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Enerige & Management > Klimaschutz - EU senkt Emissionen 2019 um 3,7 Prozent
Bild: marcelheinzmann / Fotolia
KLIMASCHUTZ:
EU senkt Emissionen 2019 um 3,7 Prozent
Die Treibhausgase in der EU sind im vergangenen Jahr um 3,7 % zurückgegangen, obwohl die Wirtschaftsleistung um 1,5 % zugelegt hat.
 

Im Vergleich zum Referenzjahr 1990 wurden in der EU 2019 rund 24 % weniger Treibhausgase ausgestoßen. Damit gilt es als sicher, dass die EU ihre Zusage, die Emissionen im laufenden Jahr um 20 % zu reduzieren, deutlich übererfüllen wird. Denn wegen der Corona-Krise sind sie 2020 weiter rückläufig.

Die jüngsten Zahlen aus dem aktuellen EU-Klima-Fortschrittsbericht zeigten, dass es möglich sei, trotz wirtschaftlichen Wachstums die CO2-Emissionen zu senken, sagte der Vize-Präsident der EU-Kommission, Frans Timmermans, bei der Vorlage des jüngsten Berichtes der Kommission über die EU-Klimapolitik: „Der Bericht bestätigt aber auch, dass wir unsere Anstrengungen in allen Sektoren verstärken müssen, wenn wir unser Ziel der Klimaneutralität bis 2050 erreichen wollen.“

Den stärksten Rückgang verzeichneten 2019 erneut die vom europäischen Emissionshandel(ETS) erfassten Anlagen: -9,1 %, entsprechend 152 Mio. t wenigen an Treibhausgasen. Daran maßgeblich beteiligt war die Energiewirtschaft mit einem Wert von sogar -15%. Hier machte sich der anhaltende Rückgang der Kohleverstromung und der Ersatz durch Gas, Wind und Sonne bemerkbar. Die Emissionen der Industrie sanken um 2 %, die Airlines stießen 1 % mehr Treibhausgase aus.

Die Mitgliedstaaten der EU erlösten aus der Versteigerung von Emissionszertifikaten 14,1 Mrd. Euro. Davon wurden nach den Berechnungen der Kommission 77 % Prozent für Maßnahmen des Klimaschutzes oder die Modernisierung der Energiewirtschaft ausgegeben.

Überschuss von 1,39 Mrd. Zertifikaten im ETS

Den Überschuss an Zertifikaten im ETS gibt die Kommission mit 1,39 Milliarden an. Das hat zur Folge, dass in diesem Jahr 40 % weniger Zertifikate zur Versteigerung kommen. Im nächsten Jahr erwartet die Kommission einen ähnlichen Rückgang der versteigerten Menge und eine Ausweitung der Marktstabilisierungsreserve(MSR).

Die Emissionen der Sektoren, die nicht am Emissionshandel teilnehmen (ESD), bewegten sich im vergangenen Jahr auf dem gleichen Niveau wie 2018. Im Vergleich zu 2005 waren das 10 % weniger. Die Kommission geht davon aus, dass die Mitgliedstaaten ihre ESD-Vorgaben für 2020 erreichen.

Allerdings bestehe weiter die Gefahr, dass die Vorgaben für 2030 nicht erfüllt würden, heißt es in dem Bericht. Auf der Grundlage der nationalen Energie- und Klimapläne ergibt sich nach den Berechnungen der Kommission außerhalb des ETS ein Rückgang der CO2-Emissionen um 19 % bis 2030, und damit deutlich weniger als das anvisierte Ziel von -30 % (im Vergleich zu 2005). Allerdings hätten die Mitgliedstaaten inzwischen Nachbesserungen angekündigt, die geeignet seien, diese Lücke zu schließen, heißt es in dem Bericht weiter.

Die Ausgaben der EU für den Klimaschutz erreichten im vergangenen Jahr fast 21 % des Budgets. Trotzdem dürfte die Union ihr Ziel, in der laufenden Finanzperiode 2014 bis 2020 jeden fünften Euro aus dem EU-Haushalt für den Klimaschutz zu verwenden, leicht verfehlen. Für den Klimaschutz in den Entwicklungsländern stellt die Kommission in diesem Zeitraum 14 Mrd. Euro zur Verfügung. Alle Mitgliedstaaten zusammen brachten 2019 öffentliche Mittel von 23,2 Mrd. Euro für den internationalen Klimaschutz auf, das waren 6,9 % mehr als im Vorjahr.

Der Fortschrittsbericht Kick-starting the journey towards a climate-neutral Europe by 2050   kann von der Website der EU-Kommission heruntergeladen werden.

 

Tom Weingärtner
© 2021 Energie & Management GmbH
Montag, 30.11.2020, 14:07 Uhr

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