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Enerige & Management > Regenerative - IG BCE will EEG-Umlage über Bundeshaushalt finanzieren
Bild: K-U Haessler / Fotolia
REGENERATIVE:
IG BCE will EEG-Umlage über Bundeshaushalt finanzieren
Nach aktuellen Berechnungen von Experten der Gewerkschaft werde die EEG-Umlage 2021 auf deutlich mehr als 8 Cent/kWh steigen. Das müsse über den Bundeshaushalt ausgeglichen werden.
 
Deutschlands Stromkunden droht ein Anschwellen der Abgabenlast aus der EEG-Umlage auf bislang ungekannte Höhen, warnt die Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie (IG BCE). Das würde einen Durchschnittshaushalt mit 3.000 kWh Verbrauch fast 50 Euro pro Jahr mehr kosten.

Der Vorsitzende der IG BCE, Michael Vassiliadis, sagte zu der Prognose: „Stromverbrauch wird immer mehr auch zum sozialen Faktor: Starke und Schwächere werden hier gleich belastet. Das muss insbesondere in einer Zeit der wirtschaftlichen Krise mit Massenkurzarbeit und Jobverlusten schnell ein Ende haben.“ Es werde Zeit, dass sich der Staat zu seiner Verantwortung bekennt und die Kosten der Energiewende über den Bundeshaushalt trägt. „Nie war das notwendiger als heute“, sagte Vassiliadis.

Weniger Stromverbrauch erhöht Ökostrom-Anteil

Grund für den Anstieg der Abgabe ist das Zusammenfallen von Corona-Krise und einem wetterbedingt stärkeren Beitrag der erneuerbaren Energieträger Wind und Solar. In der Krise ist die Stromnachfrage der Industrie eingebrochen, was den deutschen Stromverbrauch insgesamt zurückgehen lassen wird. Die Energieexperten der IG BCE rechnen derzeit mit einem Jahresminus von 10 %.

Dadurch steigt der Anteil der Stromproduktion der Erneuerbaren rasant, während konventionelle Kraftwerke weniger produzieren. Im ersten Quartal 2020 kam mehr als die Hälfte des deutschen Strommixes aus Wind, Sonne und Biomasse. Das seien 14 % mehr als 2019. Da der Ökostrom keine Brennstoffkosten hat, senkt er an der Strombörse die Spotmarktpreise. Der Staat garantiert den Betreibern von EEG-Stromanlagen aber für 20 Jahre marktunabhängige Vergütungen.

Systematik der EEG-Finanzierung problematisch

Diese Vergütungen werden von den Stromkunden über die EEG-Umlage bezahlt. Bei fallenden Börsenstrompreisen klafft eine Lücke zwischen Marktpreis und garantierter Vergütung, so dass die EEG-Umlage steigen muss. Das für das Gesamtjahr 2020 von den Stromnetzbetreibern geplante EEG-Budget von 24,2 Mrd. Euro dürfte nach Berechnungen der IG BCE bereits im Herbst 2020 aufgebraucht sein, sodass gut zwei Mrd. Euro durch Kredite zwischenfinanziert werden müssten. Das ließe die EEG-Umlage für 2021 zusätzlich steigen. Ende 2019 hatte die EEG-Liquiditätsreserve noch mit 2,2 Mrd. Euro im Plus gelegen.

„Die Corona-Krise legt die problematische Systematik des EEG-Gesetzes schonungslos offen“, sagte Vassiliadis. Daher werde es nicht reichen, aus den Einnahmen der CO2-Abgabe für Brennstoffe ab 2021 die EEG-Umlage um 2 Cent/KWh zu senken, wie es die Bundesregierung plant. Stattdessen sollte sie komplett aus dem Bundeshaushalt getragen werden. Das würde die Endverbraucher um 6,75 Cent/kWh Strom entlasten, den Durchschnittshaushalt also um rund 200 Euro.

 
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Donnerstag, 30.04.2020, 10:54 Uhr