intensiver genutzt werden muss als bisher", folgern die Studienautoren. Erdgas bleibe wegen der Speicherbarkeit trotz der Fortschritte bei den Erneuerbaren attraktiv, gleiches gelte für Gaskraftwerke wegen ihrer Regelbarkeit. Wenn allerdings in der EU ab 2050 keine klimaschädlichen Gase mehr emittiert werden dürfen, müssen klimabelastende Emissionen, auch aus dem Gaskraftwerken, kompensiert werden.

 
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Mittwoch, 06.11.2019, 15:07 Uhr