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Enerige & Management > Bilanz - Gasag punktet im Stromvertrieb
Bild: Fotolia.com, Rynio Productions
BILANZ:
Gasag punktet im Stromvertrieb
Der Berliner Energieversorger hat sich 2019 eine neue Organisationsstruktur gegeben und will neben dem traditionellen Netz- und Vertriebsgeschäft zunehmend mit Dienstleistungen wachsen.
 
Der Berliner Energiedienstleister Gasag erweitert von einem stabilen Stammgeschäft aus seine Aktivitäten in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Eine verlässliche Basis bildeten auch im Geschäftsjahr 2019 der nur leicht rückläufige Gasvertrieb und das Netzgeschäft mit unveränderten Transportmengen.

Deutliches Wachstum verbuchte der Ökostromvertrieb. Das Großkunden- und Energiedienstleistungsgeschäft entwickelte sich ebenso positiv. Die Gesamtzahl der Haushalts-, Gewerbe- und Dienstleistungskunden stieg im letzten Jahr auf rund 800.000.

Gasag-Vorstandschef Gerhard Holtmeier zeigte sich bei der Jahrespressekonferenz per Videoschalte am 29. April zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2019. Er sieht das Unternehmen gut aufgestellt. „Wir setzen konsequent auf unsere Kernkompetenzen, einen exzellenten, zukunftsorientierten Netzbetrieb und einen schlagkräftigen Vertrieb von Energie und Energiedienstleistungen“, unterstrich er. „Unsere Angebote und Investitionen werden wir dabei immer mehr auf eine CO2-neutrale Energiezukunft ausrichten.“
 
Gerhard Holtmeier will die Gasag mehr auf eine CO2-neutrale Energiezukunft ausrichten
Gasag/Thomas Ecke

Dass die Gasag mit ihren Marken EMB, Spreegas, Stadtwerke Forst und Gasag Solution Plus an ihren Heimatmärkten Berlin und Brandenburg wachse, zeige die hohe Akzeptanz, die das Unternehmen genieße, so Holtmeier.

Von der aktuellen Corona-Krise sehe sich das Unternehmen weniger hart getroffen als andere Versorger. Als Gründe dafür sieht er die geringere Abhängigkeit von Industriekunden und den Schwerpunkt auf Netzbetrieb und Vertrieb. Dennoch erwarte auch die Gasag mittelfristig Risiken. Über 1.000 von insgesamt etwa 1.700 Beschäftigten arbeiteten derzeit im Homeoffice. Die Kunden könnten sich jedoch „darauf verlassen, dass wir unseren Auftrag, eine stabile Versorgungssicherheit zu gewährleisten, zu jedem Zeitpunkt der Krise erfüllen“, erklärte Holtmeier.

Warme Winter drücken das Ergebnis

Der Umsatz in der Gasag-Gruppe stieg 2019 um 5 % auf 1,25 Mrd. Euro. Das erst vor ein paar Jahren aufgezogene und weiter wachsende Stromgeschäft legte beim Umsatz um 33 % auf 248 Mio. Euro zu und erreicht inzwischen einen Anteil am Gesamtumsatz von etwa 20 %. Einen leichten Umsatzrückgang auf 772 Mio. Euro verbuchte der Gasvertrieb, weitgehend stabil blieb der Netzumsatz (160 Mio. Euro).

Der Stromabsatz nahm 2019 um 26 % auf 1,6 Mrd. kWh zu. Der Gasabsatz blieb mit 25,2 Mrd. kWh auf Vorjahresniveau. Gasabsatzverluste auf Seiten der Haushaltskunden wurden durch Zuwächse auf der Großkundenseite kompensiert.

Das um Sondereffekte bereinigte Gasag-Ergebnis (Ebit) wuchs 2019 durch die Verbesserungen, die unter anderem durch das Transformationsprogramm „Gasag 2025“ initiiert wurden, um insgesamt 7 Mio. Euro auf 112 Mio. Euro. Alle Geschäftsfelder trugen dazu bei. Das unbereinigte Ergebnis lag mit 64 Mio. Euro unter der Vorjahresmarke.

Das Ergebnis sei deutlich durch die „abnorm warmen Wetterbedingungen“ in den letzten Wintern, die den Gasabsatz wesentlich mitbestimmten, geprägt worden, erläuterte Finanzvorstand Michael Kamsteeg. Verbesserungen seien durch Erlös- und Kostenoptimierungen erzielt worden.

Immobilienwirtschaft als wichtige Kundenzielgruppe

Von starker Nachfrage nach Ökostrom und Mobilitätslösungen im vergangenen Jahr berichtete Vertriebsvorstand Matthias Trunk. „Auch 2019 waren wir wieder in der Kunden-Akquisition erfolgreich“, sagte er. Allein im Stromgeschäft sei die Zahl der Kunden um 15 % gestiegen. Insgesamt kann die Gasag aktuell etwa 800.000 Kunden für sich verbuchen – Ziel ist weiter, in den nächsten Jahren auf 1 Mio. Kunden zu kommen.

Zufrieden zeigte sich Trunk mit der Entwicklung im Großkunden- und Dienstleistungsgeschäft, wo die Immobilienwirtschaft die wichtigste Zielgruppe ist. Es sei gelungen, eine Reihe von Verträgen zu verlängern, bei der Neukundenakquise seien Ziele übertroffen worden. An Bedeutung gewinnen auch Quartierkonzepte. Zunehmend gefragt seien ferner Mobilitätslösungen. Klimaschonende Mobilität und die dafür notwendige Infrastruktur spielten eine immer größere Rolle, so Trunk.

Auf Rekordniveau bewegten sich 2019 die Investitionen der Gasag. Insgesamt investierte die Gruppe 225 Mio. Euro, davon rund 100 Mio. Euro in die Netze. Außergewöhnlich stark zu Buche schlugen die 100 Mio. Euro, die im letzten Jahr für den Erwerb von Anteilen des Tochterunternehmens EMB an die VNG überwiesen wurden.

Für die nächsten drei Jahre sind rund 450 Mio. Euro Investitionen geplant; 330 Mio. Euro in die Netzinfrastruktur, 70 Mio. Euro in Energiedienstleistungen und 50 Mio. Euro für erneuerbare Energien.

Für das laufende Geschäftsjahr peilt die Gasag laut Vorstandschef Holtmeier ein steigendes bereinigtes Ebit an. Preissenkungen sind bislang trotz stark verringerter Börsenpreise für Gas nicht geplant. Die 2019 neu strukturierten Geschäftseinheiten sollen strategisch und operativ weiterentwickelt, Vertriebs- und Serviceprozesse nachhaltig am Kunden ausgerichtet werden. Zum Jahreswechsel 2020/21 ist der Gasag-Umzug in die neue Firmenzentrale am Euref-Campus im Stadtteil Schöneberg vorgesehen.

Gasag in Zahlen
 
  2019 2018
Umsatz 1,252 Mrd. Euro 1,197 Mrd. Euro
Bereinigtes Ebit 112 Mio. Euro 105 Mio. Euro
Unbereinigtes Ebit 64 Mio. Euro 73 Mio. Euro
Investitionen 225 Mio. Euro 116 Mio. Euro
Mitarbeiter 1708 1820
Gasabsatz 25,2 Mrd. kWh 25,5 Mrd. kWh
Stromabsatz 1,6 Mrd. kWh 1,3 Mrd. kWh

 
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Mittwoch, 29.04.2020, 16:32 Uhr