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Enerige & Management > Gaskraftwerke - Gaskraftwerke Irsching im Oktober zurück am Markt
Bild: Fotolia.com, Ralf Urner
GASKRAFTWERKE:
Gaskraftwerke Irsching im Oktober zurück am Markt
Viermal suchten die Betreiber der Gaskraftwerke Irsching 4 und 5 die Konfrontation mit den Regulierungsbehörden. Jetzt heißt es für die Blöcke: Rückkehr in den Markt statt Stilllegung.
 
Die beiden modernen Anlagen nahe dem bayerischen Ingolstadt befinden sich im Eigentum von Uniper (Block 4) sowie Uniper, N-Ergie, Mainova und Entega (Block 5). In den vergangenen Jahren begehrten die Unternehmen regelmäßig auf gegen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die aus den Jahren 2010 und 2011 stammenden Gaskraftwerke. Zuletzt im September 2019 hatten sie angezeigt, die Blöcke 4 und 5 für die Zeit von Oktober 2020 bis Ende September 2021 vorläufig stilllegen zu wollen.

Preisverfall beim Gas eröffnet neue Spielräume

Wie bei den drei Versuchen zuvor untersagten die Bundesnetzagentur und der im Süden zuständige Netzbetreiber Tennet jedoch die Stilllegung. Sie sind dazu ermächtigt, weil die Gaskraftwerke unter die Netzreserveverordnung fallen und damit systemrelevant sind. Das ist in dem Moment von Belang, wenn das Leitungsnetz in Süddeutschland aufgrund temporärer Engpässe gestützt werden muss. Genau dafür sind Irsching 4 und 5 vorgesehen, die Anzeige der Stilllegung durch die Eigentümer ist daher eher von symbolischer Bedeutung.

Jetzt teilen die Eigentümer in einer gemeinsamen Erklärung mit, die Anzeige aufzuheben, die Kraftwerke aus dem regulierten Betrieb zu nehmen und zum 1. Oktober 2020 zurück an den Markt zu bringen. Der Preisverfall beim Gas eröffnet offenbar neue Spielräume. In der Erklärung heißt es, Irsching 4 und 5 seien nun „wirtschaftlicher“ zu betreiben. Das bedeute aber nicht, „dass wir mit dem Marktstart Geld verdienen werden. Vielmehr hoffen wir darauf, dass die Verluste, die unser Kraftwerk seit Jahren schreibt, verringert werden“, sagt Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender der N-Ergie Aktiengesellschaft. Ähnlich äußert sich David Bryson, Vorstandsmitglied bei Uniper: „Aus heutiger Sicht besteht die Möglichkeit, in der absehbaren Zukunft leicht verbesserte Margen durch den Einsatz am Markt zu erzielen.“

Gas hat als Brückentechnologie noch einen schweren Stand

Die Gaskraftwerke Irsching 4 und 5 taugen als Beispiele dafür, wie holperig die Energiewende in Deutschland voran schreitet. Gaskraftwerke gelten als effizient und weniger klimabelastend im Vergleich zu Kohlekraftwerken. Dazu bieten sie sich durch ihre flexible Steuerung an, als Brückentechnologie Phasen schwacher Energieproduktion durch Wind- und Solaranlagen zu überbrücken. Die Crux: Im Wettbewerb der Energieträger verdrängen Erneuerbare aufgrund vorrangiger Einspeisung zunehmend konventionelle Kraftwerke. Bei vorhandenen Überkapazitäten kommt es unter den Konventionellen zu einem harten Verdrängungswettbewerb, in dem Gaskraftwerke - bedingt auch durch anfangs höhere Grenzkosten - einen schweren Stand zum Beispiel gegen Kohlemeiler haben, die über eine gesetzlich geregelte Laufzeit verfügen.

Wenn Blöcke wie Irsching 4 und 5 also nur Netzengpässe ausgleichen, erhalten sie eine Vergütung für die Einsatzbereitschaft – und rutschen dadurch nach Angaben der Betreiber ins Minus. N-Ergie-Vorstandschef Josef Hasler hatte die jährlichen Verluste des Kraftwerks 5 zuletzt mit einem zweistelligen Millionenbetrag beziffert.

Die Irschinger Kraftwerke wieder an den Markt zu bringen, muss keine Entscheidung von Dauer sein. Die Eigentümer behalten sich vor, heißt es in der Mitteilung, „die Situation von Jahr zu Jahr neu zu bewerten und die Entscheidung bei verschlechterten Marktkonditionen zu revidieren“. Block 4 (Leistung: 561 MW) gilt mit einem Wirkungsgrad von 60,4 % als eines der effizientesten Gaskraftwerke der Welt. Irsching 5 verfügt über eine Leistung von 846 MW und einen Wirkungsgrad von 59,7 %.

 
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Donnerstag, 28.05.2020, 14:54 Uhr