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Enerige & Management > Regenerative - Erneuerbare könnten Strombedarf dreifach decken
Bild: K-U Haessler / Fotolia
REGENERATIVE:
Erneuerbare könnten Strombedarf dreifach decken
Deutschland könnte theoretisch seinen kompletten Strombedarf aus erneuerbaren Energien decken. Ein Problem gibt es aber mit der Wirtschaftlichkeit: Sie geht mit wachsendem Zubau zurück.
 
Die Energieexperten von Aurora Energy Research kommen in einer Studie zu der Erkenntnis, dass das geografische und technologische Potenzial in Deutschland ausreicht, um den heutigen Verbrauch dreimal zu decken. Damit könnten auch die Klimaziele der Bundesregierung für 2030 und 2050 erreicht werden.

„Wir nutzen heute bei Photovoltaik und Offshore-Wind nur etwa zehn Prozent des möglichen Potenzials, bei Onshore-Wind knapp ein Drittel“, sagt Casimir Lorenz, Projektleiter beim Beratungsunternehmen Aurora. Es bleibe also mehr als genug Spielraum, um wie angestrebt bis 2030 den Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung auf 65 % zu steigern und bis 2050 die Energieversorgung weitestgehend CO2-frei zu gestalten.

Die Studie zeigt, dass Wind- und Sonnenenergie auf den in Deutschland verfügbaren geeigneten Flächen mit heutiger Technik gut 1.200 Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr liefern könnten. Durch den zu erwartenden technologischen Fortschritt steigt dieser Wert bis 2040 vermutlich auf knapp 1.800 Mrd. kWh – das entspricht dem Dreifachen des heutigen Strombedarfs.

Allerdings machen die Wissenschaftler ein Problem bei der Wirtschaftlichkeit der Erneuerbaren aus, die bei steigendem Marktanteil zurückgeht: Je mehr Anlagen auf den Markt kommen, desto stärker sinken die Strompreise. Das liegt an den niedrigen Betriebskosten der PV-Flächen und Windkraftwerke, die die Stromproduktion sehr billig machen. „Das bremst den weiteren Zubau, denn das für die Errichtung der Anlagen nötige Kapital muss trotzdem finanziert werden“, erklärt Lorenz. Je nach Höhe der Kapitalkosten sei dann ab einem bestimmten Marktanteil von Erneuerbaren der Strompreis zu niedrig, als dass sich ein weiterer Zubau für Betreiber und Investoren wirtschaftlich lohnen würde.

Höherer CO2-Preis gegen „Preis-Kannibalisierung“

Die Berechnungen der Aurora-Experten ergeben, dass diese „Preis-Kannibalisierung“ einen rein marktbasierten Erneuerbaren-Ausbau so früh ausbremsen würde, dass weder das 65-%-Ziel noch die Treibhausgasneutralität 2050 erreicht würden. Um den marktbasierten Ausbau zu steigern, sieht Lorenz die Politik gefordert, sie müsse die Rahmenbedingungen verändern. Eine Stellschraube wäre zum Beispiel der CO2-Preis: Ist dieser höher, steigt das allgemeine Strompreisniveau und damit auch die Einnahmen der Erneuerbaren. Dann lohnt sich wiederum der Neubau von zusätzlichen Anlagen.

Auch weil der Ausbau der Windenergie an Land durch mangelnde Akzeptanz und die Diskussion um Abstandsregeln praktisch zum Erliegen gekommen ist, sieht Agora das Erreichen der Erneuerbaren-Ziele in Gefahr. Eine Lösung für dieses Problem könnte aus Sicht der Studienautoren ein starker Schub bei der Solarstromerzeugung sein. Allerdings müssten jedes Jahr 9.000 bis 11.000 MW an neuen Photovoltaik-Anlagen dazukommen, um bei einem weiteren Stocken des Onshore-Ausbaus die entstehende Lücke zu schließen und wie angepeilt bis 2030 das 65-%-Ziel zu erreichen. Die Zubaurate bei der Solarenergie müsste sich somit gegenüber 2019 mehr als verdoppeln. Um bis 2050 das Ziel der Treibhausgasneutralität zu erreichen, müsste zusätzlich auch die Offshore-Windenergie deutlich stärker ausgebaut werden – hier wären 50.000 MW pro Jahr nötig.

 
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Mittwoch, 20.05.2020, 13:54 Uhr