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Enerige & Management > Stadtwerke - Gehemmter Innovationskurs
Bild: Fotolia.com, nmann77
STADTWERKE:
Gehemmter Innovationskurs
Stadtwerke haben zwar erkannt, dass sie sich erneuern müssen – doch Kurskorrekturen fallen schwer. Das zeigt auch eine aktuelle Studie.
 
Weil sie ihre bisherigen Geschäftsmodelle in Gefahr und sich selbst einem zunehmenden Wettbewerb ausgesetzt sehen, wollen Stadtwerke auf Innovation hinarbeiten. „Dass die Einbußen auf der Einnahmeseite nur durch den Auf- und Ausbau neuer, junger Geschäftsfelder zu kompensieren sind, diese Erkenntnis hat sich schon auf breiter Front durchgesetzt“, sagt Helmut Edelmann. Er ist Autor der im August vorgelegten Stadtwerkestudie 2015 der Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) und des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Für die Untersuchung wurden Vorstände und Geschäftsführer von 100 deutschen Versorgungsunternehmen aller Größenordnungen befragt.

Bei der Ausschau nach neuen Geschäftsfeldern bewerten die kommunalen Unternehmen laut der Studie Speicherprodukte als besonders erfolgversprechend, gefolgt von Services rund um die Themen Energiemanagement und Energiecontrolling sowie Energiedienstleistungen. Auch Stromprodukte (neue Tarife, Internet- und Discountangebote) sowie Heizanlagen-Contracting werden genannt. Nach wirklich neuen Ideen klingt das nicht.

Die Chancen beim Umbau der Verteilnetze, in der Studie als zentrales Betätigungsfeld für die Energiewende dargestellt, werden von den befragten Stadtwerke-Chefs eher zurückhaltend bewertet. Zwar betätigen sich bereits 31 Prozent der kommunalen Versorger im Bereich Smart Grid. Ob sich daraus allerdings ein Geschäftsmodell entwickeln lässt, wird eher skeptisch beurteilt. Zwar sehen etwa die Hälfte der Unternehmen in den Bereichen Smart Grid und Smart Metering ein hohes Innovationspotenzial, nur ein Viertel der Befragen ist jedoch der Ansicht, dass der intelligente Netzausbau ein erfolgversprechendes Geschäftsfeld werden könnte.

Ähnlich sind die Erwartungen beim viel diskutierten Thema Elektromobilität. Jedes zweite Stadtwerk ist in diesem Bereich aktiv, doch nur jedes sechste rechnet sich nennenswerte Erfolge aus.

Regulierung als Hemmnis für Erneuerung

Als größtes Hemmnis für die Umsetzung neuer Geschäftsmodelle betrachten 74 Prozent der befragten Stadtwerke-Manager die zunehmenden regulatorischen Vorgaben auf den Energiemärkten. Als weitere Hindernisse für neue Ansätze nennt die Studie die hohe Beanspruchung der Stadtwerke-Mitarbeiter durch das Tagesgeschäft sowie Renditeanforderungen der Gesellschafter. Außerdem mangele es vielen Unternehmen an einem klar definierten Innovationsmanagement. Ferner stünden operative Fragen wie die Optimierung der Geschäftsprozesse auf der Prioritätenliste vieler Unternehmen weiter über dem Thema Innovation.

Einen interessanten Trend hat die Stadtwerkestudie 2015 ebenso ausgemacht: die Rückbesinnung auf die zentrale Rolle des Vertriebs. Von den befragten Managern halten 58 Prozent ein konzentriertes Wachstum im Vertrieb für erfolgversprechend – im letzten Jahr waren es nur 33 Prozent. Eine Verbesserung von Kundenbetreuung und -bindung wird als sehr wichtig eingeschätzt. Der Kunde soll wieder deutlich in den Mittelpunkt der Stadtwerkeaktivitäten rücken.

Eine mögliche Gefahr bei allem Bemühen um innovative Aktivitäten sieht die Studie indes darin, dass sich Stadtwerke verzetteln. Die Unternehmen sollten sich auf wenige Bereiche konzentrieren, weil sie sonst Gefahr laufen, vieles zu machen, aber nichts davon richtig, warnt Autor Edelmann. Nicht jeder müsse alles machen. „Nur eine Strategie erscheint wenig erfolgversprechend: abwarten und an den alten Strukturen festhalten“, so der EY-Berater.

 
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Donnerstag, 20.08.2015, 14:20 Uhr