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Bild: Shutterstock
GASNETZ:
Gas- und Stromübertragung abgestimmt planen
Strom- und Gasnetze müssten für die Energiewende und an den Klimazielen ausgerichtet werden. Das fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in einem Positionspapier.
 
Während es bei den Stromnetzen ein etabliertes Planungsverfahren gibt, das die Klimaschutzziele als Grundlage nimmt, erfolgt die Gasnetzplanung ohne jegliche Klimaschutzvorgaben. Dies kritisierte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) am 16. Dezember vor Journalisten. In einem gleichzeitig veröffentlichten Positionspapier macht sie Vorschläge für eine solche Neuausrichtung des Netzausbaus und plädiert für eine integrierte Netzentwicklungsplanung von Strom, Erdgas und Wasserstoff.

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH, wandte sich strikt dagegen, grünen Wasserstoff ins bestehende Erdgasnetze einzuspeisen. Ebenso sei das kostbare erneuerbare Gas nicht für private Heizungen oder den Tank von Pkw geeignet. Es solle dort zum Einsatz kommen, wo eine Ablösung fossiler Energieträger nicht anders möglich sei, also zum Beispiel in der Industrie. Dies unterstützte im digitalen Gespräch Stefan Kapferer, Vorsitzender der Geschäftsführung des Übertragungsnetzbetreibers 50 Hertz.

Netze schon auf 100 % erneuerbare Energie ausrichten

Das Positionspapier der DUH umfasst zehn Punkte, wie Nadine Bethge, stellvertretende Leiterin Energie und Klimaschutz, erläuterte. So müssten die Erfahrungen aus der Stromnetzplanung genutzt werden, um auch die Gasnetzplanung zügig auf den Klimaschutzpfad zu bringen. „Um die neuen Klimaziele der EU zu erreichen, muss bis 2030 der Anteil erneuerbarer Erzeugung in Deutschland auf mindestens 75 % und bis spätestens 2050 auf 100 % gesteigert werden. Dabei muss mit einem realistischen Bruttostrombedarf gerechnet werden“, sagte Bethge.

Dafür müsste der geplante Ausbau der Stromnetze deutlich beschleunigt werden, um die Abschaltungen von Erneuerbare-Energien-Anlagen, deren Strom nicht transportiert werden kann, zu verringern. Im Jahr 2019 wurden 6,4 Mrd. kWh Wind- und Sonnenstrom abgeregelt, was die Endverbraucher 700 Mio. Euro kostete, kritisiert die DUH. Im Gassektor sei für die Klimaziele ebenfalls der Umstieg auf erneuerbare Quellen nötig, insbesondere auf Wasserstoff aus erneuerbarem Strom.

Gasnetzplanung behördlich regeln

„Es fehlen die entsprechenden Planungsprozesse und Planungskriterien, um das Gasnetz in Richtung Klimaschutz zu entwickeln“, kritisierte Bethge. Stattdessen würden weiter neue Leitungen für fossiles Gas geplant. Die behördlichen Einflussmöglichkeiten bei der Gasnetzplanung müssten daher ähnlich erweitert werden wie im Strombereich. Für erneuerbares Gas (grüner Wasserstoff, Power-to-X-Stoffe) müssten verpflichtende Klima- und Nachhaltigkeitsstandards gelten.

Die DUH ist auch gegen die Errichtung der geplanten LNG-Terminals in Stade, Brunsbüttel und Wilhemshaven, da die Terminals nicht für eine Umrüstung auf Wasserstoff geeignet sein werden und somit nie einem klimapolitischen Nutzen entsprechen können. In der Folge sei auch der Bau von Gasfernleitungen für den Transport von LNG-Gas abzulehnen.

Wasserstoffleitungen von den Nutznießern bezahlen lassen

Die DUH lehnt zudem den Wunsch einiger Fernleitungsnetzbetreiber ab, die Kosten neuer Wasserstoffleitungen auf alle Gasverbraucher umlegen zu können. Wasserstoffleitungen sollten verursachergerecht von den Unternehmen bezahlt werden, die davon profitieren. Dies seien vor allem Großabnehmer wie Industrien, nicht jedoch private Verbraucher. Diese sollten daher neue Leitungen nicht per Umlage mitfinanzieren müssen. Statt einer neuen Leitung käme auch die Umrüstung einer Erdgasleitung für grünen Wasserstoff infrage. Allerdings fehlt für diese Umstellung der Rechtsrahmen.

Die DUH fordert konkret: Klimaschutz als Gesetzeszweck in § 1 des Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) zu verankern. Energieinfrastrukturen seien europaweit auf das Fernziel der Klimaneutralität und erneuerbarer Energie auszurichten, weil die Investitionen lange Bestand haben. Das EnWG sollte reformiert werden. Zweck des Gesetzes solle „eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche leitungsgebundene Versorgung der Allgemeinheit mit Elektrizität und Gas, die zunehmend auf erneuerbaren Energien beruht“, werden, fordert die DUH.

 
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Mittwoch, 16.12.2020, 15:35 Uhr