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Enerige & Management > Studien - Grundversorgungstarife sind deutlich teurer
Bild: Fotolia
STUDIEN:
Grundversorgungstarife sind deutlich teurer
Nach Berechnungen der Bundesnetzagentur zahlen viele Verbraucher 8 % mehr für Strom und 17 % mehr für Gas, weil sie in den teuren Grundversorgungstarifen bleiben.
 
Allein durch einen Wechsel zu einem anderen Gaslieferanten könnten ein Durchschnittshaushalt jährlich durchschnittlich 240 Euro sparen. Das geht aus den Zahlen für den neuen Monitoringbericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt hervor. Er wird im Januar 2021 veröffentlicht, die Zahlen gab es aber vorab als Twitter-Nachricht. 
Für Haushaltsstrom in der Grundversorgung hat die Bundesnetzagentur zum Stichtag 1. April 2020 einen Durchschnittspreis von 33,8 Cent je KWh ermittelt. Mehr als ein Drittel der Haushaltskunden hatte im vergangenen Jahr noch einen solchen teuren Vertrag. Schon durch einen anderen Vertrag beim gleichen örtlichen Stromversorger lasse sich eine deutliche Einsparung erreichen, betont die Behörde.

Sparen bei Strom und Gas

Bei den preiswertesten Wettbewerbern betrage der Durchschnittspreis pro kWh nur 31,2 Cent. „Für einen Haushaltskunden mit einer jährlichen Abnahme von 3.500 kWh ergibt das eine durchschnittliche Ersparnis bei den Stromkosten von rund 90 Euro pro Jahr“, erläuterte die Bundesnetzagentur. Nicht einberechnet seien Sonderbonifikationen für Neukunden.

Für Gaskunden gebe es meist noch größere Einsparpotenziale. Auch hier sei der Grundversorgungsvertrag mit 6,99 Cent pro Kilowattstunde die teuerste Belieferungsart. Sie sei 2019 dennoch von rund einem Viertel der Gaskunden genutzt worden. Bei den Alternativanbietern habe der Durchschnittspreis laut Bundesnetzagentur nur 5,96 Cent je Kilowattstunde betragen.

Verbraucherschützer kritisieren Grundversorgungstarif

Verbraucherschützer kritisieren seit langem die Preisgestaltung. Udo Sieverding, Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW, hält viele Grundversorgungstarife für preislich überhöht. Zum Jahreswechsel gebe es beim Strom in zahlreichen Netzgebieten Spielräume für Preissenkungen, weil die Beschaffungskosten der Versorger gesunken seien und die EEG-Umlage niedriger ausfalle. Die Bundesregierung hat den Beitrag der Verbraucher zur Förderung des Ökostroms auf 6,5 Cent im kommenden Jahr gedeckelt. In diesem Jahr liegt die EEG-Umlage noch bei 6,756 Cent.

Die Versorger verweisen darauf, dass sie zur Versorgungssicherheit Strom und Gas weit im Voraus einkaufen müssen und deshalb nicht kurzfristig niedrigere Börsenpreise weitergeben könnten. Außerdem müssten bei den Grundversorgungstarifen Forderungsausfälle durch säumige Zahler berücksichtigt werden. Der Grundversorger muss grundsätzlich jeden Haushaltskunden mit Strom oder Gas beliefern.

Viele Verbraucher scheuen den Wechsel

Vier Gründe für den Verbleib im teuren Tarif sieht Sieverding: „Für Verbraucher mit einem Schufa-Eintrag ist ein Wechsel nur bei wenigen Anbietern möglich", sagte er gegenüber E&M. „Es gibt auch Kunden, die sich durch die Formalitäten des Wechsels überfordert fühlen oder durch Insolvenzen von Billig-Anbietern abgeschreckt wurden.“ Eine vierte Gruppe seien Kunden, die bewusst ihrem traditionellen Versorger treu blieben, weil er Schwimmbäder, Vereine oder den Nahverkehr unterstützt.

Die saarländische Armutskonferenz (SAK) forderte zeitgleich den Verzicht auf Stromsperren gerade im Corona-Jahr. Vor allem für Menschen mit niedrigen Einkommen habe sich die finanzielle und gesundheitliche Situation massiv verschlechtert, sagte der SAK-Vorsitzende Wolfgang Edlinger in Saarbrücken. 
Durch Stromsperren wegen unbezahlter Rechnungen würden Menschen „lebensbedrohlichen Zuständen ausgesetzt“, mahnte er. Sie bedeuteten den Verlust unverzichtbarer Grundlagen wie Licht, Nahrungszubereitung, Kommunikation und gegebenenfalls einer beheizten Wohnung in der kalten Jahreszeit. Im Jahr 2019 wurden laut Armutskonferenz im Saarland 3.092 Stromsperren verhängt, 99.233 Haushalten wurden sie angedroht.

Hier steht der Tweet der Bundesnetzagentur zu den Energiekosten   .

 
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Donnerstag, 12.11.2020, 15:36 Uhr