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Enerige & Management > Europa - EU-Kommission legt Bericht zur Energie-Union vor
Bild: Fotolia, koya979
EUROPA:
EU-Kommission legt Bericht zur Energie-Union vor
Die EU wird ihre Klimaziele für 2020 möglicherweise nur teilweise erreichen. Mit dem Einsparen von Energie klappt es nur in Krisenzeiten, so der jüngste Bericht der EU-Kommission.
 
Wie der aktuelle Bericht der Kommission zeigt, wurde in der EU zuletzt deutlich mehr Energie verbraucht als man sich für 2020 vorgenommen hatte. Selbst wenn der Verbrauch in diesem Jahr krisenbedingt unter diese Marke sinke, heißt es in dem Bericht, „würde das nicht zu einem strukturellen Rückgang des Energieverbrauchs führen. Ein Wiederanstieg ist vorprogrammiert, sobald sich die Wirtschaft erholt.“

Dagegen schneidet die Union beim Einsatz der erneuerbaren Energien deutlich besser ab als man sich noch 2007 für dieses Jahr vorgenommen hatte (20 %). Nach den jüngsten Projektionen werden in diesem Jahr rund 23 % des europäischen Energiebedarfs durch Wind, Sonne und andere erneuerbare Quellen gedeckt.

Die CO2-Emissionen fallen wesentlich geringer aus als für 2020 veranschlagt. Die Erfolge bei der Senkung der Emissionen gingen überwiegend auf das Konto der Energiewirtschaft und der Industrie, heißt es in dem Bericht weiter. Emissionen, die nicht vom Emissionshandel erfasst würden, seien dagegen nur geringfügig zurückgegangen.

Bewertung der nationalen Energie- und Klimapläne nur bis 2030

Mit Blick auf die langfristigen Klimaziele der EU sieht sich die Kommission außerstande, eine Bewertung vorzunehmen. Nur 16 Mitgliedstaaten − darunter auch Deutschland − haben bislang in Brüssel dargelegt, wie sie ihren CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2050 auf „netto-null“ drücken wollen. Daraus ergebe sich nicht immer, was darunter genau verstanden werde oder ob es sich um verbindliche Ziele handle. Auch die Vergleichbarkeit der Vorgaben sei nicht gegeben, so die EU-Kommission.

Für die geltenden Klimaziele bis 2030 legt die Kommission eine Bewertung der nationalen Energie- und Klimapläne vor. Mit den deutschen Klimazielen für 2030 ist man in Brüssel, abgesehen vom Energieverbrauch, überwiegend zufrieden.

Die Versorgung mit Strom und Gas sei auch nach dem Ausbruch der Corona-Krise in der Energie-Union nicht gefährdet gewesen, heißt es aus Brüssel. Allerdings müssten sich die Mitgliedstaaten auf neue Risiken einstellen und vorbereiten. In der Gaswirtschaft seien diese Vorbereitungen weiter gediehen als im Stromsektor. So haben es acht Staaten (Frankreich, Irland, Italien, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien, Zypern) bislang nicht geschafft, eine Interkonnektor-Kapazität von 10 % ihres nationalen Verbrauchs mit ihren Nachbarstaaten aufzubauen. Positiver entwickelte sich der Gasmarkt. An den wichtigen europäischen Umschlagplätzen stieg das Handelsvolumen um 32 %.

Energiepreise in der EU unterscheiden sich stark

Energiearmut bleibt nach Ansicht der Kommission ein großes Problem: 34 Millionen Haushalte seien nicht in der Lage, ihre Wohnung adäquat zu heizen. Die Energiepreise zwischen den Mitgliedstaaten weisen nach wie vor große Unterschiede auf. Für eine Megawattstunde Gas mussten Haushalte im vergangenen Jahr in Ungarn 33 Euro und in Schweden 116 Euro zahlen. Im Durchschnitt lag der Preis bei 68 Euro/MWh. Strom kostete in Bulgarien 98 Euro und in Dänemark 295 Euro. Im EU-Durchschnitt war die Megawattstunde 216 Euro wert. 
  Steuern, Abgaben und regulierte Preise hätten nach wie vor eine große Bedeutung. Die von der EU vorgeschriebenen Regeln und Mindestsätze für die Besteuerung von Energie hätten dagegen durch zahlreiche Ausnahmen kaum noch Auswirkungen auf die Energiepreise, so die Kommission. In vielen Fällen laufe das darauf hinaus, dass der Einsatz fossiler Energie gefördert werde.

Ihren jüngsten Bericht zur Energie-Union    stellt die EU-Kommission auf ihrer Internetseite zum Download bereit.

 
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Donnerstag, 15.10.2020, 14:32 Uhr