• Notierungen im Steigen
  • Energiemärkte zeigen sich weiter fest
  • Stufenweiser Smart Meter Rollout geht weiter
  • Neue Allianz fordert 500 Euro Energiewende-Prämie
  • Kabinett beschließt Etat 2022 und Klimaschutzgesetz mit Lücken
  • EnBW verkauft Start-up Twist Mobility
  • Stadtwerke Bochum erfüllen Unternehmensziele
  • EnBW will bis 2025 rund 180 Mio. Euro einsparen
  • Die Marktmacht von RWE wächst
  • Sieben Empfehlungen zum Gelingen der Energiewende
Enerige & Management > Windkraft Onshore - Grüne mit 5-Punkte-Programm zur Rettung der Windenergie
Bild: psdesign1 / Fotolia
WINDKRAFT ONSHORE:
Grüne mit 5-Punkte-Programm zur Rettung der Windenergie
Um den dramatischen Einbruch beim Ausbau der Windenergie an Land zu stoppen, fordern die Grünen in einem aktuellen Papier von der Bundesregierung fünf Sorfortmaßnahmen.
 
„Die Windenergie ist eine entscheidende Säule der Energiewende und damit für den Klimaschutz. Die Krise der Windenergie ist damit auch eine Krise für den Klimaschutz“, so die Grünen. Sie verweisen darauf, dass bei den seit 2017 vorgeschriebenen Ausschreibungen für Windenergie-Projekte zuletzt für weniger als die Hälfte der ausgeschriebenen Menge überhaupt ein Gebot abgegeben wurde. Sogar die Bundesnetzagentur spreche von einer „besorgniserregenden Dimension“. Im ersten Quartal 2019 wurden laut den Angaben in Deutschland lediglich 41 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 134 MW in Betrieb genommen, 90 % weniger als in den ersten Quartalen der vergangenen drei Jahre.

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag Anton Hofreiter hat zusammen mit der Fraktionssprecherin für Energiepolitik Julia Verlinden das Papier mit dem Titel „Klimaschutz umsetzen, Arbeitsplätze sichern, Windenergie wiederbeleben – Fünf Sofortmaßnahmen für die Windenergie“ veröffentlicht. Darin schlagen sie folgende Sofortmaßnahmen vor:

Mehr Flächen und keine pauschalen Abstandsregelungen

Erstens mehr Flächen auszuweisen, weil häufig keine genehmigten Standorte für Windprojekte zur Verfügung stehen. „Um diesen Engpass zu überwinden, müssen mindestens zwei Prozent der bundesdeutschen Fläche an geeigneten Stellen für Windkraft freigegeben werden“. Dabei müsse die Bundesregierung die zuständigen Länder rechtlich unterstützen. Zurzeit sind laut Angaben der Grünen in den rechtssicheren Planungen der Bundesländer nur etwa 0,5 % der Landesflächen für Windenergie ausgewiesen, die geplanten, aber noch nicht sicheren Flächen mit eingerechnet, stünden durchschnittlich etwa 1 % der deutschen Landesfläche theoretisch für Windenergie zur Verfügung.

Zudem dürften „ideologische und pauschale Abstandsregelungen wie in Bayern“ nicht zum deutschen Standard werden sondern müssen zurück genommen werden, fordern die Grünen. Denn sie seien „Gift“ für den Windenergie-Ausbau, weil sie vorneherein geeignete Standorte ausschlössen und bisherige positive Erfahrungen mit der Windenergie ignorierten.

Mindestens 5 600 MW pro Jahr ausschreiben

Zweitens sollten die Ausschreibungsmengen von 2 800 MW auf mindestens 5 600 MW pro Jahr verdoppelt werden und Repowering am gleichen Standort möglich sein. Kleinere dezentrale Windparks sollte die Bundesregierung von den Ausschreibungen ausnehmen wie es nach der EU- De-Minimis-Regelung (bis zu 18 MW) möglich ist. Kommunen oder örtliche Akteure wie etwa Bürgerenergiegenossenschaften oder Stadtwerke könnten so unbürokratisch selbst vor Ort investieren, so die Grünen. Abgeschafft werden sollte aus ihrer Sicht auch das sogenannte Netzausbaugebiet, das den Bau von Windkraftanlagen im windreichen Norden einschränkt.

