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Enerige & Management > Smart Meter - Gemeinschaftliche Vorbereitungen auf den Roll Out
Bild: Fotolia.com, unique3d
SMART METER:
Gemeinschaftliche Vorbereitungen auf den Roll Out
Mitnetz Strom bietet seit zwei Jahren Stadtwerken eine Plattform zum Austausch über Themen rund um den anstehenden Smart Meter Rollout. Mittlerweile gibt es einen intensiven Dialog.
 
Im Herbst 2015 wurde die Anwendergemeinschaft Intelligente Messsysteme gegründet. Zunächst mit 36 Stadtwerken. „Zu den ersten Treffen kamen eine ganze Reihe von Unternehmen anfänglich nur, um zu schnuppern“, berichtet Tobias Sauer, Abteilungsleiter Zählerwesen bei der Mitnetz Strom aus Kabelsketal in Sachsen-Anhalt, die eine Plattform zum Erfahrungsaustausch über intelligente Messsysteme und alles darum herum initiiert hat. Das habe sich mittlerweile grundlegend geändert. An den regelmäßigen vierteljährlichen Mitgliedertreffen nehmen inzwischen 56 Unternehmen aktiv teil, die einen intensiven Dialog miteinander führen und von denen mittlerweile eine ganze Reihe selbst erste Projekte mit der neuen Technologie gestartet haben.

Dazu gehören beispielsweise die Stadtwerke Cottbus, die insgesamt 59 650 Zählpunkte in ihrem Stromnetz haben und rund 1 800 intelligente Messsysteme ausrollen werden. „Aber zunächst nur die Mindestzahl“, sagt Klaus Herold, Leiter Messwesen und Energiedatenmanagement. Das heißt, zehn Prozent der 1 800 Systeme in den ersten drei Jahren nach dem offiziellen Start des Roll Out dieser Zähler mit Smart Meter Gateway. Wann dieser Zeitpunkt sein wird, kann Tobias Sauer, der diese Frage nur zu gut aus Vorstands- und Geschäftsführerrunden kennt, wie alle anderen Marktteilnehmer nicht mit Gewissheit sagen. Er geht aber nicht davon aus, dass der Roll Out noch in diesem Jahr beginnt. Die Mitnetz Strom plant jedenfalls, bis zum 1. Februar 2018 alle Vorbereitungen abgeschlossen zu haben. Das IT-System für die Zählerdatenfernauslesung ist bereits operativ. Die übrigen Systeme drum herum werden derzeit angepasst.

Sauer betont ausdrücklich, die Treffen der Anwendergemeinschaft seien keine Verkaufsveranstaltungen. Das bestätigen auch die Teilnehmer. Es gehe rein um den fachlichen Austausch und die Einblicke, die ein grundzuständiger Messstellenbetreiber mit 1,6 Millionen Zählpunkten gewähren kann.

Stadtwerke wollen Beziehungen zu Messkunden vertiefen

Natürlich ist für viele kleinere und mittlere kommunale Messstellenbetreiber etwa die Gateway-Administration mit so hohen Anforderungen an IT-Systeme und Prozesse verbunden, dass sie diese Rolle an Partner vergeben. Auch die Versorgungsbetriebe in Hoyerswerda, die etwa 24 000 Stromzähler im Bestand und rund 1 600 intelligente Messsysteme auszurollen haben, werden nicht selbst die Gateway-Administration übernehmen. Zunächst einmal für die nächsten drei Jahre haben sie laut Rainer Walde damit die Mitnetz beauftragt. „Grundzuständiger Messstellenbetreiber bleiben wir aber auf jeden Fall, da wir den direkten Bezug zum Kunden weiterhin ausbauen wollen“, so der Leiter Netz- und Projektmanagement. Deshalb ist ihm auch wichtig, dass in der Arbeitsgemeinschaft neben Fragen zur Gateway-Administration unter anderem das Thema Mehrspartigkeit diskutiert wird. Denn darin sieht er eine gute Möglichkeit, die Beziehungen zu Messkunden nachhaltig zu vertiefen.

Darüber hinaus sehen die Mitglieder vor allem bei der Gerätebeschaffung und dem Einbau Bedarf an Unterstützung. Die sogenannten modernen Messeinrichtungen werden derzeit von den Stadtwerken Cottbus und der Mitnetz Strom über Dienstleister bereits installiert. Keine besonders komplexe Angelegenheit. Es sind die einfachen elektronischen Zähler ohne Kommunikationseinheit, wie sie die privaten Haushalte mit weniger als 6 000 kWh Jahresverbrauch erhalten. Ihr Einbau ist seit 1. Januar 2017 bei Neubauten und „großen Erweiterungen“ gesetzlich vorgeschrieben. Ihre 1 800 intelligenten Messsysteme wollen die Lausitzer mit eigenen Mitarbeitern ausrollen. „Es ist ein komplexes System, über das sehr individuelle Daten das Unternehmen verlassen“, sagt Herold. Da sei der Einsatz der Mitarbeiter aus dem eigenen Haus natürlich eine vertrauensbildende Maßnahme.

Zusammenarbeit in der Region hat Vorteile

Auch die Mitnetz Strom wird angesichts der Menge von insgesamt 230 000 auszurollenden intelligenten Messsystemen – davon müssen 23 000 in den ersten drei Jahren ins Feld gebracht werden – hier auf Dienstleister setzen. Für Sauer und seine Kollegen hat der regionale Bezug eine wesentliche Bedeutung. „Bei der Gateway-Administration spielt es unserer Erfahrung nach ebenso eine Rolle, wer die Zählerdaten weiterleitet“, so der Abteilungsleiter. Eine Zusammenarbeit in der Region sei sicherlich von Vorteil. Wer letztlich als Gateway-Administrator Erfolg habe, hänge aber in erster Linie davon ab, welchen Automatisierungsgrad er verwirklichen könne. „Im Moment weiß noch niemand so richtig, wie weit man die Gateway-Administration automatisiert bekommt“, sagt Sauer.

Im Moment ist die Branche noch damit beschäftigt, Schnittstellen zu beschreiben und IT-Systeme zu entwickeln. Doch Sauer ist sicher, dass in naher Zukunft Gateway-Administratoren mit den sogenannten Umsystemen Daten in standardisierter Form automatisch austauschen können und der Dienstleister nur noch händisch eingreifen muss, wenn ein Fehler auftritt. „Das ist die Zielvorstellung, die wir erreichen werden.“
 

Grundzuständig oder wettbewerblich
Der Gesetzgeber schreibt dem Verteilnetzbetreiber die Rolle des grundzuständigen Messstellenbetreibers zu. Der Kunde kann die Aufgabe allerdings auch einem wettbewerblichen Messstellenbetreiber übertragen. Dabei handelt es sich häufig um die Vertriebseinheit eines Energieversorgers. Im Gegensatz zum grundzuständigen unterliegt der wettbewerbliche Messstellenbetreiber nicht der strengen Netzregulierung und kann entsprechend auch Energievertrieb und Messstellenbetrieb in Bündelangeboten kombinieren. Allerdings kann der wettbewerbliche Messstellenbetreiber nur Produkte und Dienstleistungen auf der Basis von Kundenverbrauchsdaten anbieten, wenn der Kunde ausdrücklich die Nutzung dieser Daten gestattet hat. Dem Kunden steht es frei, für jegliche Art von datenbezogener Dienstleistung eines beliebigen Anbieters seine Daten zur Verfügung zu stellen oder deren Weiterverarbeitung abzulehnen.

 
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Mittwoch, 30.08.2017, 12:06 Uhr