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Enerige & Management > Mobilität - IFO rät zu Erdgas statt Elektro
Bild: Fotolia.com, lassedesignen
MOBILITÄT:
IFO rät zu Erdgas statt Elektro
Zu einem kritischen Ergebnis in Bezug auf die Elektromobilität kommt eine Studie des renommierten IFO Wirtschaftsforschungsinstituts in München.
 

Elektroautos würden in den nächsten Jahren kaum einen Beitrag zur Minderung der deutschen CO2-Emissionen leisten, da die Einführung der Elektroautos nicht per se zu einer Reduktion des CO2-Ausstoßes im Straßenverkehr führe, fassen die Autoren der Studie "Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz?" ihre Ergebnisse zusammen. Demzufolge ist eine Übergangstechnologie erforderlich, bis langfristig E-Autos mit Brennstoffzelle zur Verfügung stehen, die entweder mit Wasserstoff oder mit Methan (synthetischem Erdgas) betrieben werden, das auf Basis von Wasserstoff erzeugt wird, der wiederum aus grünem Überschussstrom erzeugt wird. Bis es soweit ist, sind Erdgasfahrzeuge die bessere Alternative als batterieelektrische Elektroautos.

Die Studie hat auf der Grundlage offizieller Messdaten zwei Mittelklasseautos (Mercedes C 220 d und Tesla Model 3) bezüglich ihres Verbrauchs an Diesel beziehungsweise Strom miteinander verglichen. Dabei wurden zum einen erneuerbare Energiequellen für den Strom und zum anderen der tatsächliche Strommix Deutschlands aus dem Jahr 2018 zugrunde gelegt. Ferner wird eine Metastudie für den CO2-Ausstoß bei der Batteriefertigung berücksichtigt.

Laut den Autoren zeigt sich, dass der CO2-Ausstoß des Elektromotors im günstigen Fall um etwa ein Zehntel und im ungünstigen Fall um ein gutes Viertel über dem Ausstoß des Dieselmotors liegt. Am günstigsten sei der mit Methan betriebene Verbrennungsmotor, der um ein knappes Drittel unter dem Dieselmotor liege – selbst dann, wenn man die erhebliche Vorkettenverschmutzung beim Methan berücksichtige.

„Langfristig gesehen bietet die Wasserstoff-Methan-Technologie einen weiteren Vorteil: Sie ermöglicht die Speicherung der überschießenden Stromspitzen des Wind- und Sonnenstroms, die bei einem steigenden Anteil dieses regenerativen Stroms stark zunehmen werden“, erklärt Christoph Buchal, Physikprofessor an der Universität zu Köln, und einer der Studienautoren.

Die Autoren kritisieren, dass der EU-Gesetzgeber die CO2-Emissionen von Elektroautos mit einem Wert von „null“ in die Berechnungen der Flottenemissionen einfließen lässt. Dies suggeriert, dass Elektroautos keine Emissionen verursachen. Neben dem CO2-Ausstoß bei der Fertigung ergeben sich aber in fast allen EU-Ländern erhebliche CO2-Emissionen durch die Beladung der Akkus mit Hilfe des Stroms aus dem jeweiligen nationalen Produktionsmix.

Die Studie "Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2 -Bilanz?   " kann kostenlos auf der Website des IFO Instituts heruntergeladen werden.


 
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