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Enerige & Management > Unternehmen - Hängepartie bei der Thüga
Bild: Fotolia.com, Rynio Productions
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Hängepartie bei der Thüga
Beim Stadtwerkenetzwerk Thüga wird gestritten, wer wem was zu sagen hat. Wichtige Governance-Fragen sind ungeklärt. Das Interesse der Öffentlichkeit steigt.
 
Beim Stadtwerkeverbund Thüga wird hinter den Kulissen gerungen, wer in dem Unternehmen das Sagen hat. Aktueller Streitpunkt ist derzeit, ob der Vertrag des Vorstandsvorsitzenden Ewald Woste, der Ende Oktober ausläuft, verlängert wird. Doch scheint es zwischen den Anteilseignern grundlegende Meinungsverschiedenheiten zu geben, wie es mit der Thüga weitergehen soll.
38,4 % der Anteile an der Thüga hält die KOM9 – ein Zusammenschluss von mehr als 50 kleinen und mittleren Stadtwerken. Dieser hat sich im März diesen Jahres dafür ausgesprochen, den Vertrag von Woste zu verlängern und das Modell der Thüga weiterzuführen. Eine Aufsichtsratssitzung der Thüga Holding am Abend des 17. September in Frankfurt brachte keinen Durchbruch. Eine Verlängerung von Wostes Vertrag kam nicht zustande.

Die Thüga hält Minderheitsbeteiligungen an rund 100 Stadtwerken und Versorgern und bietet diesen zentrale Beratungs-, Unterstützungs- und Einkaufsleistungen an.
Jeweils 20,5 % der Thüga-Anteile halten die die drei großen Kommunalversorger Mainova (Frankfurt), N-Ergie (Nürnberg) und die Stadtwerke Hannover. Die Vorstandsvorsitzenden der drei Unternehmen, Constantin Alsheimer (Mainova), Josef Hasler (N-Ergie) und Michael G. Feist (Hannover) sind im Gesellschafterausschuss der Thüga vertreten. Die Thüga wiederum hält Anteile an diesen Unternehmen. Der Vorstandsvorsitzender der Thüga, Ewald Woste, ist deshalb Mitglied in den Aufsischtsräten der drei Unternehmen.

Offene Governance-Fragen und starke Persönlichkeiten

Die Überkreuz-Strukturen führen zu Problemen: Allen Beteiligten wird ein gesundes Selbstbewusstsein nachgesagt. Insgesamt scheint es unterschiedliche Vorstellungen darüber zu geben, wer wem was zu sagen hat. Ob die ungeklärten Governance-Fragen auch juristische Risiken bergen, wird unterschiedlich beurteilt.
Der wichtige Personalausschuss der Thüga Holding ist nicht nur mit Feist als einem Vertreter der großen Anteilseigner und einem Vertreter der kleinen Anteilseigner von der KOM9 besetzt, sondern auch mit drei nominell neutralen Mitgliedern: Michael G. Baldus, Partner des ifp − Institut für Personal- und Unternehmensberatung Will & Partner, ist Vorsitzender des Gremiums. Die beiden anderen sind der Diplom-Physiker Wolfgang Kalsbach und der ehemalige Vorsitzende des Vorstands der Landesbank Hessen-Thüringen, Günther Merl. Auch um die Rolle dieser neutralen Mitglieder soll es Streit geben.

Der Aufsichtsrat der Thüga Holding würde offenbar mehrheitlich gerne das Thüga-Modell fortsetzen und die anstehenden Strukturfragen lösen. Zu diesem Zweck gab es im Sommer auch den Plan, Wostes Vorstandsmandat um ein Jahr zu verlängern.
Im Aufsichtsrat der Thüga Holding sind nicht die Unternehmenschefs der drei großen Anteilseigner Mainova, N-Ergie und Stadtwerke Hannover vertreten, sondern die ehemalige Oberbürgermeisterin von Frankfurt Petra Roth, der Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly und der Hannoveraner Kämmerer Marc Hansmann. Aufgrund der komplizierten Struktur hat der Aufsichtsrat der Thüga Holding aber keine Durchgriffsmöglichkeit, um Wostes Vertrag in der Thüga AG zu verlängern.

 
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Donnerstag, 18.09.2014, 15:52 Uhr