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Enerige & Management > Stadtwerke - Gasversorger buhlen um mehr Akzeptanz
Bild: Fotolia.com, nmann77
STADTWERKE:
Gasversorger buhlen um mehr Akzeptanz
Die Gaswirtschaft in Deutschland sieht sich weiter in einem Dilemma: Das Geschäft mit Gas läuft gut, doch die Branche sieht ihren möglichen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz in der Öffentlichkeit nicht adäquat anerkannt.
 
„Wirtschaftlich läuft es bei uns derzeit ganz vernünftig“, sagt Stefan Grützmacher. Doch Erdgas komme in der Energiewende weiter nicht richtig vor, obwohl es einen spürbaren Beitrag zur Energiewende leisten könnte, fügt der Vorstandsvorsitzende der Berliner Gasag, des größten Gasversorgers der Republik im Endkundengeschäft, hinzu. Ein Grund dafür, dass die Gasversorger noch nicht so richtig als Teil der Energiewende akzeptiert sind, sieht Grützmacher darin, dass am Wärmemarkt bislang so gut wie nichts passiert ist.

Mit der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung zufrieden zu sein, bestätigte beim Gastalk der Euroforum-Jahrestagung Stadtwerke am 14. Mai in Berlin auch Helmut Kusterer, Bereichsleiter Unternehmensentwicklung bei der Gasversorgung Süddeutschland in Stuttgart. Jens Apelt, Geschäftsführer des regionalen Transportnetzbetreibers Creos in Saarbrücken, sieht die wirtschaftliche Entwicklung der Branche angesichts der Tatsache, dass jedes zweite neue Wohnhaus heute einen Gasanschluss bekomme, ebenso recht positiv. Das zeige, dass Gas am Markt weiter attraktiv sei.

„Drei von vier neuen Heizungen im Gebäudebestand sind Erdgasheizungen“, ergänzte Ludwig Möhring, Vertriebs-Geschäftsführer des Gasgroßhändlers Wingas in Kassel. Jede neue Gasheizung führe in der Regel zu einer spürbaren Reduzierung des CO2-Ausstoßes, dem eigentlichen Ziel der Energiewende. Doch die Branche habe es nicht geschafft, diese Botschaft „vernünftig zu platzieren“.

Über den Grund dafür, dass die Politik die Gaswirtschaft weiter eher nicht bei der Energiewende dabeihaben will, herrscht Ratlosigkeit in der Branche. Vielleicht liege es daran, dass bei der Energiewende zu stark auf CO2-freie Energieerzeugung abgehoben werden, ein Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen zähle da nicht mehr so viel, meinte Apelt.

Wird Ukraine-Krise zum Imageproblem?

Sorgen bereitet den Gasversorgern dabei auch, dass die Ukraine-Krise auf das derzeit im Markt gute Image des Energieträgers Erdgas drücken könnte. Obwohl „die Zuverlässigkeit der Erdgaslieferungen aus Russland absolut unumstritten“ sei, wie Möhring betonte, und Gazprom Milliarden in die Diversifizierung der Transportrouten nach Europa investiert habe, wie Kusterer anmerkte. Deutschland liege in der Region mit dem am besten diversifizierten Gasbezug weltweit, so der Wingas-Manager.

Deutlich heraushören konnte man aus den Äußerungen der Branchenvertreter, dass in der Gaswirtschaft die derzeitige politische Bewertung der Auswirkungen der Ukraine-Krise auf die Versorgungssicherheit in Deutschland als überwiegend emotional geleitet und zu wenig faktenorientiert beurteilt wird. Grützmacher räumte jedoch ein, es sei in der momentanen Situation „schwierig, nur mit Fakten zu antworten“. Man dürfe die Sache „nicht auf die leichte Schulter nehmen“, riet er der Branche.

Den Unternehmen bleibt also im Moment nur Hoffung auf Entspannung am Ostrand der EU. Dann sehen sie gute Chancen für ihr Produkt. „Erdgas ist weiter ein sehr interessanter und zukunftsfähiger Energieträger“, sagte beim Euroforum-Gastalk Gasag-Chef Grützmacher. Wingas-Manager Möhring sieht im Erdgas sogar „den Brennstoff der Vernunft“.

 
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Mittwoch, 14.05.2014, 15:37 Uhr