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GASMARKT:
GDF Suez wird zum Speicher-Schwergewicht
Der französische Energiekonzern GDF Suez übernimmt von BEB und Exxonmobil Untergrundspeicher für etwa 1,5 Mrd. m3 Erdgas in Nord- und Süddeutschland.
 

Die GDF-Suez-Tochter Storengy erwerbe fünf unterirdische Erdgasspeicher und eine 19,7-Prozent-Beteiligung an einer weiteren Anlage, teilte der Konzern am 31. Januar mit. Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht; Branchenkreise gingen von einem Transaktionsvolumen von knapp 1 Mrd. Euro aus, heißt es in Presseberichten.

Die Transaktion umfasst Speicher der BEB Erdgas und Erdöl GmbH, einem Gemeinschaftsunternehmen von Shell und Exxonmobil, sowie der Exxonmobil Gasspeicher Deutschland GmbH. Storengy will auch den Betrieb der Speicheranlagen und damit befasste Mitarbeiter von der Exxonmobil Production Deutschland GmbH übernehmen.

Die BEB-Speicher in Uelsen, an der deutsch-niederländischen Grenze nahe Lingen an der Ems gelegen, und Harsefeld bei Hamburg sowie den Exxonmobil-Speicher in Lesum bei Bremen übernimmt Storengy vollständig. In der Anlage in Schmidhausen bei München war die GDF-Suez-Tochter bereits mit einem Drittel beteiligt; nun erwirbt sie von BEB und Exxonmobil auch deren Drittelanteile. In Reitbrook bei Hamburg besaß Storengy 50 Prozent und holt sich die andere Hälfte von Exxonmobil. Am Speicher in Breitbrunn am Chiemsee, südlich von München, ist der französische Konzern nun mit den 19,72 Prozent beteiligt, die bislang Exxonmobil gehörten.

Unter den erworbenen Anlagen sind vier Kavernen- und zwei Porenspeicher. Porenspeicher sind wegen ihres trägen Ein- und Ausspeiseverhaltens eher als saisonale Speicher geeignet, Kavernenspeicher lassen sich schneller befüllen und entleeren. Sie können dadurch auch zum Abfahren von Spitzenlasten und für Handelsgeschäfte genutzt werden.

GDF Suez zählt sich nun zu den Großen im deutschen Speichergeschäft neben Eon Gas Storage, RWE Dea, Wintershall und VNG. Mit den zugekauften 1,5 Mrd. m3 stockt Storengy seine bisherigen Speicherkapazitäten in Fronhofen bei Ravensburg, Peckensen, nördlich von Wolfsburg, Reitbrook und Schmidhausen nun auf rund 2 Mrd. m3 auf. Bei einer Gesamtkapazität aller deutschen Speicher von zuletzt gut 20 Mrd. m3 bedeutet das etwa 10 Prozent Marktanteil.

Speicherbedarf für Gas aus der Nord Stream

Die neuen Speicher kann das Unternehmen gut gebrauchen: Ende des Jahres wird das erste Gas aus Russland über die neue Ostseepipeline Nord Stream nach Deutschland kommen. GDF hat sich mit neun Prozent an der Pipeline beteiligt und braucht deshalb Kapazitäten zum Zwischenlagern des Gases.

Und Storengy will weiter ausbauen. Bis Ende 2014 soll die Speicherkapazität in Peckensen, nördlich von Wolfsburg, durch zwei weitere Kavernen von 220 auf 380 Mio. m3 erhöht werden. Das Eigentum an den Speicherkapazitäten sagt allerdings nichts aus über die schnelle Verfügbarkeit von deren Nutzung. Etwa 80 Prozent der neue erworbenen Speicherkapazitäten sind nach Angaben von GDF Suez bereits bis 2020 vermarktet - und nicht nur an Konzerngesellschaften.

GDF Suez sieht sich mit 10 Mrd. m3 Speicherkapazitäten in Frankreich und Plänen für die Schaffung von 400 000 m3 Speicherkapazität in Großbritannien aber auch als Nummer eins auf dem europäischen Speichermarkt.

„Gasspeicher sind für uns eine strategische Notwendigkeit, denn sie sichern unseren Kunden die Gasversorgung und bieten uns Flexibilität", sagte nach Bekanntwerden des jüngsten Speicherdeals GDF-Suez-Chef Gerard Mestrallet in einem Zeitungsinterview.

Der letzte bei BEB verbliebene Speicher in Dötlingen (1 580 Mio. m3 Arbeitsgas), südlich von Oldenburg, soll nach Angaben eines BEB-Sprechers im Laufe des Jahres wegen geologischer Probleme stillgelegt werden. Damit verschwindet das 1969 gegründete Traditionsunternehmen BEB Erdgas und Erdöl GmbH noch ein Stück weiter aus dem Gasgeschäft. Gut zwei Jahre vor dem Verkauf der Speicher, 2008, hatte das Joint-Venture von Shell und Exxonmobil bereits sein Gasnetz an die niederländische Gasunie verkauft. Eine Mini-BEB soll als Inhaber von Gas- und Ölförderkonzessionen in Niedersachsen weiter bestehen bleiben.

Der Verkauf der Speicher an GDF Suez schließt aber auch den Ausstieg von Shell und Exxonmobil aus Beteiligungen an Gasinfrastruktur in Deutschland ab.

Deutsche Speicher der GDF Suez

  Arbeitsgaskapazität Speicherart Eigentümer Markgebiet
Breitbrunn 1 080 Mio. m3 (gesamt)
213 Mio. m3 (Storengy) 
Porenspeicher Eon Gas Storage,
RWE Dea,
Storengy,
Netconnect Germany
Fronhofen 36 Mio. m3 Porenspeicher 100 % Storengy Netconnect Germany
Harsefeld 129 Mio. m3 Kavernenspeicher 100 % Storengy Gaspool
Lesum 160 Mio. m3 Kavernenspeicher 100 % Storengy Aequamus
(L-Gas)
Peckensen 220 Mio. m3 Kavernenspeicher 100 % Storengy Gaspool
Reitbrook 350 Mio. m3 Porenspeicher 100 % Storengy Gaspool
Schmidhausen 150 Mio.m3 Porenspeicher 100 % Storengy Netconnect Germany
Uelsen 750 Mio. m3 Porenspeicher 100 % Storengy Gaspool

 


 
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Dienstag, 01.02.2011, 15:01 Uhr