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Enerige & Management > Photovoltaik - Gutachten sieht hunderttausende Solaranlagen bedroht
Bild: Fotolia.com, anweber
PHOTOVOLTAIK:
Gutachten sieht hunderttausende Solaranlagen bedroht
Die Stilllegung von 447.000 Photovoltaik-Anlagen befürchtet der Bundesverband der Solarwirtschaft (BSW). 3.370 MW könnten bis 2030 vom Netz genommen werden.
 
Als Grund für das drohende aus vieler PV-Anlagen sieht das Bonner Marktforschungsinstitut EUPD Research, das im Auftrag des BSW ein Gutachten erstellt hat, den aktuellen Gesetzentwurf des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Martin Ammon, Studienleiter und Geschäftsführer bei EUPD, zu den Gründen: „Die Mehrzahl der Betreiber werden ihre Solaranlagen abschalten, sobald sie nach 20 Jahren aus der Förderung fallen, da sich ihr Weiterbetrieb dann nicht mehr rechnet. Ursache dafür sind geplante neue Auflagen zum Einbau teurer Messtechnik sowie die finanzielle Belastung selbst verbrauchten Solarstroms mit der EEG-Umlage.“

Das Kurzgutachten der Bonner Marktforscher kommt zu dem Schluss, dass ein Weiterbetrieb ausgeförderter Solaranlagen ohne eine Anschlussförderung für Betreiber durchaus möglich wäre, wenn auf neue Auflagen verzichtet wird. Eine Belastung von vor Ort selbst verbrauchtem Solarstrom mit der EEG-Umlage verstoße zudem gegen EU-Recht, wie es in einem vom BSW vorgelegten Rechtsgutachten heißt.

„Ein wirksamer Klimaschutz braucht jedes verfügbare Megawatt an Solarleistung. Der Bundestag muss jetzt einen barrierefreien Weiterbetrieb ausgeförderter Solaranlagen sicherstellen und den Gesetzesentwurf entsprechend überarbeiten“, fordert BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig.

Stilllegungsprämien contra „Sonnensteuer“

Es sei weder trag- noch vermittelbar, dass Energiekonzerne klimaschädliche Kohlekraftwerke noch bis ins Jahr 2038 betreiben dürfen und großzügige Stilllegungsprämien erhalten, gleichzeitig aber hunderttausende kleine Solaranlagenbetreiber eine „Sonnensteuer“ entrichten müssen.

Rückendeckung erhält der BSW nach eigenen Angaben inzwischen vom Bundesrat und von zahlreichen Bundestagspolitikern der großen Koalition. Die Länderkammer forderte Anfang November den Bundestag mehrheitlich auf, Solarstromanlagen mit einer Leistung von bis zu 7 kW von der Pflicht zum Einbau intelligenter Messsysteme zu befreien und den Selbstverbrauch von Solarstrom bei einer Anlagenleistung von bis zu 30 kW von der Pflicht zur Zahlung der EEG-Umlage zu verschonen.

Sollten Nachbesserungen am Gesetzesentwurf ausbleiben, so werden nach EuPD-Prognosen bis zum Jahr 2030 rund 3.370 MW Solarleistung vorzeitig stillgelegt. Damit verbunden wäre ein Produktionsausfall von 26 Mrd. kWh Solarstrom. Das entspreche dem Jahresstromverbrauch von rund zehn Millionen Durchschnittshaushalten. Damit verbunden wären 6,4 Mio. Tonnen zusätzlicher CO2-Emissionen und ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden auch für die Speicher- und E-Mobilitätsbranche. Die Bonner Marktforscher rechnen in diesem Bereich mit Umsatzverlusten von insgesamt über einer Milliarde Euro in den 2020er Jahren.

 
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Montag, 16.11.2020, 13:55 Uhr