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Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - Forscherstreit um E-Auto-Emissionen
Bild: Lichtblick
ELEKTROFAHRZEUGE:
Forscherstreit um E-Auto-Emissionen
Mit kritischen Aussagen zu den Umweltaspekten von E-Autos hat das Institut für Weltwirtschaft für Wirbel gesorgt. Das Fraunhofer ISI stellt nun aber die Ergebnisse der Studie infrage.
 
In dem Papier „Elektromobilität und Klimaschutz: Die große Fehlkalkulation“ hat das Institut für Weltwirtschaft (IFW) die These aufgestellt, dass bisherige Studien - darunter eine des Fraunhofer ISI – den erhöhten Strombedarf durch den Ausbau der Elektromobilität unberücksichtigt ließen. Dieser würde aber bei Elektroautos zu 73 % höheren Treibhausgasemissionen führen als bei modernen Diesel-Pkw.

„Elektroautos fahren heutzutage de facto mit 100 % Kohlestrom“, so IFW-Forscher Ulrich Schmidt. „Denn der Anteil erneuerbarer Energie an ihrem Stromverbrauch steht nicht zur Verfügung, um fossile Energieträger an anderer Stelle zu verdrängen, und der erhöhte Strombedarf erfordert die zusätzliche Nutzung fossiler Energieträger.“ Daher sei es umweltschonender, erneuerbare Energien zur Reduzierung der Kohleverstromung ins Netz einzuspeisen, als damit Elektroautos zu betanken. 

Allein mit Personenkraftwagen wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt im Jahr 2018 insgesamt 630,84 Mrd. Kilometer zurückgelegt. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch eines Elektroautos von 15 kWh je 100 Kilometer ergäbe dies bei vollständiger Umstellung auf Elektromobilität nur im PKW-Bereich einen Stromverbrauch, der 18,4 % der Nettostromerzeugung in Deutschland entspricht, so Schmidts Analyse.

In einer Stellungnahme zu dem Papier des IFW reagiert das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung nun auf Ergebnisse, Methodik und Berechnungen der IFW-Studie:
  • In der IFW-Studie werden Braunkohlekraftwerke durch erneuerbaren Strom substituiert, was technisch und wirtschaftlich herausfordernd ist. Nach anerkanntem Wissensstand substituiert erneuerbarer Strom überwiegend einen Mix aus Gas- und Steinkohlekraftwerken. Deshalb werden die Einspareffekte in der IFW-Studie für die Braunkohlesubstitution um den Faktor 2 überschätzt.
  • Die Vergleichsmethode zwischen konventionellen und E-Pkw ist nicht konsistent. Bei E-Pkw werden die Treibhausgasmissionen mit dem denkbar schlechtesten Kraftwerkstyp, den Braunkohlekraftwerken, bewertet. Bei konventionellen Pkw werden die Durchschnittsemissionen aus der Ölförderung genommen. Nimmt man auch hier die schlechtesten Werte, die sich aus der Gewinnung von Ölsanden und Öl aus Fracking ergeben, so liegen die Emissionen bei den konventionellen Pkw deutlich höher als angegeben.
  • Die IFW-Studie setzt für eine Klimabilanzbewertung der Elektromobilität zu 100 % (Braun-)Kohlestrom an. Studien zeigen aber, dass viele E-Fahrzeugnutzer eine eigene Photovoltaikanlage nutzen. Elektrofahrzeuge können zudem gesteuert laden und vermeiden hierdurch die Abregelung von erneuerbarem Strom.
  • Die IFW-Studie benennt für das Jahr 2050 noch einen Anteil von rund 40 % fossiler Energieträger am Strommix, weshalb Elektromobilität kaum einen Sinn mache. Aktuelle EU-Szenarien gehen allerdings von nahezu null Treibhausgasemissionen aus dem europäischen Kraftwerkspark in 2050 aus.
Zusammenfassend schreiben die Fraunhofer-Experten: „In der Klimapolitik gibt es kein Entweder-oder. Alle relevanten Maßnahmen müssen zeitnah umgesetzt werden, ansonsten erreicht man die Klimaziele nicht.“ Der Ausstieg aus der Kohle wie der Einstieg in die Elektromobilität gehörten dazu.

Der Policy-Brief „Elektromobilität und Klimaschutz: Die große Fehlkalkulation   “ steht auf der Website des IFW zum Download zur Verfügung, die ausführliche Fraunhofer-Stellungnahme   dazu auf der Website des Instituts für System- und Innovationsforschung.

 
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