Drittens: Um Rechtssicherheit im Konflikt zwischen Windprojekten und Naturschutz zu schaffen, müsse die Bundesregierung klare und einheitliche Bewertungsmaßstäbe für die Koexistenz von Windenergie und Naturschutz formulieren, meinen die Grünen. Die Genehmigungsbehörden bräuchten diese Klarheit für ihre Entscheidungen.

Vierte Maßnahme: Durch stärkere finanzielle Beteiligungsmöglichkeiten der Kommunen die Akzeptanz für die Windenergie stärken. Dafür, so die Grünen, müsse die Bundesregierung ein rechtssicheres Konzept vorlegen. „Die Konzepte dafür sollte die AG Akzeptanz liefern, sie kommt aber auch bei dieser Aufgabe zu keinerlei Ergebnis“, so Hofreiter, der der AG insgesamt Unfähigkeit bescheinigt.

Funkfeuer-Sperrzone auf 10 km Umkreis verringern

Fünftens mahnen die Grünen an, die Flugsicherung kompatibel zum Ausbau der Windenergie umzugestalten. Sie verweisen darauf, dass aktuell etwa 3 000 MW potenzieller Windenergie-Projekte durch Drehfunkfeuer der Deutschen Flugsicherung (DFS) blockiert seien, „obwohl die Flugsicherheit durch die Windenergieanlagen nicht gefährdet ist“. Die DFS fürchte Störungen ihrer Drehfunkfeuer durch Windenergieanlagen und verlangt einen pauschalen Abstand von 15 km um die Funkfeuer.

 „Wir fordern die Bundesregierung auf dafür zu sorgen, dass sich die deutsche Flugsicherung zumindest an internationale Standards hält und den Mindestabstand auf 10 km senkt“, so die Grünen. Damit gäbe man um jedes einzelne Drehfunkfeuer eine Fläche in der Größe der Stadt Köln für die Windenergie frei. „Sogar geringere Abstände sind möglich“, betonen die Grünen. So betrage zum Beispiel in Belgien der Abstand 7 km, in Spanien sogar nur 3 km.

„Ohne weiteren Windausbau ist die Energiewende nicht vorstellbar“, betont Verlinden. Durch die aktuelle Entwicklung sei nicht nur der Klimaschutz massiv gefährdet, sondern auch der Industriestandort Deutschland. „Die Windbranche bietet derzeit allein in Deutschland über 160 000 Menschen zukunftsfähige Jobs. Viele davon stehen jetzt auf dem Spiel. Doch statt endlich zu handeln, verschenkt die Bundesregierung weiter kostbare Zeit", kritisiert die Grünen-Energiepolitikerin.

 
Möchten Sie diese und weitere Nachrichten lesen?
 
 
Testen Sie E&M powernews
kostenlos und unverbindlich
  • Zwei Wochen kostenfreier Zugang
  • Zugang auf stündlich aktualisierte Nachrichten mit Prognose- und Marktdaten
  • + einmal täglich E&M daily
  • + zwei Ausgaben der Zeitung E&M
  • ohne automatische Verlängerung
 
Jetzt kostenlos testen
 
Login für Kunden
 

Kaufen Sie den Artikel
  • erhalten Sie sofort diesen redaktionellen Beitrag für nur € 8.93
 
JETZT ARTIKEL KAUFEN
Mehr zum Thema

 
Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?
 
Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter  vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.
 
WEITERE INFORMATIONEN
© 2021 Energie & Management GmbH
Montag, 08.07.2019, 16:57 Uhr